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Ein Einschreiben ans Rathaus

Ein Einschreiben wir im Rathaus bei Holger abgegeben, adressiert an Dorothea Sonnentau, Benni Kloppt und Niko Schulter-Darum (sic).

Holger ist schon den ganzen Morgen mit den Nachbeben der Jugendclub-Schließung beschäftigt, er füllt Formulare aus, bearbeitet im Namen von Herr Schulte-Daldrup Anfragen vom Jugendamt, blockt Presseanfragen ab und schreibt Faxe. Er hat eigentlich keine Zeit, Einschreiben zu verteilen, doch da die Poststelle scheinbar heute im HomeOffice ist eilt er durchs Gebäude, auf der Suche nach einem der Empfänger.

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Kommt mit einem Blechkuchen vorbei Hallo🤭🤭🤭🤪 ich wollte mich bei @[email protected] bedanken, dass er sofort etwas getan hat 🤩🤩🌷 willst du auch ein Stück Holger?🤭🤭🌷ich muss dich leider mit noch einer Beschwerde belästigen 😵‍💫😵‍💫🌷

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Holger holt ohne von seinem Laptop aufzusehen Formular 6e - Beschwerde ans Rathaus (intern auch 6e - Wolfeisen genannt) aus der Schreibtischschublade und reicht es Frau Brockard.

Herr Schulte-Daldrup telefoniert. Nehmen Sie Platz.

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Danke, aber ich habe keine Zeit 😵‍💫😵‍💫🌷ich muss meine Tochter suchen 😵‍💫😵‍💫 das passt auch zu meiner Beschwerde: die Polizei tut nichts 😵‍💫😵‍💫😵‍💫

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Holger blickt endlich auf.

Frau Brockard, die Gemeinde ist für die Polizei nicht zuständig. Dann müssen sie sich an das Hauptkommissariat in der Stadt wenden.

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Oh, Verzeihung. Ich hatte nur kurz hingesehen.

Holger tippt schon wieder.

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WIr haben hier schon alle möglich in Bewegung gesetzt. Aber vor Ablauf von 24 Stunden tun die leider nicht viel. Wir könnte noch Pesto mit suchen lassen....^aber unter uns: Ich frag mich ehrlich gesagt immer wie der überhaupt nach Hause findet bei seinem Orientierungssinn^

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Holger kommt schlitternd vor Herrn Kloppt zum Stehen, drückt ihm wortlos den Brief in die Hand, dreht sich wieder um und eilt zurück zu seinem Schreibtisch.

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Dorothea spricht später mit Benni, als er ihr die Kündigung zeigt. Benni… ich bin nicht wütend. Ehrlich gesagt bin ich eher erleichtert. Freddys Kündigung ist hart formuliert und ja sie ist unfair. Aber sie zeigt mir vor allem, dass er im Moment an einem Punkt ist, an dem er Verantwortung, Grenzen und Aufsicht noch nicht wirklich einordnen kann. So jemanden können wir nicht guten Gewissens im Jugendclub begleiten. Ich nehme das nicht persönlich. Das ist ein Entwicklungsprozess. Manche brauchen länger, um zu verstehen, dass Pädagogik nicht alles einfach laufen lassen bedeutet, sondern auch Schutz, klare Regeln und manchmal unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Trotzdem möchte ich das Gespräch mit seiner Schule suchen. Nicht, um ihn schlechtzumachen, sondern damit sie ein realistisches Bild haben und ihn begleiten können. Es wäre unfair, einfach zu schweigen und so zu tun, als wäre nichts passiert. Ich hoffe, dass er irgendwann reflektieren kann, was hier schiefgelaufen ist und dass er daraus lernt.

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Holger hat Frau Sonnentau in den Warteraum im 1. UG platziert.

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