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Ein Fax an die WG

Das Faxgerät der WG spuckt ratternd ein Fax aus.

Sehr geehrter Herr Wolfeisen,

hiermit teilen wir Ihnen mit, dass Ihre im Dorfchat eingereichte Bewerbung zur Tätigkeit als Fachkraft für Bädertechnik geprüft wurde.

Nach eingehender Prüfung Ihrer Angaben wurde festgestellt, dass aufgrund des zeitnah zu erwartenden Eintreffens schöner Witterungsverhältnisse ein reguläres und umfangreiches Bewerbungsverfahren gegenwärtig als nicht zweckmäßig angesehen wird. Ein mehrstufiges Auswahlverfahren mit Gesprächen, Eignungsprüfungen und längeren Bearbeitungszeiten würde unter den gegebenen Umständen den bevorstehenden Badebetrieb unnötig verzögern.

Aus diesem Grund wurde beschlossen, auf ein erweitertes Auswahlverfahren zu verzichten. Maßgeblich für diese Entscheidung war zudem die Wortmeldung vom Herrn Bürgermeister Schorch, dass die Stelle bitte bis zum Samstag zu besetzen sein.

Sie werden daher mit sofortiger Wirkung als Fachkraft für Bädertechnik eingestellt.

Wir bitten Sie, sich zeitnah am Freibad einzufinden und Ihre Tätigkeit aufzunehmen. Weitere organisatorische Fragen, Zuständigkeiten sowie gegebenenfalls vorhandene Arbeitsmittel werden vor Ort geklärt.

Wir wünschen Ihnen für die Ausübung Ihrer Tätigkeit eine sachgerechte und möglichst störungsfreie Badesaison.

Mit freundlichen Grüßen,
Holger Lübben
Verwaltungsfachwirt

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Rundschreiben betreffend der erfolgreichen Reproduktion der Stute "Amadea"

In den frühen Morgenstunden beginnen die Faxgerätr der Anwohner von Hausen damit, ein mehrseitiges Rundschreiben auszuspucken. Das Papier riecht leicht nach Toner. Die Formatierung ist tadellos. Oben rechts befindet sich das Logo vom Pferdehof Lübben.

Rundschreiben betreffend der erfolgreichen Reproduktion der Stute "Amadea"

Sehr geehrte Nachbarinnen und Nachbarn,

hiermit teile ich mit, dass die im Besitz des Unterzeichners befindliche Stute "Amadea" am gestrigen Abend um 23:41 Uhr ein lebensfähiges Fohlen zur Welt gebracht hat. Die Geburt verlief ohne nennenswerte Komplikationen. Das Tier steht inzwischen selbstständig und weist nach erster Sichtprüfung ein altersentsprechendes Verhalten auf.

Im Zusammenhang mit diesem Ereignis erscheint es sachgerecht, den bisherigen Verlauf der Angelegenheit zusammenfassend darzustellen.

Die Stute Amadea wurde vor etwa einem halben Jahr von Frau Brünning übernommen. Zum damaligen Zeitpunkt befand sich das Tier in einem Zustand erheblicher körperlicher Vernachlässigung. Nach Kenntnisstand des Unterzeichners war seitens Dritter bereits die Verbringung zum Abdecker in Erwägung gezogen worden. Die Übernahme erfolgte daher kurzfristig und unter Verzicht auf wirtschaftliche Vernunft.

Parallel hierzu wurde der heutige Pferdehof Lübben, welcher sich zuvor über längere Zeit in einem baulich sowie organisatorisch unzureichenden Zustand befand, schrittweise instandgesetzt.

Die gesundheitliche Stabilisierung der Stute erforderte einen längeren Zeitraum. Erst nach tierärztlicher Einschätzung eines ausreichenden Allgemeinzustandes wurde die Deckung durch einen eingetragenen Zuchthengst veranlasst. Die Durchführung erfolgte planmäßig und unter Beachtung der einschlägigen Empfehlungen.

Bei dem zur Deckung eingesetzten Hengst handelt es sich um den westfälischen Zuchthengst "Baltasar von Eichenquell", geführt im Besitz von Familie Krämer aus dem Niederwalden. Das Tier verfügt laut vorgelegter Unterlagen über eine ordnungsgemäße Abstammung, einen ruhigen Charakter sowie mehrere Auszeichnungen im Bereich Dressur.

Im Anschluss daran begann die Trächtigkeit der Stute. Während dieser Zeit kam es zu einem erhöhten organisatorischen Aufwand hinsichtlich Fütterung, tierärztlicher Betreuung sowie nächtlicher Kontrollgänge. Diverse Freizeitaktivitäten mussten daher eingeschränkt werden, wobei anzumerken ist, dass ohnehin keine konkreten Freizeitaktivitäten bestanden. Mit der nun erfolgten Geburt des Fohlens ist der Vorgang vorerst als erfolgreich abgeschlossen zu betrachten.

Das am gestrigen Abend geborene Hengstfohlen erhielt inzwischen den Namen "Paragraph". Die Namensgebung erfolgte nach längerer Überlegung unter Berücksichtigung folgender Kriterien:

  • sachliche Klangwirkung,
  • angemessene Seriosität,
  • gute Rufbarkeit über größere Weideflächen hinweg

Abschließend wird mitgeteilt, dass der Unterzeichner trotz langjähriger Tätigkeit im Verwaltungsdienst überrascht feststellen musste, dass ein neugeborenes Pferd unmittelbar nach der Geburt vergleichsweise groß ist.

Für Rückfragen zur Angelegenheit wird um schriftliche Einreichung gebeten.

Mit freundlichen Grüßen,
Holger Lübben,
Pferdefachwirt

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Ein Rundbrief

In allen Hausener Haushalten klingelt plötzlich das Faxgerät und spuckt dann ratternd ein eng bedrucktes Blatt aus.

Sehr geehrte Nachbarinnen und Nachbarn,
sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

wie die meisten von Ihnen sicher bereits mitbekommen haben, findet heute die Hochzeit des sogenannten "Prominenten" Jeffrey Wackerson und der "Influencerin" Julia Eros-Cojones in der Kirche der Gemeinde Hausen statt.

Durch die überstürzte Vollziehung dieser Ehe und die fehlende Einbindung der Gemeinde in die Planung dieses Ereignisses kommt es leider auf dem Gebiet des Dorfes zu einigen Einschränkungen. Scheinbar sind diese beiden - mir persönlich bis heute gänzlich unbekannten - Menschen von einem derartigen öffentlichen Interesse, dass sich diverse Medienvertreter, Influencer und Content Creator im Stadtgebiet versammelt haben.

Da unser Bürgermeister Freddy Schorch leider derzeit nicht aufzufinden ist, bin ich vom Gemeinderat als Leiter des Krisenstabs eingesetzt worden. Wir versuchen, mit folgenden Maßnahmen den Dorffrieden zu erhalten:

  • Wir haben den Bereich um die Kirche vorübergehend für den Kraftverkehr gesperrt. Die schließt auch den öffentlichen Nahverkehr ein, der Personenbus Reinlingen - Hausen - Dübelfingen um 13:12 Uhr fällt heute aus. Der nächste Bus um 16:12 fährt voraussichtlich planmäßig
  • wir haben Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsdienstkräfte aus Reinlingen und Rheinfelsbach angefordert, um die Behörden vor Ort zu Unterstützen
  • Wir haben auf der Weide neben dem Recycling-Hof einen Sammelplatz für die Medienvertreter errichtet. Wir empfehlen, den Ort großräumig zu meiden, ansonsten kann es zu spontanen Interviews kommen. Wir haben Herr Grabowski gebeten, ein "Auge" auf die Vertreter der Schmierblätter zu halten

Wir weisen an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass der Verkauf von Snacks und Getränken an die "Reporter", wie er nach unseren Erkenntnissen von einigen Jugendlichen betrieben wird, eine gewerbliche Tätigkeit ist, die einen Gewerbeschein benötigt. Wir als Gemeinde unterstützen dieses wirtschaftliche Denken und haben beschlossen, es am heutigen Tag nicht zu ahnden. Bitte beachtet dabei, dass es sich bei den sogenannten "Reportern" und "Journalisten" um fragwürdige Menschen handelt, daher raten wir dringend an, die Preise entsprechend zu gestalten

Scheinbar ist es in den Morgenstunden zu einem kleinen Auflauf gekommen, weil das Gerücht kursierte, dass Stefan Raab in Hausen gesichtet worden ist. Wir können mittlerweile mit Sicherheit sagen: Es handelte sich um einen Nachbarn aus Reinfelsbach, der nach der Verfolgungsjagd rettungsdienstlich behandelt werden musste. Er sieht Stefan Raab nicht besonders ähnlich und gab an, bisher noch nie für einen Prominenten gehalten worden zu sein.

Wir bitten sie eindringlich, trotz der angespannten Lage, Ruhe zu bewahren und Rücksicht auf Mitbürgerinnen und -bürger zu nehmen.

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und appellieren an Ihre Besonnenheit in dieser außergewöhnlichen Lage.

Mit freundlichen Grüßen,
Holger Lübben,
Verwaltungsfachwirt, Leiter Krisenstab

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[PB-Turnier] Morgengrauen

Holger hat einen entspannten Sonntag verbracht: Er hat die Angebote in den Supermarkt-Prospekten studiert und anhand dessen einen Einkaufszettel für die Woche erstellt. Seine privaten Briefe laminiert und abgeheftet. Gebadet und seine Fußnägel geschnitten. Auf seinem kleinen Pferdehof, ganz im Osten der Gemeinde hat er von dem Paintball-Turnier nichts mitbekommen.

Montag Morgen, 5:30 Uhr. Holgers Wecker klingelt. Holger ist bereits seit fünf Minuten wach, also steht er mit dem ersten Ton vom Wecker auf.

Die Kaffeemaschine ist bereits vorbereitet, gefüllt mit Wasser, Filter und Kaffeepulver. Er muss sie nur anschalten. Der Wasserkocher ist ebenfalls mit Wasser befüllt, eine Tasse für Janas Kräutertee steht bereit.

Im Morgenmantel tritt Holger aus dem Haus, um die Tageszeitungen hereinzuholen ... und tritt in Farbe.

Wie bitte?

Holger schaut sich auf dem Hof um. Alles ist bunt. Die Fassade, der Dachstuhl seines Stalls wurden von Farbe getroffen. Der Boden schillert vielfarbig. Amadea trottet wie jeden Morgen um die Ecke, um ihn zu begrüßen.

Nicht einmal das Tier wurde verschont.

Oh nein. Gute Güte! Amadea, geht es dir gut?

Das geht zu weit!

Ohne die Zeitung zu holen, dreht Holger sich um und geht wieder ins Hauptgebäude. Die Schlappen zieht er auf der Türschwelle aus, um keine Farbe ins Haus zu tragen.

Holger trinkt in Ruhe seinen Kaffee und macht Janas Kräutertee fertig, während er seine nächsten Schritte überlegt. Er hat doch ...?

Holger geht in den Keller und öffnet den Waffenschrank. Ordentlich aufgehängt hängen dort drin ein Multitool, die Stichsäge und ein Paintballmarkierer. Holger nimmt den Markierer. Er hatte ihn letztes Jahr vor dem Paintballturnier gekauft - und sich dann entschlossen, nicht teilzunehmen.

Er baut ihn sorgfältig auseinander, reinigt jedes Einzelteil, ölt alles mit Waffenöl ein und baut ihn wieder zusammen. Er füllt das Magazin mit Kugeln.

Etwa 17 Minuten später tritt Holger auf den Hof, in seine Reitkleidung gekleidet. Er setzt seinen Stetson auf, hängt sich den Markierer an die Hüfte und schwingt sich auf Sabrina - das andere Pferd hat zum Glück keine Kugeln abbekommen. Er lässt die Zügel leicht wippen und das Pferd reitet im Schritt los, in Richtung Dorfmitte.

Auf, auf, Sabrina. Wir müssen Amadea rächen.

Sabrina wechselt in den Trab, ihre mit Hufeisen beschlagenen Hufe klappern auf dem Asphalt durch den Morgen.

