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dach·DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, SchweizbyPetersson

Was ist deine Utopie?

Krieg, Krieg, Krieg, Krise, Krieg, Weltkrieg, Krise, Weltkrise, Rechtsruck, Unterdrü-

Nee, reicht auch mal. Wir haben jede Menge Scheiße in der Welt, so viel, dass einige lieber darin versinken und aufgeben, anstatt positive Gegenentwürfe zu entwickeln. Wir brauchen Utopien heute nicht weniger, sondern im Gegenteil mehr von ihnen. Also lasst uns hier im Fediverse, das schon selbst ein positiver Gegenentwurf ist, Utopien entwickeln. Lasst uns diskutieren, tüfteln, träumen. Was ist die Zukunft, in der du leben willst, was ist die ferne Zukunft, in der deine Nachkommen leben sollen?

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lemmy.zip

Gar nicht so schwierig.

Europa ist geeint. Wir haben eine gemeinsame Außenpolitik. Durch gute Zusammenarbeit mit Afrika entwickelt sich dort Demokratie und Wirtschaft. Fluchtgründe verschwinden, durch erneuerbare Energien und dezentrale Netze machen viele Länder einen Sprung nach vorne.

Durch die stringente EU-Außenpolitikund die EU als gutes Vorbild können es sich Länder wie Russland nicht mehr leisten, ihre Bevölkerung zu unterdrücken und andere Länder wie die Ukraine anzugreifen.

In den USA gibt es eine Revolution. Es gibt keine Milliardäre mehr. Amazon, Facebook, Google etc. gehören Kleinanlegern und dem Staat. Trump ist zuerst ein Häftling, dann eine dunkle Erinnerung, irgendwann ein Witz und eines schönen Tages endlich vergessen.

Deutschland führt eine substanzielle Erbschaftssteuer und Vermögenssteuer ein. Die 4% der Deutschen, die Familien, Adelsclans etc, die seit über 150 Jahren 75% der großen Vermögen in Deutschland halten und die 80% der Vorstandsposten und Aufsichtsratsmandate auf sich vereinen, tragen endlich zur Finanzierung des Staates bei. Dadurch können die Lohnnebenkosten gesenkt werden. Menschen verdienen wieder anständiges Geld.

Eine Steuerreform für Boden und Immobilien senkt Grundstückspreise für Genossenschaften und Familien. Für Investoren lohnt es sich nur noch, Gebäude zu errichten. Der Betrieb wird auf Genossenschaften übertragen, da man damit kein Geld mehr verdienen kann.

Die Bahn kann durch diese Reformen massiv in ihre Problemzonen investieren. Neben günstigen ICs gibt es einen Boom im Güterverkehr. Durch autonome LKWs und automatisierte Verladeterminals wird es viel einfacher, Sattelzüge und Container auf der Bahn zu transportieren statt auf der Autobahn.

Die Welt geht den Klimawandel konsequent an. Durch die Steuerreform können sich Menschen den Umbau zu klimaneutralen Häusern leisten. Es gibt einen Jobboom bei erneuerbaren Energien.

Durch Automatisierung und Robotik werden viele Jobs überflüssig. Verwaltung geht weitestgehend automatisch. Man spricht dort nur noch mit Menschen, um sich über die Möglichkeiten informieren zu lassen. Die Menschen nutzen diese neue Arbeitswelt, um sich umeinander zu kümmern. Niemand arbeitet mehr als 30 Stunden pro Woche. Eltern von jungen Kindern oder Menschen, die ihre Eltern pflegen, arbeiten sehr viel weniger. Es gibt wichtigeres als Arbeit, das haben jetzt alle kapiert. Aber wenn gearbeitet wird, arbeiten die Leute gerne, weil sie coole Sachen machen. Man ist stolz, dass man die Kanalisation am Laufen hält, Kinder Ausbilder oder KI-Agenten weiterentwickelt, die die langweiligen Jobs machen.

In Schulen wird die Wissensvermittlung individuell gestaltet. Man schaut sich Zuhause oder in modernen Bibliotheken Videos an und lässt sich Dinge von der KI erklären. Im Klassenzimmer macht man zusammen Projekte, in denen man das Gelernte anwendet, das eigene Vorgehen mit anderen vergleicht und aneinander lernt und wächst. Da man nicht mehr für stumpfen Frontalunterricht zusammen eingesperrt ist, reduzieren sich Spannungen zwischen den Schülerinnen und Schülern.