Irgendwo spielt eine Mundharmonika.

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Holger und die Multidimensionale Verwaltung - Epilog

Es gibt nicht viele Dinge, die für Holger unangenehmer als ein Auftritt vor der Multidimensionalen Veraltung sind. Dimensionsreisen gehören dazu. Dieses Gefühl, aus der einen Dimension in eine andere gerissen zu werden, ist ungemütlich. Und trotzdem: Diese, hoffentlich seine vorerst letzte, Dimensionsreise tritt Holger gerne an. Er gibt dem Bediensteten, der die Ausgangstür der Multidimensionalen Verwaltung flankiert, seine Zieldimension an und tritt denn nach dessen Aufforderung durch die Tür. Seine Aktentasche hält er dabei gut fest: Er hat keine Lust, die 2143 Genehmigungen für 2134 bisher nicht genehmigte Dimensionsreisen auf dem Weg nach ß-748-lemmy zu verlieren. Holger lächelt ein wenig, als er durch die Tür tritt und dann, wie mit einem Haken, durch das Dimensionsloch gesaugt wird.

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Holger und die Multidimensionale Verwaltung - Teil 5

Das Geräusch, als Holger seinen Stuhl zurückschiebt, hallt durch den Raum. Es wird sofort still. Er räuspert sich beim Aufstehen, ein trockenes Geräusch, wie uraltes Papier, dass durch eine Kaffeemühle gerieben wird.

Natürlich hatte Holger gehofft, dass er den vorletzten Stapel nicht braucht. Bisher hat er sich verteidigt. Der dritte Stapel ist sein Angriff. Ein direkter Angriff auf eine multiversale Behörde. Doch Holger weiß: Zum Führen einer Gemeinde gehört es auch, manchmal den Konfrontationskurs zu gehen. Dinge zu tun, die Mut erfordern. Es gibt zweitausend Seelen in Hausen, die sich auf ihn verlassen. Die, ohne es zu wissen oder auch nur zu ahnen, durch sein Handeln geschützt werden. Und geschützt werden müssen. Denn Hausen... es ist sein Hausen. Auch wenn er scheinbar nur ein kleines Rad in den langsamen Mühlen des Rathausen ist, ist es seine Aufgabe, nein, sein Auftrag, hier und jetzt für Hausen zu kämpfen.

Langsam nimmt Holger die zwei Blätter auf, die den vorletzten seiner vier vorbereiteten Stapel bilden und geht nach vorne. Er legt die Blätter vor dem Gremium, jedes einzeln. Eins vor Malte Rutsch. Eins vor Dr Alwine Kranz. Dann räuspert er sich wieder, diesmal klingt es fast aggressiv.

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchte ich beantragen, dass die Dimensionsverschiebung nach §99a, Absatz 3,14 IRKG in Ihre transdimensionalen Protokolle aufgenommen und nachträglich genehmigt wird.

Es wird laut im Raum, die Zuschauer fangen an zu tuscheln. Die Vorsitzende nimmt ihren kleinen Holzhammer, haut laut damit auf den Tisch und bittet um Ruhe im Saal. Als das Publikum sich langsam wieder beruhigt hat, fängt Holger mit seiner langweiligen, aber durchschneidenden Stimme fort.

Sehr geehrte Vorsitzende, gerne zitiere ich Ihnen aus dem Interrealen Koordinierungsgesetz, Paragraph neunundneunzig, Absatz 3,14:

§ 99 IRKG - Nachträgliche Einordnung ungeklärter Grenzereignisse Absatz 3,14

Ein realitätsübergreifender Vorgang kann abweichend von den Absätzen 1 bis 3 nachträglich als genehmigter Dimensionsübertritt eingeordnet werden, sofern

  1. der ursprüngliche Vorgang zum Zeitpunkt seines Eintritts nicht als solcher erkannt wurde,
  2. eine hinreichende Tatsachengrundlage für das Vorliegen eines interrealen Transfers besteht,
  3. keine vorsätzliche Umgehung bestehender Genehmigungs- oder Anzeigeverfahren nachweisbar ist
  4. die nachträgliche Legitimierung zur Wahrung der interrealen Ordnung geboten erscheint.

In Fällen von übergeordneter historischer oder struktureller Relevanz kann von den Voraussetzungen des Satzes 1 Nr. 3 abgewichen werden, sofern eine einheitliche rechtliche Bewertung vergleichbarer Ereignisse andernfalls nicht gewährleistet wäre.

Es ist still im Saal, als Holger fehlerfrei aus dem Kopf aus dem IRKG zitiert.

Vor Ihnen liegen zwei Präzedenzfälle, die ähnlich zu bewerten sind, wie der unsrige:

Jack the Ripper. Ich denke, Sie kennen den Fall: Ein Mann bringt im Jahre 1888 in London, Dimension 19ö, mehrere Prostituierte um - und flüchtet anschließend in eine andere Dimension. Er wurde dort gefasst und selbstverständlich für die Morde verurteilt und hingerichtet. Seine Dimensionsreise hingegen wird abschließend von der Multidimensionalen Verwaltung für legitim erklärt, eine Flucht vor Strafverfolgungsbehörden ist laut Ihrer Behörde ein legitimer Grund für einen ungenehmigten Dimensionssprung.

Ähnlich wie Jack the Ripper sind auch wir genötigt gewesen, die Dimension zu wechseln, um einer Strafverfolgung zu entgehen. Die Oberste Administration unserer Dimension hat uns verfolgt, hat Mitglieder unserer Gemeinde eingesperrt und ausgelöscht. Und im Gegensatz zu Jack the Ripper ging es bei uns nicht um Mord. Holger zögert kurz. Ehrlich gesagt: Wir wissen noch immer nicht, worum es genau geht. Sie haben dort entschieden, dass Flucht ein legitimer Anlass sein kann - unabhängig von der moralischen Bewertung der Tat.

Holger wartet kurz, lässt die Fakten sacken.

Und damit kommen wir zum zweiten Fall: Malaysian Airlines, Flug MH370. 2014, Dimension A18-world. Ein Mann schmuggelt einen Dimensionstransporter an Board eines Flugzeuges und aktiviert ihn, mitten über dem Pazifik. Das komplette Flugzeug und alle 238 Personen an Board werden in die Dimension 000ß transportiert.

Alle Passagiere und Crew-Mitglieder sind von Ihnen verhaftet und verhört worden. 239 ungenehmigte Dimensionsreisen. Verurteilt wird am Ende nur einer: Der Verursacher. Die Dimensionsreisen der anderen Passagiere wird nachträglich genehmigt.

Holger weiß, dass er sich mit dem nächsten Satz auf einen schmalen Grat begibt. Doch genauso weiß er: Wenn der nächste Satz sitzt, dann ist der Fall gewonnen. Dann werden 2143 Dimensionsreisen genehmigt, und mit genehmigten Dimensionsreisen ist ihr Aufenthalt in der Dimension ß-748-lemmy legal.

Sehr geehrter Vorsitz, wir wissen nicht, wer diese Dimensionsreise durchgeführt hat. Wir haben sie in Auftrag gegeben, um der Strafverfolgung zu entkommen, doch die Reise an sich wurde von einem uns unbekannten Experten durchgeführt.

Holger dreht sich um, geht zurück zu seinem Tisch. Er möchte grade nicht in die Gesichter der Vorsitzenden schauen, möchte nicht sehen, was dort grade vorgeht. Er darf sich nun nicht verunsichern lassen, die nächsten Sätze müssen sitzen. Egal, wie die Vorsitzenden grade jetzt in diesem Moment urteilen. Holger sortiert die Blätter kurz, legt sie noch einmal um und denk zeitgleich die letzten Schritte durch. Er nimmt seinen letzten Stapel vom Tisch, etwa 80 Din-A4-Blätter, und dreht sich wieder um. Mit den Papieren in der Hand fährt er fort.

Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie erhalten von mir ein Gutachten, ausgestellt vom Institut für Interreale Risikobewertung und Lageprognostik, das zeigt, dass eine Flucht in eine andere Dimension der einzige Ausweg war, unser Dilemma zu lösen.

Holger legt etwa sieben achtel der Papiere, zusammengehalten durch Heftklammern, vor dem Ausschuss ab.

Weiterhin erhalten sie eine eidesstattliche Erklärung von mir, unterschrieben und beglaubigt von einem transdimensionalen Notar, dass der Verursacher der Dimensionsreise nicht bekannt ist.

Holger weiß, dass dieser Schritt riskant ist. Er kennt den Verursacher tatsächlich nicht. Sein Berater hat alles vermittelt und organisiert. Doch Holger wird auch den Berater nicht verraten. Wenn das Gremium seine Erklärung nicht akzeptiert, ist Holger bereit, sich selber zu opfern. Wenn die Multidimensionale Verwaltung einen Schuldigen möchte, wird Holger sagen, dass er selber alles organisiert hat. Doch dem Berater wird nichts passieren.

Und zu guter Letzt erhalten Sie Formular 8^(t-1), Antrag auf nachträgliche Genehmigung einer Dimensionsreise nach §99, Absatz 3,14. Korrekt datiert, dreifach gestempelt und auf allen Linien unterschrieben.

Ich bitte Sie um Ausstellung einer Eingangsbestätigung für die vorliegenden Unterlagen und warte auf Ihre Entscheidung.

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Ein Staatsanleihen-Portfolio aufbauen

Nicht alle Staatsanleihen sind gleich. Das merkt man spätestens dann, wenn man anfängt, sich ernsthaft mit ihnen zu beschäftigen. Früher habe ich ehrlich gesagt gedacht: Staat ist Staat, Zinsen sind Zinsen. Aber so einfach ist das nicht. Es gibt Unterschiede bei Laufzeit, Bonität und natürlich beim Land, das die Anleihe ausgibt.

Ich persönlich setze vor allem auf solide Emittenten. Deutsche Bundesanleihen zum Beispiel geben mir ein gutes Gefühl. Die Rendite ist vielleicht nicht spektakulär, aber dafür weiß ich, woran ich bin. Ein Teil meines Geldes liegt auch in Anleihen anderer stabiler Staaten, um ein bisschen zu streuen. Diversifikation ist schließlich kein Modewort, sondern schlicht vernünftig.

Wichtig finde ich außerdem die Laufzeiten zu mischen. Einige Anleihen laufen nur ein paar Jahre, andere deutlich länger. So kommt regelmäßig Kapital zurück, das ich neu anlegen kann, ohne alles von den aktuellen Zinsen abhängig zu machen.

Am Ende ist ein Staatsanleihen-Portfolio nichts Aufregendes. Aber genau das ist der Punkt. Es soll zuverlässig funktionieren, planbar sein und mir nachts keinen Schlaf rauben. Und ehrlich gesagt: Das reicht mir völlig.

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Holger und die Multidimensionale Verwaltung - Teil 4

Malte Rutsch erhebt sich. Ein unauffälliger, junger Mann, hager, mit zu wenigen Haaren für sein Alter, gekleidet in einen weißen Laborkittel. Er räuspert sich und man merkt sofort, dass er nicht gerne vor Menschen redet. Ein Stapel Karteikarten soll ihm helfen, sich durch die Befragung zu hangeln, doch er ist nervös und fahrig und beim Versuch, die erste Karteikarte aufzunehmen fällt sie vom Podium.

"Herr Lübben. Hallo. Mein Name ist Diplom-Ingenieur Malte Rutsch und ich bin Sachgebietsleiter für Grenzflächenphysik und Eigenkontaktprotokolle."

Herr Rutsch hat einen leichten Sprachfehler, er betont das "s" etwas zu stark.

"Ich werde sie nun in der Sache 'Dimensionsverschiebung der Gemeinde Hausen' befragen."

Holger nickt knapp.

"Herr Lübben, bestätigen Sie, dass der Dimensionstransfer der Gemeinde Hausen durch die Gemeindeverwaltung ausgelöst wurde?"

Holger überlegt kurz. Seine Antworten sind vorbereitet, er weiß genau, was er zu sagen hat. Er kennt die Regeln, Richtlinien und Protokolle, doch er will nichts durch eine zu emotionale Antwort überstürzen und seinen Boden durch ein vorschnelles Abnicken der Frage verlieren. Er erhebt sich und schiebt seinen Stuhl geräuschvoll nach hinten.

Herr Rutsch, vielen Dank. Ich bestätige, dass die Gemeinde Hausen in die Dimension ß-748-lemmy verlegt wurde und das dieser Prozess durch die Gemeindeverwaltung initiiert wurde. Holger nimmt ein vierseitiges Formular von seinem ersten Stapel und reicht es dem Amtsdiener, der in der Nähe seines Tisches steht. Ich reiche hiermit Formular 19-ä ein, Anerkennung einer Gefahr im Verzug-Situation.
"Gefahr im Verzug?"
Gefahr im Verzug, Herr Rutsch. Nach §9,3 IRKG ist es uns als kreisfreie Gemeinde gestattet, in einer "Gefahr im Verzug"-Lage selbstständig die Dimension zu verlassen, wenn die Lage es erfordert. Mir ist durchaus bewusst, das der §9,3 bisher noch nie für eine komplette Gemeinde verwendet worden ist, aber es gibt Präzedenzfälle.

Der Amtsdiener hat Malte mittlerweile das Formular übergeben und Herr Rutsch blättert es hastig durch. Er räuspert sich.

"Herr Lübben, §9,3 IRKG erlaubt eine eigenständige Dimensionsverlagerung bei unmittelbarer struktureller Gefährdung." *Er blättert. "Können Sie dem Gremium konkretisieren, welche Gefahr die vollständige Evakuierung einer Gemeinde von 2.143 Einwohnern rechtfertigte?"
Holger nimmt die nächsten Blätter vom Papierstapel und reicht sie dem Amtsdiener, diesmal deutlich mehr als vier. Sie sind mit einer Schnellhefter-Klammer zusammengehalten. Wichtige und respektierte Mitglieder unserer Gemeinde waren verschwunden. Zahlreiche Mitglieder. Wir vermuteten erst einen Kriminalfall im klassischen Sinne und erstatteten Anzeige bei der hiesigen Polizeibehörde. Diese nahm ihre Ermittlungen auf, meldete aber schnell zurück, dass ihre Untersuchungen ergebnislos waren.
Malte Rutsch tappt in die Falle. Er versucht, selbstsicher zu sein: "Herr Lübben, sind Ihnen die Abläufe in einem solchen Fall bekannt?"
Holger hebt die linke Augenbraue. Nur einen Millimeter, vielleicht zwei. Herr Rutsch, mir sind die Abläufe selbstverständlich bekannt. Er reicht einen weiteren Stapel Papiere an den Amtsdiener. Wir haben für jedes verschwundene Gemeindemitglied eine Vermisstenanzeige bei der Multidimensionalen Verwaltung aufgegeben. Wir haben zeitnah einen Dringlichkeitsantrag gestellt. Sie finden die Eingangsbestätigungen dort - Holger zeigt auf den Papierstapel - doch leider haben wir keine Rückmeldung erhalten.

Die Verantwortlichen auf dem Podium schauen kurz irritiert, als sie bemerken, dass Holger die Lage unter Kontrolle hat. Sie stecken kurz die Köpfe zusammen, dann wendet Herr Rutsch sich wieder Holger zu, die Zettel unordentlich in der Hand.

"Sie behaupten also, Herr Lübben..." Herr Rutsch zögert kurz, dann korrigiert er sich. "Sie führen aus, dass mehrere Gemeindemitglieder verschwunden sind. Wie viele?"
Zunächst drei. Innerhalb von sechs Tagen insgesamt siebzehn.\

Im Saal entsteht leises Gemurmel.

"Verschwinden von Personen stellt zunächst keinen strukturellen Grenzfehler dar. Haben Sie Anomalien in der Dimensionsresonanz gemessen?"
Am vierten Tag registrierten wir Phasenfluktuationen in Wohngebäuden der Betroffenen. Leichte Verschiebungen im Materialgefüge.
Malte zögert kurz. Darauf war er nicht vorbereitet. "Diese Messungen... wurden Sie protokolliert?"
Holger zeigt auf die Blätter in Maltes Hand. Anhang C. Seite 14 - 19.

Während Malte fahrig in dem Papierstapel blättert, holt Holger zum letzten Schlag aus.

Herr Rutsch, uns war bekannt, dass die Multidimensionale Verwaltung seit Monaten im Rückstand ist. Wir konnten nicht riskieren, noch mehr Bürgerinnen und Bürger zu verlieren, während wir auf eine Eingangsbestätigung warten.

Malte räuspert sich und schaut hilfesuchend zum Rest der Anhörungskommission. Der Rest der Anhörungskommission blättert in Papierstapeln und schaut nicht zurück. Malte räuspert sich ein weiteres Mal.

"Herr Lübben, es gibt Berichte, die Indizien dafür liefern, dass versucht wurde, die Dimensionsverschiebung zu verschleiern."
Holger hebt lediglich die linke Augenbraue. Diesmal geht sie deutlich nach oben.
"Wurde von der Gemeinde Hausen eine Demonstration organisiert?"
Selbstverständlich. Wir haben alles probiert, unsere Mitbewohner wieder zu uns zu holen. Jeden Strohhalm gegriffen.
"Herr Lübben, sind auf dieser Demonstration Bewohner aus anderen Dimensionen geladen gewesen?"
Holger zögert kurz. Sehr kurz. Er ist darauf vorbereitet, dass die Kommission den Plan durchschaut hat. Es wäre einfacher gewesen, wenn sie nur den Verdacht hätte, aber Herr Rutsch scheint den Plan verstanden zu haben. Einfacher wäre es gewesen, wenn er es nicht gewusst hätte. Herr Rutsch, alle Dimensionsreisen an diesem Tag waren durch die Dimensionale Zollverwaltung genehmigt.
"Herr Lübben, ist Ihnen bekannt, dass die Dimensionale Zollverwaltung und die Multidimensionale Verwaltung sämtlichen Dimensionsreiseverkehr überwachen?"
Selbstverständlich, Herr Rutsch.
"Herr Lübben, wir haben den Netzwerk-Traffic des Internetzugangs des Hausener Rathauses ausgewertet. An einem PC im Vorzimmer des Bürgermeisters wurde in den Tagen und Wochen vor der Dimensionsverschiebung einiges interessantes im Internet und im Multidimensionalen Intranet gesucht."
Holger schweigt. Er weiß, dass Herr Rutsch versucht, ihn in die Enge zu drängen.
"Eine große Menge an Daten wurde aus dem MDI heruntergeladen."

Holger weiß, wo diese Fragekette endet. Er wusste nicht, dass das MDI dermaßen überwacht und ausgewertet wird. Sonst hätte er diesen Fehler nicht gemacht.

"Herr Lübben, Sie haben am 15.08.2025 eine Forschungsarbeit aus dem MDI heruntergeladen. Ihr Titel lautet: 'Dimensionales Rauschen im Multidimensionalen Gefüge und ihre Auswirkungen auf die Überwachung des Dimensionsverkehrs', ist das korrekt?"
Holger nickt. Es war nicht Holger, der die Arbeit heruntergeladen hat. Es war auch nicht Holger, der all das geplant hat. Doch Holger wird den Experten für Dimensionsreisen, den er angeheuert hat, nicht auflaufen lassen.
"Herr Lübben, womit beschäftigt sich diese Forschungsarbeit?"
Sie beschreibt sehr lang und umfassend, dass die Dimensionsreisen-Überwachung der Zollbehörde an Wirksamkeit verliert, wenn im selben Moment zahlreiche Dimensionsreisen getätigt werden und sich auf diese Weise, mit einer großen Menge genehmigter Dimensionsreisen, auch eine große Menge ungenehmigter Dimensionsreisen vertuschen lassen.

Es wird still im Saal.

Malte Rutsch schaut Holger triumphierend an.

Holger hebt den Kopf, räuspert sich und nimmt drei Zettel von seinem vorletzten Stapel.

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Holger und die Multidimensionale Verwaltung - Teil 3

Plötzlich ertönt der Gong, der einen Wechsel der Nummern auf der großen Anzeige anzeigt. Holger blickt hin, mehr aus Gewohnheit und mit wenig Hoffnung und doch: Diesmal wird seine Nummer angezeigt. 39Bx², ohne ALT, ohne überschüssige Zeichen. Holger kontrolliert zur Sicherheit noch mal seinen Zettel, doch die Nummer stimmt überein. Als er auf den Tresen zugeht, überlegt er, wie lange er wohl schon hier sein mag. Er weiß es nicht. Es fühlt sich an, als wären gleichzeitig ein kurzer Augenblick und mehrere Wochen vergangen. Doch alles in allem ist er wohl gut davongekommen, wenn er an den Mann denkt, der den Warteplatz von seinem Großvater geerbt hat. Holger zeigt am Tresen seinen Zettel vor und bekommt die knappe Info:

"37,8. UG, Sachprüfungsraum IV, Raum 37,8.103"

Langsam geht Holger auf den Aufzug zu - er geht davon aus, dass er auch noch zur Toilette und etwas essen könnte und trotzdem pünktlich wäre, möchte es aber nicht darauf anlegen - und denkt noch einmal kurz an Herrn Pesto. Er hofft, dass der kleine Gauner durchkommt. Mit einem Ich aus einer anderen Dimension Kontakt aufnehmen, und dann auch noch ungenehmigt. Gewagt. Sehr gewagt. Holger betritt den Aufzug und entdeckt tatsächlich einen Knopf zwischen UG 37 und UG 38, der mit UG 37,8 beschriftet ist. Es wundert ihn nicht. Der Aufzug surrt leise nach unten. Im fünften UG steigt ein kleiner Roboter ein, der statt einem Kopf einen großen LED-Bildschirm auf den Schultern trägt. :| ist darauf zu sehen. Holger nickt im zu, auf dem LED-Bildschirm erscheint unter dem geraden Mund in einer pixeligen Schrift der Text:

"Hallo."

Holger lauscht dem Surren des Aufzugs und dem Knacken der Transistoren im Roboter, während die beiden weiter nach unten fahren. Es klingelt, als der Fahrstuhl im 37,8. Untergeschoss anhält und Holger verlässt den Fahrstuhl. Er nickt dem Roboter kurz zum Abschied zu und folgt dann dem Gang. Scheinbar kilometerlang erstreckt sich der triste Flur, Tür reiht sich an Tür, nur gelegentlich unterbrochen durch unbequeme Wartebänke. Er muss nicht lange suchen, bis er Raum 103 entdeckt und öffnet die Tür, ohne zu klopfen. Ohne Überraschung stellt Holger fest, dass der Raum deutlich größer ist, als der Flur es erahnen lassen hat: Er betritt einen großen Anhörungsraum mit einem Podium und einer kleinen Zuschauerbank, die überraschenderweise nicht leer ist. Ein paar Leute haben sich eingefunden, um der Anhörung beizuwohnen. Die Rückwand des Raums wirkt ... Holger fällt kein besseres Wort als "merkwürdig" ein. Sie ist irgendwie zwischen schwarz und einem sehr dunklen Lila und scheint zu wabern.

Hallo, grüßt Holger.

"Holger Lübben, Verwaltungsfachwirt: Hallo", erscheint in einer helltürkisen Schrift auf der wabernden Wand. Holger versteht: Ein automatisiertes Protokollsystem, das jegliche Äußerung im Raum aufzeichnet. Holger blickt auf die kleine Gruppe, die sich am Tisch auf dem Podium versammelt hat. Kleine Namensschilder zeigen an, wer dort sitzt, um seinen Fall anzuhören.