Während es hauptberufliches Lehrpersonal gibt, verbringen Eltern auch viel Zeit mit den Kindern. Sie vermitteln Inhalte aus der Arbeitswelt, unterstützen beim Spracherwerb und kümmern sich mit den Kindern und den Hausmeistern in die Schule. Putzpersonal gibt es nicht, man kümmert sich selbst um das, was die Roboter nicht schaffen.

Unis werden offener. Man macht den Bachelor in Vollzeit. Danach bleibt man lebenslänglich an der Uni. Man kann remote an Vorlesungen und Seminaren teilnehmen und jederzeit an Prüfungen teilnehmen, um sich Fähigkeiten zertifizieren zu lassen oder an Forschungsprojekten teilzunehmen.

So, 2025 ruft, vielleicht schreibe ich später noch was.

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copaceticreply
discuss.tchncs.de

Schön geschrieben! Ich kann eigentlich alles unterschreiben.

Nur das mit der Schule irritiert mich. Warum sollten Eltern sich an der Schule als Hausmeister und Putzpersonal engagieren? Das passiert ja schon ein bischen, aber ich empfinde es als lästig. Da erstreckt sich auch auf Vereine und wo auch immer Kinder so drin sind. Alle wünschen sich, dass auch die Eltern ein bischen mitmachen. Warum? Ich habe andere Interesse als mein Kind.

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Mein Vorbild beim Putzen sind japanische Schulen, wo sich die Kids selbst um die Schule kümmern. Ich würde mich gerne mehr in der Schule meiner engagieren. Klar habe ich auch andere Interessen, aber ich finde diese Trennung Schule, Lehrer und Eltern ungünstig. Mehr Vernetzung und Nutzung der Ressourcen der Eltern wäre ein Gewinn. Es muss (oder sollten) ja nicht alle mitmachen.

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Energie ist nachhaltig, Klimawandel ist ein Problem, dass alle angehen. Konsum ist kein Statussymbol mehr, sondern alle Dinge/Technologien werden danach beurteilt, ob sie der Gemeinschaft Mehrwert bringen. Alles ist Future Proof.

Alle schwere, gefährliche und doofe Arbeiten sind weitestgehend automatisiert. Das Auge liegt auf Schöne und saubere Umgebung, die jeder nutzen kann. Jeder hat mehr Lust und Zeit für Kunst, Kultur, Handwerk und Musik.

Menschen begegnen sich auf Augenhöhe, unabhängig von Geschlecht, Familie und Job. Der ÖPNV ist das beste Fortbewegungsmittel. Er ist sauber, luxuriös und einfach zu benutzen (natürlich kostenlos).

Third places sind für jeden zugänglich und für alle Altersgruppen. Jeder hat ein Hobby und Möglichkeiten es auszuleben und Gemeinschaft zu finden.

Jeder hat ein Zuhause.

Veganes Essen schmeckt jedem und macht den Großteil der Ernährung aus.

Lebenslanges Lernen ist gelebt. Menschen können Unis immer wieder besuchen und sind motiviert Neues zu lernen.

Betreuung und Erziehung von Kindern hat einen viel höheren Stellenwert. Kindergärten und Schulen sind die Aushängeschilder. Hier wird nicht gespart sondern geklotzt.

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feddit.org

Such mal nach Solarpunk. Das trifft vieles recht gut.

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WalterLegoreply
lemmy.zip

Kannst du was für den Einstieg empfehlen? Was auf YouTube oder ein Webcomic?

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Eine Welt, in der die Mehrheit nicht desinformiert wird, um sie kontrollieren zu können. Ich glaube, alle Probleme könnten gelöst werden.

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Also lasst uns hier im Fediverse, das schon selbst ein positiver Gegenentwurf ist, Utopien entwickeln. Lasst uns diskutieren, tüfteln, träumen.

Mein nischiges Reden :-) Hab auf https://feddit.org/c/gutesmorgen selbst noch längst nicht alles angerissen, was ich mir in einer Zukunfts-Community thematisch und formal vorstellen kann, aber eine Community und interessanter für andere wird es nur durch...andere.

Ich denke die Wunschliste für Bausteine einer besseren Zukunft füllt sich nach und nach, und ist auch recht kompatibel (Steuergerechtigkeit, echte Verkehrswende, Kreislaufwirtschaft etc.). Die Hoffnung auf einen gewissen Dominoeffekt ist auch noch da, dann könnte es auch relativ schnell gehen.