1. Vorsitz: Dr. Alwine Kranz - Leitende Direktorin für Interdimensionale Lagebereinigung und Übergangsfragen. Eine mittelalte Frau, die ihn streng, aber auch ein wenig interessiert anschaut. Ihr braunes Haar ist zu einem Dutt gebunden und um ihren Hals hängt eine Lesebrille an einer silbernen Kette.
Protokollaufsicht: Prof. Eryk Mertens - Hauptsachverständiger für Chronologische Kohärenz und Fristwahrung. Ein junger Mann mit strubbeligem, blonden Haar, der aussieht, als würde er seit mehreren Wochen in den Anhörungen sitzen. Oder als wäre er heute morgen aus dem Bett gefallen und hatte keine Zeit zum Duschen und sich frische Kleidung herauszusuchen.
Rechtliche Bewertung: Magistra Thekla Dorn - Beauftragte für Genehmigungsversäumnisse und Realitätsordnungswidrigkeiten. Eine etwa vierzig Jahre alte Frau. Alles an ihr, vom Blazer bis zum zum Zopf gebundenen Haar ruft laut Juristin.
Technische Prüfung: Dipl.-Ing. Malte Rusch - Sachgebietsleiter für Grenzflächenphysik und Eigenkontaktprotokolle. Ein junger Mann in weißem Laborkittel, der einen großen Stapel Prüfprotokolle vor sich liegen hat.
Und schließlich: Bärbel Kuhlmann. Holger ist verblüfft, dass Bärbel aus der Bürgervertretung Kleebachtal hier sitzt. Und doch macht es Sinn, sie wurde vermutlich als Ombudsperson geladen und soll Fairness gewährleisten. Holger hofft, dass Frau Kuhlmann nicht auch so lange warten musste wie er.

Holger nimmt auf einem einzelnen Stuhl vor einem kleinen Tisch statt. Frau Dr. Kranz erhebt sich, um die Sitzung zu eröffnen. Holger hört kaum hin, als sie die Anwesenden vorstellt und den Fall kurz umreißt. Er nutzt die Zeit, holt seinen Aktenordner aus der Aktentasche und beginnt, die Formulare und Dokumente, die er vorbereitet hat, säuberlich auf dem Tisch zu sortieren. Vier Stapel entstehen, unterschiedlich groß, unterschiedlich wichtig, aber jedes Blatt Papier ist am genau richtigen Platz. Frau Dr. Kranz beendet grade die Eröffnung des Verfahrens, während Holger das letzte Blatt exakt zur Tischkante ausrichtet.

"... und daraufhin wurde die gesamte Gemeinde Hausen, inklusive aller darin lebenden Personen, von der Dimension c-1708-reddit in die Dimension ß-748-lemmy verlagert. Ein Genehmigungsantrag liegt nicht vor und es gibt Indizien dafür, dass diese dimensionale Verschiebung verschleiert wurde, wie Herr Rusch uns im Laufe des Verfahrens aufzeigen wird."

Frau Dr. Kranz legt das Blatt, von dem Sie abgelesen hat, zur Seite und setzt sich. Die Protokollwand hat alles, was gesagt wurde, protokolliert und Holger überfliegt das geschriebene kurz. Kaum sitzt Frau Dr. Kranz erhebt sich Frau Dorn. Sie verliest die umfassende Version der Anklage, inklusive aller Paragraphen, sämtlicher Vorwürfe und einem genauen Ablauf des Geschehens. Da Holger die ganze Geschichte umfassend kennt, kann er sich innerlich wieder auf seine Verteidigungsstrategie konzentrieren und lauscht nur mit halbem Ohr. Kurz stutzt er, als Frau Dorn einen Verstoß gegen "Paragraph irgendwas, Abschnitt 3 IRKG" vorwirft. Er kontrolliert den Protokollbildschirm und stellt fest, dass sie tatsächlich "irgendwas" gesagt hat. Als sie die Verlesung abgeschlossen hat, lässt sie ihren Blick zu Holger wandern.

"Holger Lübben, Verwaltungsfachwirt, Gemeinde Hausen. Bitte erheben Sie sich zur Feststellung der Identitätskohärenz."

Holger erhebt sich, ohne die Worte in Frage zu stellen. Er kennt die Abläufe. Ein kleiner Apparat senkt sich von der Decke, bleibt direkt vor seinem Kopf stehen und erstellt einen Scan seiner Kopfform und seiner Iris. Auf der Protokollwand erscheint der Text "Holger Lübben, Dimension c-1708-reddit, Verwaltungsfachwirt".

"Die Identitätskohärenz des Anzuhörenden wurde festgestellt. Herr Lübben, Sie werden darauf hingewiesen, dass falsche oder unvollständige Angaben gemäß §6 InterRealG straf- oder bußgeldbewehrt sein können."
Das nehme ich zur Kenntnis.

"Wir beginnen nun mit der Befragung durch Malte Rusch."

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Holger und die Multidimensionale Verwaltung - Teil 2

Ein paar Tage lang schafft Holger es, sich die Zeit in der gigantischen Eingangshalle der Multidimensionalen Verwaltung zu vertreiben. Er beobachtet das Treiben auf den Gängen, spricht ein wenig mit den anderen Wartenden und hört sich deren Geschichten an - die meisten klingen danach, als wäre der Verwaltungsaufwand größer als nötig - und probiert die tristen Toiletten im Wartebereich aus. Außerdem untersucht er das Rohrpost-System der Verwaltung und ist begeistert. Was für eine moderne, effiziente Art der Kommunikation! Er beschließt, nach der Wahl mit dem neuen Bürgermeister zu sprechen, um für das Rathaus in Hausen auch eine Rohrpost zu bekommen. Wie sehr sich Abläufe dadurch vereinfachen lassen würden, beeindruckt ihn.

Holger beginnt, das Warten zur Kunst zu machen. Zuerst beginnt er, seine eigenen Formulare - er hat etwa 100 Seiten an Anträgen, Anhörungsbögen und Formularen vorbereitet - noch einmal sauber durchzuarbeiten. Immerhin ist er für eine Anhörung geladen, die deutlich kritischer wirkt als die Fälle der anderen Wartenden, mit denen er gesprochen hat. Dann beginnt er, die Fälle der anderen Wartenden zu prüfen. Eine halbdurchsichtige Frau weist er darauf hin, dass ihr Formular ∑∅ - Jagdgenehmigung für halbmenschliche Wölfe fehlerhaft ausgefüllt ist. Einen kleinwüchsigen Mann aus Dimension ½, der nicht Schreiben und Lesen kann, unterstützt er beim Ausfüllen seines Formulars. Er wird von einem Mann mit nur einem Auge, das mitten auf der Stirn sitzt, angesprochen. Und erklärt ihm geduldig, dass auch bei Verwendung von nicht-euklidischer Geometrie in seiner Dimension die Kreuze auf seinem Formular kreuzförmig sein müssen.

Und plötzlich, während er dort wartet und mit den anderen spricht, erblickt er ihn. Horst Degenhart, aus Reinlingen. Holger schaut verblüfft. Schon wieder ein Dimensionsfall in Reinlingen? Er geht auf Horst zu.

Herr Degenhart. Guten ... Hallo!
Auch Herr Degenhart blickt verblüfft. "Herr Lübben! Hallo."
Herr Degenhart wirkt erschöpft und kraftlos, als wäre er schon ewig hier. Haben Sie erneut einen Dimensionsvorfall? Hat der Gartenzaun Ihnen nicht gereicht?
"Wie bitte? Aber nein! Ich bin wegen dem Gartenzaun hier."
Wäh?

Und während er "Wäh" sagt, wird es Holger klar. Die Uhr über dem Wartebereich zeigt XX:XX Uhr am XX.XX.XXXX. Sie hat sich in den letzten Tagen nicht bewegt, kein einziges Mal. Holger wird klar: Wenn hier immer der selbe Moment ist, dann kommen alle anderen Momente hierher. Vergangenheit, Zukunft, Gegenwart.

Ein Antrag von gestern.
Einer von in zehn Jahren.
Ein Antrag, der noch gar nicht gestellt wurde.

Alles liegt hier. Alles wird jetzt bearbeitet. Keine Reihenfolge, kein System, kein vorher und kein nachher. Holgers Magen zieht sich zusammen. Wie eine Eingangs-Ablage, die sich nie leert, und in der die Akten nicht übereinander liegen, sondern ineinander. Das ist keine Verwaltung. Das ist Stau. Sein Kopf beginnt, unangenehm zu vibrieren.

Doch Holger nickt nur. Ich verstehe. Beunruhigend.
"Aber ja. Sehr beunruhigend. Denken Sie nicht zu genau darüber nach."
Holger nickt. Wie lange warten Sie bereits?
Horst überlegt ein wenig. "Ich ... weiß es nicht?"
Verstehe.
"Und was treibt Sie hierher, Herr Lübben? In Hausen wird doch eigentlich immer sehr sauber gearbeitet."

Holger überlegt, ob er Horst seinen Fall anvertrauen möchte. Der Fall in Hausen wirkt, im Gegensatz zu den meisten Anliegen, von denen er bisher gehört hat, wirklich dramatisch. Holger HAT einen Fehler gemacht, er HAT etwas übersehen und es gefällt ihm nicht. Doch er kennt Herr Degenhart schon sehr lange, hat schon einige Fälle mit ihm besprochen und immer gut mit ihm zusammengearbeitet, wenn die Bundesstraße fürs Boßeln gesperrt werden musste oder der Kita-Bedarf für Hausen geplant wurde. Er blickt sich um, dann greift er nach Horsts Arm und zieht ihn in eine Ecke. Zwischen einem Rohrpost-Rohr und einem Tisch, auf dem Flyer und Formulare ausgelegt sind, kann niemand sie belauschen.

Holger überlegt kurz, wie er anfangen soll, dann legt er seinen Aktenordner auf den Tisch und öffnet ihn. Er überblättert das Inhaltsverzeichnis. Direkt danach ist die Ladung eingeheftet. Holger holt sie aus dem Ordner und beginnt, vorzulesen.

Ladung durch die Zentralstelle zur Aufsicht, Genehmigung und Legitimierung realitätsübergreifender Vorgänge im öffentlichen und privaten Raum

Anhörung im Verfahren wegen einer nicht angezeigten Lageverschiebung der Gemeinde Hausen im interrealen Kontinuum gemäß § 17 IRKG

Horst wird blass. "Was haben Sie getan?"
Wir MUSSTEN, Herr Degenhart! Wir hatten keine Wahl!
"Die gesamte Gemeinde?"
Holger nickt lediglich.
"Wie ... wie lange ist es her?"
Vier Monate.
"Erstaunlich. Die Zentralstelle hat lange gebraucht, um es zu bemerken."
Wir haben uns abgesichert. Oder es versucht.
"Das wird es nicht besser machen."
Ja.
"Ja."

Holger schweigt.

"Herr Lübben, ich sage es ungerne. Das war fahrlässig. Und nicht Ihr Stil. Sie werden Schwierigkeiten bekommen. Große Schwierigkeiten." Horst schüttelt entsetzt den Kopf. "Eine ganze Gemeinde - in eine andere Dimension? Und es vertuscht? Das wird eine Anklage nach sich ziehen."
Holger nickt.
"Ich hoffe, dass Sie einen Plan haben?"
Ja. Den habe ich.
"Natürlich haben Sie einen Plan. Wie immer. Herr Lübben... viel Glück."

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Holger und die Multidimensionale Verwaltung - Teil 1

Holger betritt die Eingangshalle des großen, grauen, brutalistischen Gebäudes. Es ist weder schmuck, noch modern und erst recht nicht einladend. Linoleum in Fliesenoptik bedeckt den Boden, die Wände sind trist in eierschale gestrichen und Grau in verschiedenen Tönen ist die vorherrschende Farbe. Ungemütliche Wartebänke mit Sitzflächen aus Metallgitter stehen an den Wänden und eine große Anzeige über dem Empfang zeigt eine Reihe von Nummern, die grade aufgerufen werden. Holger stockt kurz, als er bemerkt, dass die Anzeige "Jetzt aufgerufen: 12A/∞" anzeigt.

Holger schaut sich neugierig um. Er ist das erste mal in die Multidimensionale Verwaltung geladen worden. Er hat von diesem Ort gehört, mehr Flüstereien und Gerüchte. Horst Degenhart aus Reinlingen war einmal hier, damals, als der Gartenzaun auf Parzelle 7B etwas zu weit in das benachbarte Universum gebaut worden war. Sie hatten sich kurz auf dem Kleebachtaler Städtetag darüber unterhalten. Herr Degenhart, sowieso schon wortkarg, berichtete nicht viel von seiner Zeit in der Multidimensionalen Verwaltung. Aber die wenigen Worte, die er darüber verlor, ließen die Verwaltung nach einem trockenen Ort klingen.

Faxgeräte klingeln und drucken Blätter und hin und wieder ist das Zischen der Rohrpost zu hören.

Holger betrachtet die lange Schlange, die sich vor dem Empfangsschalter gebildet hatte. Da sich in dem Aktenordner, den er in der Hand hält, eine terminierte Ladung befindet, geht er davon aus, dass die Schlange nicht für ihn gilt. Er geht an den Wartenden vorbei, was wütende Blicke und entsetzte Räusperer produziert. Er tritt an den Schalter und legt die Ladung auf den Tresen. Einer der Beamten hält kurz beim Stempeln inne und blickt ihn an.

"Ja bitte?"
Ich habe einen Termin. Heute, um XX:XX Uhr.
"Bitte hinten anstellen."
Aber ich habe einen Termin.
"Bitte hinten anstellen."
Holger betrachtet die lange Schlange: Dann werde ich meinen Termin verpassen.
"Wann ist Ihr Termin?"
Am XX.XX.XXXX um XX:XX Uhr.
"Bitte hinten anstellen."
Aber...
"Sind Sie zum ersten Mal hier?" Ja. Der Beamte räuspert sich, dann zeigt er auf die große Uhr über der Eingangstür. Sie bewegt sich nicht. Die Multidimensionale Verwaltung ist in einem zeitleeren Raum gebaut worden. Hier ist immer der XX.XX.XXXX und es ist immer XX:XX Uhr. Nur so können wir garantieren, dass jeder, unabhängig von der Beschaffenheit seiner Dimension, pünktlich zu seinem Termin kommen kann. All diese Leute hier haben einen Termin am XX.XX.XXXX um XX:XX Uhr. Bitte hinten anstellen."

Holger betrachtet die Schlange. Etwa hundert Menschen stehen dort, alle halten einen Zettel in der Hand. Manche haben ihn gefaltet oder geknüddelt, doch auf manchen sieht Holger deutlich, dass es sich um eine terminierte Ladung handelt. Er seufzt und begibt sich zu den Automaten, die neben der Tür stehen, um eine Nummer zu ziehen. Ratternd spuckt der Automat einen kleinen Zettel aus, 39Bx² steht darauf. Holger lässt sein Blick zur Anzeigetafel wandern, dort steht als letzte Nummer mittlerweile 12B\∞. Er seufzt.*

Holger wandert ein wenig durch die Eingangshalle, blättert ein wenig in den ausliegenden Flyern ("Die Nachbardimension erobern - mit Antrag und Genehmigung"), steckt sich dann einen davon ein ("Anpassung der Himmelsfarbe in ihrer Realität - Antrag 18Ψ einfach erklärt") und stellt sich dann an der Schlange an. Er blättert noch mal durch seinen Ordner und überprüft, ob alle Formulare ordentlich ausgefüllt sind. Er bemerkt, dass auf einem der Formulare ein Stempel aufgetaucht ist: [EINGEGANGEN VOR ANHÖRUNGSTERMIN]. Plötzlich springt die Anzeige über dem Empfang auf, eine Nummer wird aufgerufen. Niemand bewegt sich. Die Nummer wird erneut aufgerufen. Als sich wieder niemand bewegt, nickt der Rufer hinter dem Tresen zufrieden und stempelt etwas ab.

Holger schaut verwirrt. Wäh?
Der Wartende vor ihm dreht sich um. "Wie bitte?"
Entschuldigen Sie. Ich bin... äußerst durcheinander.
"Sind Sie zum ersten Mal hier?"
Ja, durchaus. Und Sie?
"Oh nein...". Der Mann macht eine lange Pause. "Ich habe den Platz in der Schlange von meinem Vater geerbt. Er ist hier verstorben."
Wie bitte?
"Und er hatte den Platz von seinem Vater - meinem Opa - erhalten."
Oh.
"Aber ja. Kein ungewöhnlicher Vorgang. Es gibt sogar ein Formular dafür."
Selbstverständlich. Aber... dann geht es sicher um etwas sehr wichtiges, wenn Sie bereits so lange warten.
"Aber ja. Mein Großvater hat eine Birke gefällt und sie ist durch ein Dimensionsriss in die Dimension X₀-3b gefallen."
Meine Güte! Wurde dort jemand verletzt?
"Aber nein! Nichtsdestotrotz handelte es sich um eine nicht legitimierte Dimensionsreise. Ich habe eine Anhörung, um die Fällung nachträglich genehmigen zu lassen. Nur so kann der Fall als Dimensionsunfall und nicht als Dimensionsreise betrachtet werden."
Oh.
Der Mann lächelt. "Und was treibt Sie hierher?"
Holger überlegt. Und beschließt dann, das ganze erst mal für sich zu behalten. Ach, der ganze normale Multiversums-Klüngel. Nichts ungewöhnliches.

In dem Moment springt die Warteanzeige um und ein Gong ertönt. Sie zeigt nun Jetzt aufgerufen: 38Bx²-ALT.*

Niemand reagiert.

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Das große Boßeln

Holger betrachtet die Teams, die sich an der Startlinie am Dorfeingang Richtung Dübelfingen versammelt hat, eine bunt durcheinandergewürfelte Menge, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnte. Die meisten Teams haben einen Bollerwagen dabei, einige bereits ein Erfrischungsgetränk in der Hand.

Für jedes Team liegt auf einem Tisch am Rand ein Boßel-Kloot bereit, sie wurden schon gewogen und abgenommen. Holger tritt an den Tisch.

Guten Morgen, liebe Mitboßelerinnen und -boßeler,

ich begrüße euch herzlich zum diesjährigen Boßeln der Gemeinde Hausen. Die Regeln sind hoffentlich ausreichend bekannt, lagen sie doch die letzten drei Wochen zur Einsicht im Rathaus aus. Sollten dennoch noch Fragen offen sein, wendet euch gerne jederzeit an die Spielleitung.

Nochmals zur Erinnerung: Wir werfen über die Strecke bis zum Ortsausgang Richtung Rheinfelsbach, dort weiter bis zum Parkplatz Herrenblick. Dorf ist ein Verpflegungsstand aufgebaut - vielen Dank an Herr Schorch Junior - und die Kehre, ab dort werfen wir zurück Richtung Startlinie.

Das Team mit den wenigsten Würfen gewinnt.

Und damit bleibt mir nichts weiter zu sagen als: Lüüch up un Schööt!

Holger wirft den ersten Kloot.

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Ein Fax erreicht alle Hausener Haushalte

Aufgrund akuter Überlastung bezüglich der Bürgermeister-Situation:

lade ich heute alle willigen Mitspieler ein zum offenen Doppelkopf in die ehemalige Kellerkneipe.

Wir spielen nach folgenden Regeln:

  • ohne Neunen
  • mit Bockrunden
  • ein Pflichtsolo pro Spieler
  • gegen die Alten
  • keine Dullen fangen
  • Karlchen Müller, Karlchen Müller fangen
  • Schweinchen

Kartenspiele sind ausreichend vorhanden. Da die Kellerkneipe zurzeit ohne Pächter ist, bitte ich, Getränke mitzubringen.

  • Beginn: Ab jetzt.

*Postscriptum: Denkt ans boßeln morgen.

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Wir boßeln wieder.

Sehr geehrte Gemeinde Hausen, sehr geehrte Nachbarinnen und Nachbarn,

nachdem es letztes Jahr leider aus organisatorischen Gründen ausfallen musste, lädt die Gemeinde Hausen dieses Jahr endlich wieder zum alljährlich stattfindenden Boßeln statt.

Wie jährlich wird am ersten Sonntag des Februars, dieses Jahr am 01.02.2026, geboßelt.
Es wird in Viererteams angetreten - Anmeldung bitte bis zum 31.01.2026 per Fax an die Gemeinde Hausen.

Geboßelt wird die folgende Strecke:

  • Start am Ortsausgang Richtung Dübelfingen
  • Über die Hauptstraße, am Ortsausgang Rheinfelsbach vorbei
  • Über die Landstraße, bis zum Wanderparkplatz Herrenblick
  • Dort Verpflegung und Umkehr
  • Zurück bis zum Startpunkt

Die Straße wird für dieses Ereignis wie jedes Jahr gesperrt sein.

Es ist ein 12kg-Holz zu verwenden. Wir boßeln nach den offiziellen Turnierregeln der deutschen Meisterschaft, diese liegen im Rathaus zur Einsicht aus.

Für Verpflegung und Bier wird gesorgt sein.

Mit freundlichen Grüßen,
Holger Lübben
Verwaltungsfachwirt

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Ein Einschreiben ans Rathaus

Ein Einschreiben wir im Rathaus bei Holger abgegeben, adressiert an Dorothea Sonnentau, Benni Kloppt und Niko Schulter-Darum (sic).

Holger ist schon den ganzen Morgen mit den Nachbeben der Jugendclub-Schließung beschäftigt, er füllt Formulare aus, bearbeitet im Namen von Herr Schulte-Daldrup Anfragen vom Jugendamt, blockt Presseanfragen ab und schreibt Faxe. Er hat eigentlich keine Zeit, Einschreiben zu verteilen, doch da die Poststelle scheinbar heute im HomeOffice ist eilt er durchs Gebäude, auf der Suche nach einem der Empfänger.

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Der Adventskalender am Rathaus: Eine Rückschau

/undorf

Dieser Thread ist lang geworden. Sehr lang, und zwar auf eine gute Art. Durch eine Verkettung glücklicher Ereignisse hat der legendäre Taiquann davon Wind bekommen und ihn für uns vertont. Und zwar viel, viel besser, als ich es mir vorher vorgestellt habe. Wer diesen Thread lieber beim Aufräumen, auf dem Weg zur Arbeit oder im Homeoffice hören möchte, möge hier klicken: https://soundgasm.net/u/Taiquann/Unser-Dorf-Rckblick-2025-Vertonung

Lieber Taiquann, auch an dieser Stelle noch mal herzlichen Dank für den Aufwand, den du dir damit gemacht hast. Es ist großartig geworden.

Dorf/

Vor dem Rathaus ist eine kleine Bühne aufgebaut worden und ausreichend Stühle - die offiziellen, mit Stuhlhussen - sind für die Bürgerinnen und Bürger aufgestellt worden. Heizpilze verbreiten eine angenehme Wärme und an einem kleinen Stand verteilen Mitarbeitende der Stadtverwaltung Punsch und kleine Teller mit Gebäck. In der Mitte steht ein Overhead-Projektor, der eine große 17. an die Fassade des Rathauses projiziert.
Holger steht auf der Bühne, neben ihm der neue Bürgermeister Herr Schulte-Daldrup, noch mit Krücken, Herr Kunze, sowie zahlreiche andere Bereichsleitende der Gemeindeverwaltung. Lediglich Herr Leh als Leiter der IT ist nicht anwesend - Holger vermutet, dass er heute bewusst und absichtlich Home Office eingetragen hat, um dem sozialen Miteinander zu entgehen. Holger räuspert sich leise, dann nimmt er seine Karteikarten und tritt an das Mikrophon.

Guten Morgen, liebe Bürgerinnen und Bürger,
hallo, liebe Nachbarinnen und Nachbarn.
Eine gute Verwaltung zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht auffällt, dass man sie nicht bemerkt. In dem Moment, wo Sie auf die Verwaltung zugehen müssen, um sie an ihre Pflichten zu erinnern, ist es eine schlechte Verwaltung. Daher mag es aus Ihrer Sicht vielleicht so aussehen, als würde die Gemeindeverwaltung von Hausen wenig oder gar nichts tun - doch das Gegenteil ist der Fall.
Daher möchten wir, gemeinsam mit Ihnen, eine Rückschau auf das Jahr halten. Aufzeigen, was wir im Rathaus unternommen haben, um Ihnen das Lebens so angenehm wie möglich zu machen. Holger gibt Herr Kunze einen kurzen Wink, der die Folie auf dem Overhead-Projektor wechselt, nun steht "Januar" auf der Fassade. Holger nimmt die erste von vielen Karteikarten, die vor ihm liegen, zur Hand und schaut zum Publikum.\

Januar
Der Januar begann für die Gemeinde Hausen mit umfangreichen Aufräum- und Koordinationsarbeiten im Nachgang der Aktion "Iglustadt", die von Jugendlichen und Junggebliebenen über den Jahreswechsel hinweg organisiert worden war. Der Bauhof stellte die betroffenen Flächen wieder ordnungsgemäß her und sorgte für die Beseitigung der verbliebenen Aufbauten. Zeitgleich trafen auf Einladung von Hebamme Frau Milla insgesamt 24 Junggesellen in Hausen ein, was die Gemeindeverwaltung in Fragen der Anmeldung, Unterbringung und fortlaufenden Abstimmung wiederholt beschäftigte. Mit der Eröffnung des neuen Dorfcafés von Frau Lorbeer-Stieglmeier begleitete die Gemeinde erfolgreich ein weiteres gastronomisches Vorhaben und stärkte damit den Ortskern.
Der Monat war darüber hinaus von mehreren außergewöhnlichen und teils belastenden Ereignissen geprägt, die eine enge Zusammenarbeit mit Polizei, Jugendamt und weiteren Stellen erforderlich machten. Der Todesfall von Herrn Gerd, der in der Gemeinde durch seine verschwörungsideologischen Erzählungen bekannt war, erforderte ordnungs- und melderechtliche Maßnahmen. Verwaltungsseitig begleitet wurde zudem die Aufarbeitung eines Falls von Kindergeldbetrug, in dessen Zuge das tatsächliche Alter von Ida festgestellt wurde. Besonders erschütternd war der Mord an Petra, der Hausen nachhaltig bewegte und bei dem die Gemeinde unterstützend in der Koordination mit den Ermittlungsbehörden tätig war.
Zusätzlichen organisatorischen Aufwand verursachte der Versuch des Historikers Herr Zühlke, eine symbolische Mauer zwischen Hausen und Dübelfingen zu errichten, der sowohl Befürworter als auch Gegner mobilisierte. Die daraus resultierenden Kundgebungen wurden durch die Gemeinde mit Straßensperrungen, Verkehrslenkung und Sicherheitskonzepten begleitet. Den Abschluss des Monats bildete eine groß angelegte Demonstration gegen rechte Parteien im Kleebachtal, deren zunehmende Präsenz auch in Hausen spürbar war. Die Gemeinde stellte hierbei erneut einen geordneten Ablauf, den Schutz der Versammlungsteilnehmenden sowie die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens sicher.

Februar
Der Februar stellte die Gemeinde Hausen vor eine Vielzahl organisatorischer und ordnungsrechtlicher Aufgaben. Mit der Eröffnung eines Gay Clubs durch den Anwalt Herr Heinrich und seine Schwester waren umfangreiche Abstimmungen zu Nutzungsänderung, Lärmschutz und Sicherheitsauflagen verbunden, die von der Gemeindeverwaltung eng begleitet wurden. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Begleitung des groß angelegten Paintball-Turniers, von den Herren Schorch und Grabowski organisiert, das ursprünglich ausschließlich im Waldgebiet stattfinden sollte, kurzfristig jedoch auch auf Dorfgebiet ausgeweitet wurde. Die Gemeinde koordinierte hierfür Genehmigungen, Verkehrsmaßnahmen und Sicherheitskonzepte, insbesondere vor dem Hintergrund des von Wellensteyn ausgelobten, später strittigen Preisgeldes in Höhe von 200.000 Euro.
Nachdem das zugesagte Preisgeld nicht ausgezahlt worden war, kam es zu einem erheblichen Vorfall auf dem Anwesen von Herrn von Wellensteyn, bei dem Sachschäden entstanden. Die Gemeinde arbeitete hierbei eng mit Polizei und Ordnungsbehörden zusammen, erschwerte die Aufklärung und unterstützte die Sicherung des betroffenen Geländes. Parallel dazu begleitete die Verwaltung die Gründung einer neuen Wohngemeinschaft in der Sudetenstraße durch melderechtliche Prüfungen und organisatorische Unterstützung. Politisch bedeutsam war der Amtsantritt von Herr Felix als Bürgermeister, der nach ordnungsgemäßer Vorbereitung und formaler Übergabe vollzogen wurde. Zudem unterstützte die Gemeinde im Rahmen ihrer Zuständigkeiten das Adoptionsverfahren von Ida durch Herrn Grabowski und stellte einen geordneten Ablauf der erforderlichen Verwaltungsprozesse sicher.

März
Der März war für die Gemeinde Hausen von einer ungewöhnlich hohen Dichte an Veranstaltungen und besonderen Vorkommnissen geprägt. Mit dem traditionellen Karsching-Fest stand zunächst ein Großereignis an, das umfangreiche Vorbereitungen durch die Gemeindeverwaltung erforderte, insbesondere in den Bereichen Verkehrslenkung, Straßensperrungen, Sicherheitskonzepte sowie die Koordination von Vereinen, Rettungsdiensten und Polizei. Parallel dazu begleitete die Gemeinde die Vermietung von Mannis Grilleck durch Frau Wolfeisen an Herrn Schorch und stellte die Einhaltung der gewerberechtlichen und ordnungsrechtlichen Vorgaben sicher.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erforderte das Auftreten von Fräulein Heimlich, die in regelmäßig erscheinenden Druckerzeugnissen Gerüchte über das Dorfgeschehen verbreitete. Die Gemeinde sah sich hierbei vermehrt mit Rückfragen aus der Bürgerschaft konfrontiert und übernahm eine vermittelnde und ordnende Rolle. Ein außergewöhnlicher Besucherstrom entstand, nachdem an der Statue der Margarethe Ehrenstein, der Gründerin des ehemaligen Klosters von Hausen, ein ungewöhnliches Phänomen auftrat. Die Gemeinde reagierte mit Maßnahmen zur Besucherlenkung, sicherte den Bereich um die Krypta und stimmte sich eng mit kirchlichen, ordnungsrechtlichen und sicherheitsrelevanten Stellen ab.
Darüber hinaus begleitete die Verwaltung mehrere bauliche und gastronomische Maßnahmen, darunter die Renovierung der Metzgerei von Herrn Claassen sowie die Organisation eines Entenessens auf dem Dorfplatz durch Herrn Schorch, das Genehmigungen, Absperrungen und Hygienekontrollen erforderte. Einen weiteren Höhepunkt bildete die von Herrn Stieglmeier organisierte Kleebachtal-Rallye, ein Motorsportereignis auf öffentlichen Straßen, das eine besonders intensive Vorbereitung durch die Gemeinde notwendig machte. Zum Monatsende unterstützte die Verwaltung zudem das Adoptionsverfahren von Luis durch Frau und Frau Lorbeer-Stieglemeier und stellte die ordnungsgemäße Durchführung aller beteiligten Verwaltungsprozesse sicher.

April
Der April war für die Gemeinde Hausen von zahlreichen Entscheidungen, Abstimmungen und ordnungsrechtlichen Maßnahmen geprägt. Mit der Eröffnung des neuen Imbisses von Herrn Schorch begleitete die Gemeindeverwaltung erneut ein gastronomisches Vorhaben und stellte die Einhaltung der notwendigen Genehmigungen sicher. Gleichzeitig nahm der Hausener Landbote seinen Betrieb wieder auf, was melderechtliche und pressebezogene Abstimmungen erforderte. Im politischen Bereich beanspruchte der Bürgermeisterwahlkampf erhebliche Ressourcen der Gemeinde, da dieser durch mehrere formale Auffälligkeiten und Beschwerden seitens der beteiligten Kandidaten begleitet wurde. Nach ordnungsgemäßer Durchführung der Wahl trat schließlich Herr Kunze das Bürgermeisteramt an.
Auch im sozialen und privaten Bereich war die Gemeinde mehrfach eingebunden. Hebamme Milla übergab in der Wohngemeinschaft in der Sudetenstraße ein weiteres Neugeborenes, was verwaltungsseitige Abstimmungen mit Jugend- und Sozialdiensten notwendig machte. Die Eheschließung von Herrn Stieglmeier und Frau Lorbeer wurde standesamtlich vorbereitet und begleitet. Zudem entschied die Gemeinde, eine Hausbesetzung durch eine Gruppe von Punkern in einem leerstehenden Gebäude unter klar definierten Auflagen zu dulden, um eine Eskalation zu vermeiden und die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf direkter Bürgerbeteiligung: In zwei Volksabstimmungen wurde über den Verbleib eines Blitzers an der Hauptstraße sowie über die zukünftige Bewirtschaftung des Friedhofs entschieden. Trotz des Diebstahls des Blitzgeräts während der laufenden Abstimmung stellte die Gemeinde einen rechtssicheren Ablauf sicher; die Ergebnisse wurden umgesetzt. Den Abschluss des Monats bildete das Aufstellen des Maibaums, dessen Sicherung und Betreuung durch die Gemeinde organisiert wurde. In der Nacht zum 1. Mai kam es zu einer unerwünschten Beklebung aus Dübelfingen, deren Beseitigung ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde fiel.

Mai
Der Mai stellte die Gemeinde Hausen vor eine außergewöhnlich hohe Zahl gleichzeitiger Herausforderungen. Nachdem bekannt geworden war, dass die aus Dübelfingen stammende Frau Zimmermann unrechtmäßig im Besitz zahlreicher Schlüssel war - darunter auch eines Schlüssels für das Rathaus -, koordinierte die Gemeinde die vollständige Rückgabe, überprüfte betroffene Schließbereiche und stellte die Sicherheit der öffentlichen Gebäude wieder her. Parallel dazu beschäftigte die Verwaltung der Zuzug des obdachlosen Pesto, der sich zeitweise als Herr von Wellensteyn ausgab, insbesondere im Hinblick auf ordnungs- und sozialrechtliche Fragestellungen.
Einen erheblichen Einsatz erforderte ein schwerwiegender Vorfall, bei dem Frau Heinrich in der Absicht, Frau McKäsi zu schädigen, drei Minderjährige - Luis, Ina und Ella - vergiftete. Die Gemeinde arbeitete hierbei eng mit Polizei, Rettungsdiensten, Jugendamt und medizinischen Einrichtungen zusammen, sorgte für die Betreuung der Betroffenen und unterstützte die Aufarbeitung des Geschehens. Zusätzlich kam es infolge eines schweren Sturms zu erheblichen Verwüstungen im Gemeindegebiet, deren Beseitigung durch Bauhof, Feuerwehr und externe Kräfte koordiniert wurde.
Die angespannte Personalsituation an der Grundschule erforderte kurzfristige und teils unkonventionelle Lösungen, bei denen zahlreiche Privatpersonen zeitweise in den Schulbetrieb eingebunden wurden. Auch der Einsatz der von Hebamme Milla entwickelten Babyroboter beschäftigte die Gemeinde über einen längeren Zeitraum organisatorisch und aufsichtsrechtlich. Vor diesem Hintergrund kam es zu einem Schulstreik, der durch die Gemeinde begleitet und moderiert wurde. Als strukturelle Reaktion auf die Vielzahl paralleler Lagen wurde die Präventive Institution für Monitoring, Management und Einsatz-Leitung (PIMMEL) gegründet.
Darüber hinaus setzte die Gemeinde gemeinsam mit der Drogenbeauftragten Frau Schnaps-Drossel und dem Sozialarbeiter Herrn Kloppt ein präventives Entzugs- und Unterstützungsangebot für suchtgefährdete Bürgerinnen und Bürger um. Identitätsstiftend für das Dorf war die Wahl des neuen Slogans "Wohnen Sie noch - oder HAUSEN Sie schon". Den Abschluss des Monats bildete die traditionelle Kirmes anlässlich des Geburtstags der Gemeinde Hausen, die erneut umfangreiche Sicherheits-, Ordnungs- und Einsatzplanungen erforderte und bei der es auch zu polizeilichen Maßnahmen, unter anderem gegen Herrn Langmann, kam.

Juni
Der Juni verlief insgesamt ruhiger als die vorangegangenen Monate, was sich unter anderem durch die beginnende Urlaubszeit und die Abwesenheit vieler Bürgerinnen und Bürger zeigte, von denen mehrere gemeinsam ein Festival besuchten. Dennoch war die Gemeindeverwaltung auch in diesem Monat mit bedeutsamen formalen und organisatorischen Aufgaben befasst. Politisch besonders hervorzuheben war der Amtsantritt von Pesto als Bürgermeister, den die Gemeinde ordnungsgemäß vorbereitete und begleitete, um die Handlungsfähigkeit der Verwaltung sicherzustellen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Unterstützung von Kalle, der erneut zum militärischen Dienst einberufen werden sollte. Durch das koordinierte Engagement zahlreicher Bürgerinnen und Bürger sowie durch vermittelnde und formale Schritte der Gemeinde konnte die Einberufung letztlich abgewendet werden. Darüber hinaus reagierte die Gemeinde gemeinsam mit Schule, Eltern und Gesundheitsstellen auf einen Läuseausbruch im Dorf, der durch frühzeitige Information, abgestimmte Maßnahmen und gemeinschaftliches Handeln erfolgreich unter Kontrolle gebracht wurde. Auch naturbezogene Besonderheiten beschäftigten die Verwaltung: Im Waldsee tauchte ein außergewöhnlich großer Wels auf, der den Namen "Waller" erhielt und sowohl mediale Aufmerksamkeit als auch Rückfragen aus der Bevölkerung nach sich zog. Ergänzend dazu sorgte ein besonders ungewöhnlicher Verkehrsverstoß für öffentliche Aufmerksamkeit, als ein Blitzerfoto einen Jungen in einem Einkaufswagen zeigte. Die Gemeinde nutzte diesen Vorfall, um erneut auf die Bedeutung von Verkehrssicherheit hinzuweisen. Insgesamt konnte der Monat ohne größere Störungen abgeschlossen werden.

Juli
Der Juli war geprägt von Infrastrukturmaßnahmen, Veranstaltungen und koordinativen Einsätzen der Gemeindeverwaltung. Nachdem die alte Dorfkarte durch einen Waschbären und ein Schwein beschädigt worden war, nahm die Gemeinde eine neue, vollautomatische Dorfkarte in Betrieb und stellte damit eine verlässliche Orientierung für Bürgerinnen, Bürger und Besucher sicher. Durch die Aktivitäten der Vereinigung "Hausen ohne Hupen" kam es wiederholt zu Behinderungen im Straßenverkehr, die durch die Ordnungsbehörde überwacht und durch Verkehrslenkung sowie Absperrungen abgefedert wurden.
Ein bedeutender Meilenstein für die Anbindung des Dorfes war die Wiederinbetriebnahme der Bahnverbindung in die Stadt durch den Bahnverband Kleebachtal, wodurch Hausen erneut an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen wurde. Zusätzlich eröffnete die Gemeinde einen öffentlichen LKW-Parkplatz, der die Verkehrssituation im Dorf erheblich entlastete. Besondere Aufmerksamkeit erforderte der Besuch einer Gruppe Angler, die den Wels "Waller" im Waldsee fangen wollten; die Gemeinde koordinierte hier ordnungs- und naturschutzrechtliche Maßnahmen, um Konflikte zu vermeiden. Ein Highlight für Kinder und Familien war das von der Gemeinde organisierte Kinderfest, bei dem unter anderem die Rutsche den Kirchturm hinab eröffnet wurde.
Abschließend war die Verwaltung international gefordert, als Tyler und Luis von Schweizer Behörden festgehalten wurden. Durch den gezielten Einsatz von Sozialarbeiter Herrn Kloppt konnte die Situation diplomatisch und unkompliziert gelöst werden. Auch in diesem Monat zeigte sich erneut die Bedeutung einer gut organisierten, flexiblen Gemeindeverwaltung, die sowohl Routineaufgaben als auch unvorhergesehene Ereignisse professionell handhabte.

August
Der August stellte die Gemeinde Hausen vor mehrere anspruchsvolle Lagen, die ein koordiniertes Handeln erforderten. Nach einem heftigen Sommergewitter kam es zu Hochwasser im Bereich des Kleebachs, woraufhin die Gemeinde umgehend Sicherungsmaßnahmen einleitete und gemeinsam mit Bauhof, Feuerwehr und freiwilligen Helferinnen und Helfern die Aufräumarbeiten erfolgreich koordinierte.
Parallel dazu organisierte die Verwaltung die Bürgermeisterwahl und unterstützte auf ausdrücklichen Wunsch der Kinder die Wahl zum Kinder-Bürgermeister, wodurch frühzeitig demokratische Beteiligung gefördert wurde. Im Rahmen des Wahlkampfes kam es zudem zu einem polizeilich relevanten Vorfall, als Frau McKäsi wegen eines Graffitis an einem Zug der Kleebachtal-Bahn verhaftet wurde; die Gemeinde arbeitete hierbei eng mit den zuständigen Behörden zusammen. Nach ordnungsgemäßer Durchführung der Wahl trat Herr Huber das Bürgermeisteramt an. Gegen Ende des Monats erforderte ein besonderer Fund auf dem Dorfplatz schnelles und umsichtiges Handeln: Bei Bauarbeiten wurde eine Weltkriegsbombe entdeckt. Die Gemeinde organisierte vorsorglich eine großflächige Evakuierung, koordinierte Einsatzkräfte und unterstützte die Entschärfung. Dank der sorgfältigen Planung und Zusammenarbeit konnte die Bombe ohne Zwischenfälle entschärft werden.
Der August zeigte erneut, wie die Gemeinde Hausen selbst in unvorhergesehenen Lagen Handlungsfähigkeit, Organisationstalent und den Schutz der Bevölkerung sicherstellt.

September
Der September war für die Gemeinde Hausen stark durch organisatorische und technische Herausforderungen geprägt. Neben kulturellen und wirtschaftlichen Ereignissen, wie einem Punkkonzert auf dem Anwesen von Herrn von Wellensteyn und der Eröffnung von Frau Nymchens Gärtnerei, stand die Verwaltung vor einem besonders aufwändigen Projekt: dem Wechsel der Software für den Dorfchat. Dieser Prozess beanspruchte deutlich mehr Zeit, Personal und Ressourcen als ursprünglich angenommen und erforderte eine enge Abstimmung aller beteiligten Stellen. Parallel dazu fanden mehrere Demonstrationen gegen den bisherigen Anbieter statt, die die Gemeinde ordnungsgemäß begleitete, um einen geordneten Ablauf und die Sicherheit der Teilnehmenden zu gewährleisten.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Jugendarbeit: Sozialarbeiter Herr Kloppt organisierte ein betreutes Camp am Kleebach, für das die Gemeinde Genehmigungen, Sicherheitskonzepte und logistische Unterstützung bereitstellte. Trotz der parallelen Belastungen durch Proteste und technische Umstellungen konnte die neue Dorfchat-Software am 27. September erfolgreich in Betrieb genommen werden, wodurch die digitale Kommunikation innerhalb der Gemeinde langfristig verbessert wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt verzeichnete der Dorfchat bereits rund 3.400 Beiträge und 93.200 Kommentare, was die hohe Nutzung und Bedeutung dieses Instruments unter den Bürgerinnen und Bürgern deutlich machte.
Der September zeigte erneut, wie die Gemeinde Hausen sowohl kulturelle, soziale als auch technische Aufgaben gleichzeitig bewältigt und dabei die Sicherheit, Ordnung und Beteiligung der Bevölkerung gewährleistet.

Oktober
Der Oktober war für die Gemeinde Hausen geprägt von einer Vielzahl organisatorischer, kultureller und sozialer Aufgaben. Mit der Eröffnung von Frau McKäsis Bekleidungsgeschäft "Stoffwechsel" begleitete die Verwaltung die notwendigen gewerberechtlichen Verfahren. Gleichzeitig musste die Bäckerei "Kastenbrot" von Herrn Karsten kurzfristig wieder schließen, da der erforderliche Meisterbrief fehlte, was die Verwaltung in Fragen der Aufsicht und Genehmigung beschäftigte.
Ein besonders dringender Einsatz erforderte das vorübergehende Verschwinden der Minderjährigen Luis und Ella. Durch eine koordinierte Suchaktion unter Beteiligung von Polizei, Feuerwehr und der Gemeindeverwaltung konnten die Kinder wohlbehalten wieder aufgefunden werden. Für sein langjähriges und außergewöhnliches Engagement wurde Sozialarbeiter Herr Kloppt mit dem "Bürgermeister-Huber-Verdienstorden für außerordentliches Engagement" ausgezeichnet, deren Verleihung die Gemeinde offiziell organisierte.
Im Bildungs- und Betreuungsbereich wurde Frau Sonnentau als pädagogische Fachkraft eingestellt, wodurch die Betreuungskapazitäten gestärkt wurden. Politisch stand der Monat im Zeichen des Bürgermeisterwechsels: Frau Lorbeer-Stieglmeier wurde zur Bürgermeisterin gewählt, wobei die Gemeinde die ordnungsgemäße Durchführung der Wahl begleitete.
Darüber hinaus unterstützte die Verwaltung kulturelle und öffentliche Angebote, darunter ein Open-Air-Kino, das von den Bewohnern der Sudetenstraßen-WG organisiert wurde, sowie das traditionelle Ossobuco-Essen auf dem Dorfplatz, das Herr Schorch und Frau Lorbeer-Stieglmeier veranstalteten. Weitere Aufgaben ergaben sich durch einen Sturm mit Starkwinden, der Schäden verursachte, sowie durch den Einsatz der Gemeinde gegen Trickbetrüger, die sich als Notfallseelsorger ausgaben und durch aufmerksame Nachbarn gestoppt werden konnten.
Abschließend konnte die Sanierung des Fußballplatzes der Kickers Kleebachtal und des SG Hausen abgeschlossen werden, wodurch die sportliche Infrastruktur der Gemeinde nachhaltig gestärkt wurde.

November
Der November brachte für die Gemeinde Hausen eine Mischung aus routinierter Organisation und sensiblen Einzelfällen. Der von der Schule organisierte Martinsumzug wurde durch die Gemeinde mit Verkehrslenkung, Absperrungen und der Abstimmung mit Ordnungsdiensten begleitet. Nachdem die Surfwelle im Kleebach kurzfristig beschädigt worden war, koordinierte die Gemeinde umgehend die notwendigen Maßnahmen, sodass sie zeitnah wiederhergestellt und erneut genutzt werden konnte. Die interne Verwaltungsarbeit wurde durch ein neues Faxgerät erleichtert, das der Gemeinde von einem anonymen Spender zur Verfügung gestellt wurde. Personelle Verstärkung erhielt die Verwaltung durch den Zuzug von Roman Lübben, der künftig die Arbeit der Stadtverwaltung unterstützen wird.
Einen besonders sensiblen Einsatz erforderte ein nächtlicher Vorfall, bei dem ein vierjähriges Kind in Hausen ausgesetzt wurde; hier arbeitete die Gemeinde eng mit Polizei und Jugendamt zusammen, um eine sichere Betreuung zu gewährleisten. Zudem war die Verwaltung durch Ausbesserungsarbeiten an der Verbindungsstraße nach Reinlingen gefordert, die eine viertägige Sperrung sowie entsprechende Umleitungen und Bürgerinformationen notwendig machten. Den Abschluss des Monats bildete die feierliche Eröffnung von "Holgers Hof", dem Pferdehof von Herrn Lübben, die von der Gemeinde organisatorisch begleitet wurde und das lokale Angebot bereicherte.

Dezember
Der Dezember verlief in Hausen traditionell ruhig und besinnlich. Die Arbeit der Gemeindeverwaltung konzentrierte sich wie in jedem Jahr auf den formalen Jahresabschluss, die Aufbereitung von Zahlen, Berichten und Beschlüssen sowie auf die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung des kommenden Jahres 2026.
Gleichzeitig begleitete die Gemeinde einzelne bedeutende Ereignisse: Die Eheschließung von Frau Bockard und Herrn Huber wurde standesamtlich vorbereitet und durchgeführt, während parallel eine weitere Bürgermeisterwahl organisiert und ordnungsgemäß umgesetzt wurde, aus der Herr Schulte-Daldrup als neuer Bürgermeister hervorging.
Darüber hinaus kam die Dorfgemeinschaft beim lebendigen Adventskalender zusammen, dessen Ablauf die Gemeinde unterstützte und der vielen Bürgerinnen und Bürgern einen festlichen und gemeinschaftlichen Einstieg in die Adventszeit ermöglichte. Insgesamt bot der Dezember Raum zum Innehalten, zum Rückblick auf ein ereignisreiches und forderndes Jahr 2025 sowie zur vorausschauenden Planung der Aufgaben und Herausforderungen, die das Jahr 2026 für die Gemeinde Hausen bereithalten wird.

Holger legt seinen Zettel beiseite und schaut in das Publikum.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Nachbarinnen und Nachbarn, im Namen der Gemeinde Hausen, im Namen von allen Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung und im Namen von allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern dieses Jahr - Herr Kunze, Frau Lorbeer-Stieglmeier, Herr Huber, Herr Schulte-Daldrup, Herr Felix und Herr Pesto - bedanken wir uns herzlich bei Ihnen für ein wundervolles Jahr. Wir bedanken uns ganz besonders bei allen ehrenamtlich Engagierten herzlich für ihren unermüdlichen Einsatz im vergangenen Jahr. Ob in Vereinen, bei Veranstaltungen, in sozialen Projekten, bei Einsätzen in besonderen Lagen oder durch stille Unterstützung im Hintergrund - das Ehrenamt hat maßgeblich dazu beigetragen, das vielfältige Gemeinschaftsleben in Hausen zu erhalten und zu stärken. Ohne dieses Engagement wären viele Aufgaben, Herausforderungen und Erfolge des Jahres 2025 nicht möglich gewesen. Aber auch vielen Dank an jeden Bürger und jede Bürgerin, die Hausen zu dem machen, was es ist: Der schönsten Gemeinde Deutschlands.

Mit freundlichen Grüßen,
Holger Lübben
Verwaltungsfachmann

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Hausen, formularfrei

Wahlprogramm von Holger Lübben: Ich räume auf. Auch wenns mir weh tut.

(Version 2.0 - Übergang vom papiergebundenen Zeitalter in ein ungewisses digitales Morgen)

§1 Präambel - Der Mann, der Hausen zu bürokratisch machte

(1) In den letzten zwei Jahrzehnten wirkte ich, Holger Lübben, in verantwortungsvollen Positionen beim Aufbau des Verwaltungsapparates mit.
(2) Nachweislich stammen folgende Erfindungen aus meiner Feder:

  • Die Dreifache Unterschriftenregelung,
  • Das Formular HL-44 Antrag auf Kopie eines Antrags,
  • Die saisonale Faxbereitschaft,
  • Die Sammelmappe Gelb, Stufe 3

(3) Ich erkenne an, dass dieses System inzwischen größer geworden ist als sein Schöpfer, und meistens viel zu langsam.
(4) Nach dem Seminar "Digitalisierung in Kommune und Behörde - Neue Wege ins Neuland" und langen Diskussionen mit den anderen Seminarteilnehmer präsentiere ich hier und an dieser Stelle meine Kandidatur fürs Bürgermeisteramt.

§2 Zielsetzung - Die Verwaltung wird verkleinert, aber liebevoll

(1) Alle unnötigen Strukturen werden aufgelöst.
(2) Unnötig ist alles, was weder einen Bürger glücklich macht noch ein Stempelgerät benötigt.
(3) Die Abschaffung erfolgt stufenweise, nach Wichtigkeit und Häufigkeit

§3 Der 3-Stufen-Plan der sanften Bürokratie-Entwöhnung

Stufe 1: Entrümpelung

  • Abbau der Formulardopplungen (z. B. HL-28a und HL-28a/alt).
  • Zusammenführung verschiedener, ähnlicher Formulare ein eines mit mehreren Unterpunkten (z.B. F-28 Antrag auf Gartenfest und P-29a/b Antrag auf Straßenfest in PF 28 - Antrag auf Fest)
  • Einrichtung eines Gedenkortes im Rathauskeller: Museum des analogen Verwaltungsschaffens in Zusammenarbeit mit dem Heimatmuseum

Stufe 2: Vereinfachung

  • Zusammenführung der drei Wartezonen (Zimmer 1.02, 1.03 und der Stuhl neben dem Im 3. OG) im Rathaus
  • Reduktion der Unterschriftenregelung von drei auf zwei

Stufe 3: Digitalisierung

  • Einführung eines Online-Portals, das funktioniert
  • Faxgeräte dürfen vorerst bleiben, um älteren Bürgern und Beamten den Übergang zu erleichtern
  • Letzter Dienstweg-Papierumlauf wird feierlich laminierfrei abgelegt
  • Anträge müssen nicht mehr medienbruchfrei eingereicht werden

§4 Umgang mit den ehemaligen Verwaltungsressourcen

(1) Ausgemusterte Ordner werden recycelt oder für einen guten Zweck gespendet.
(2) Der "Karteikartenraum Süd" wird in einen Ruheraum umgewandelt, das "Archiv Untergeschoss" digitalisiert und in einen Escape-Room umgewandelt.
(3) Das älteste Stempelkissen wird im Museum ausgestellt

§6 Die Vision: Hausen ohne Papierstau

  • Bürger erhalten Antworten in Tagen, nicht Quartalen.
  • Formulare bestehen aus weniger als 3 Seiten.
  • Entscheidungen werden getroffen, ohne dass sieben Abteilungen inkl. Poststelle involviert sind.
  • Die Frage "Haben Sie das Formular dabei?" wird im gesamten Rathaus verboten

§7 Schlussbestimmung und Erklärung

Ich, Holger Lübben, erkläre hiermit, dass ich bereit und gewillt bin, mich der Wahl zum Bürgermeister zu stellen und bekenne hiermit meine Kandidatur.
Ich weiß, dass ein Großteil des Hausener Verwaltungsapparats und die meisten der Formulare meiner Feder entspringen, jedes Formularfeld wurde mit Sorgfalt gesetzt, jedes Kästchen zum Ankreuzen mühsam durchdacht, jede Unterschriften-Linie mühsam gestaltet.
Doch es ist Zeit.
Die Zukunft ist nicht morgen, nicht jetzt, die Zukunft ist gestern.
Andere Gemeinden sind bereits lange da, wo wir hinkommen möchten.
Aber ich verspreche, dass jedes Formular digital und sorgfältig archiviert wird, bevor wir es abschaffen.

Mit freundlichen Grüßen,
Holger Lübben
Verwaltungsfachwirt
Pferdewirt
Kandidat für das Bürgermeister-Amt

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Holgers Hof - Große Eröffnung

Den ganzen Morgen war Holger damit beschäftigt, auf dem Pferdehof alles vorzubereiten. Zum Glück war er pünktlich zur Eröffnung seines Hofes wieder gesund genug, um das Bett zu verlassen und so hat er den ordentlich gebügelten Schlafanzug gegen seine ordentlich gebügelte Reitkleidung und seinen Westernhut getaucht.

Die Vorbereitungen haben den ganzen Morgen in Anspruch genommen, doch nun steht die Hüpfburg, CE-zertifiziert und TÜV-geprüft, in Form eines großen Pferdes. Der Catering-Service aus Reinlingen bereitet grade Grünkohl und Reibeplätzchen vor - Holger hat sich selbstverständlich von allen Mitarbeitenden das Gesundheitszeugnis zeigen lassen und die Handwäsche selbst inspiziert. Holger bringt Sabrina und Amadea aus dem Stall und bürstet sie noch mal gründlich sauber, bevor gleich die Kinder zum Reiten kommen.

Nach und nach treffen die Gäste ein, also nimmt Holger das Mikrofon, dreht die Musik - leichte Jazz-Rhythmen, die nicht viel Aufregung verbreiten und die Leute enspannen sollen - leiser und begrüßt seine Gäste.

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine außerordentliche Freude, sie auf meinem Hof, auf Holgers Hof, begrüßen zu dürfen. Heute bin ich nicht als der Herr Lübben, den Sie alle aus dem Rathaus kennen, hier, heute bin ich Herr Lübben und begrüße Sie alle ganz herzlich in meiner Funktion als Pferdewirt.

Was ist Holgers Hof, fragen Sie sich sicher alle! Schon immer hat mich die Nähe zu Pferden beruhigt und gleichermaßen angespornt. Viele werden es nicht wissen, ich bin in direkter Nachbarschaft eines Pferdehofes groß geworden und habe in meiner Jugend viel Zeit beim Westernreiten verbracht. Die Anwesenheit von Pferden beruhigt mich! Und so war ich die letzten zwanzig Jahre, in der ich meine ganze Schaffenskraft der Verwaltung geschenkt habe, von einer Sehnsucht gepackt, die mich nie losgelassen hat. Bis ich schließlich, vor ein paar Monaten, auf dem Gebraucht-Tiere-Markt von Nathalie, zwei Pferde entdeckt habe, die kurz davor waren, zum Abdecker gebracht zu werden.

Das konnte ich selbstverständlich nicht zulassen! Ich habe Amadea und Sabrina, benannt nach zweien der großartigsten Pferde der Menschheitsgeschichte, gerettet und parallel begonnen, Holgers Hof aufzubauen. In einem verwalterisch einzigartigen Akt wurde dieses, vom Denkmalschutz geschützte Gebäude hinter mir, kernsaniert, von Grund auf erneuert, auf den heutigen Stand gebracht. Natürlich in engster Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde und in Beachtung aller Auflagen.

Holgers Hof soll ein Heim für Jana und mich werden, ein Ort, an den wir Abends nach Hause kommen und uns zu Hause fühlen können. Aber Holgers Hof soll noch mehr werden. Die beiden Pferde, die ich gerettet habe, sind großartige, trainierte Tiere, die wunderbare, ja sogar großartige Zuchtstuten werden. Ich habe bereits bei einigen renommierten Pferdezüchtern angefragt und Kontakt zu den wichtigsten Deckhengsten unseres Landes gesucht und so wird das Kleebachtal vielleicht bald ein Ort, der großartige Dressur- und Western-Pferde hervorbringt. Mit Amadea und Sabrina an der Spitze des Stammbaums werden wir vielleicht die nächste Generation des Pferdesportes hervorbringen und Fohlen gebären, die irgendwann in einem Atemzug mit Halla oder Sandro Hit genannt werden.

Holger wartet den verhaltenen Applaus ab.

Aber auch Eure Stimmen wurden gehört! Wir werden voraussichtlich ab nächstem Jahr Reitunterricht anbieten. Aktuell befinde ich mich in der Ausbildung zum Reittrainer und mache weitere, dafür wichtige Fortbildungen. Und die Möglichkeit, Boxen zu mieten, um sein Pferd unterzustellen, besteht bereits jetzt.

Sprechen Sie mich bei Interesse gerne an! Und jetzt sind Sie alle herzlich eingeladen auf einen kurzen Rundritt mit Amadea oder Sabrina, auf Grünkohl und Reibeplätzchen - wahlweise mit Apfelmus oder Lachs - und auf einen Sprung auf der Hüpfburg! Schauen Sie sich gerne auf Holgers Hof um und zögern Sie bitte nicht, Jana oder mich bei Fragen anzusprechen!

Mit freundlichen Grüßen,
Holger Lübben
Pferdewirt

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Krankmeldung

Holger sendet folgendes per Fax ans Bürgermeister-Büro:

Sehr geehrte Frau Lorbeer-Stieglmeier

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass mein gesundheitlicher Zustand nicht ideal ist. Daher habe ich meinen Hausarzt aufgesucht und muss mich leider, nach einer umfassenden Untersuchung, für den Rest der Woche krank melden.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird Ihnen von der Krankenkasse übermittelt, sobald Sie diese im HR-Modul der ZMI anfordern.

Daraus entstehende Unannehmlichkeiten bitte ich zu entschuldigen.

Mit freundlichen Grüßen,
Holger Lübben
Verwaltungsfachwirt

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