Da sich auch das schon weit weg anfühlt habe ich sozusagen die Zwischen-Utopie, dass es eine neue Öffnung hin zum Nachdenken über positive Veränderungen geben wird. Dazu gehört der Glaube, dass da ein funktionierendes System entsteht zu dem man beiträgt. Bildlich gesprochen sitzen wir auf einem Trümmerhaufen. Wenn man einen Plan/ ein System erkennt, ist der Ziegel in der Hand Teil des neuen Dachs und nicht Teil des Trümmerhaufens, und er ist auch leichter.

Leider wird die systemische Idee nicht (auch) von oben kommen oder unterstützt werden. Einzelne können ein Ganzes anschaulich machen z.B. durch lokalen künstlerischen Solarpunk, eine Stadtgesellschaft kann sich ganzheitlichere sozial-ökologische Maßstäbe setzen, die ehrlicher und motivierender sind (z.B. in Richtung eines partizipativ gestalteten City Donuts)

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Niemand muss mehr hungern oder auf der Straße schlafen/leben. Konflikte werden mit Worten ausgetragen, nicht mit Waffen oder Blut. Die Klimakrise ist im Griff und Politiker handeln wirklich im Sinne der Masse nicht der wenigen. Niemand wird diskriminiert und jeder hat alle Rechte und Pflichten unabhängig vom Stand, Geschlecht, Sexuelle Orientierung, Herkunft.

Religion existiert nicht mehr.

Kommunismus.

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Melchiorreply
feddit.org

Känguru: "Ich bin Kommunist. Was sind Sie so?"

Marc-Uwe: "Ich bin Anarchist."

Känguru: "Cool, dann können wir Freunde sein, bis zur Revolution. Danach wird's natürlich schwierig."

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Darf ich mit Ihnen über unseren Herrn und Erlöser Anarcho-Kommunismus reden? :3

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Eine Welt der flexiblen Selbstverwaltung. Es gibt nachbarschafträte von rund 200 Menschen, die die wichtigsten Entscheidungen für ihr Gebiet treffen. Diese 200 Nachbarn wählen einen Vertreter in den nächsthöheren Rat. Der Vertreter kann jederzeit abgewählt werden, wenn er entgegen der Mehrheitsmeinung seiner Wähler abstimmt.

Höhere Räte bilden Ausschüsse für alle wichtigen Gebiete.

Wenn ein Gebiet so stark anwächst, dass dort deutlich mehr als 200 Menschen Leben, wird das Verwaltungsgebiet angepasst. Es sind also keine Kleinstaaten, sondern Verwaltungseinheiten zur gesellschaftlichen Organisierung.

Betriebe sind demokratisch organisiert und wählen ihre Vorgesetzten, wo Vorgesetzte nötig sind. Die Betriebe werden dabei auch als eigene Verwaltungseinheiten behandelt.

Jeder Mensch ist also mindestens Teil seiner Nachbarschaft, seines Arbeitsplatzes und/oder seiner Bildungseinrichtung und kann hier mitbestimmen. Menschen dürfen auch an Treffen anderer Nachbarschaften teilnehmen.

Lebensmittel und alle anderen Güter sind dekommodifiziert, Geld ist abgeschafft. Lebensmittel werden an alle Menschen kostenlos verteilt. Land wird von den Nachbarschaftsräten verwaltet, leerstehende Wohnungen werden durch Wohnausschüsse oder die Nachbarschaftsräte direkt vergeben. Menschen, die selbst nicht zu den Verteilungsstellen kommen, werden durch Nachbarn oder Ausschussmitglieder versorgt.

Alle Ausschuss- und Ratsmitglieder arbeiten natürlich unbezahlt und ohne besondere Privilegien zu haben, um zu verhindern, dass Karrieristen übernehmen. Ab einer gewissen Ebene von Räten treten Pressesprecher mit Masken auf, um zu verhindern das Mitglieder einen Personenkult aufbauen oder im Privatleben angegriffen werden.

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zolarreply
lemmy.ml

Ich finde deine Selbstverwaltungsidee interessant. Wie würdest du Minderheiten/Minderheitsmeinungen in so einem Konstrukt schützen? Wie könnte man dort eine NIMBY-Einstellung aushebeln?

Ein (etwas banales aber nicht abwegiges) Szenario als Beispiel: Die Nachbarschaft beschließt mehrheitlich, dass der Vorgarten aus wöchentlich gemähtem Rasen bestehen muss. Ich möchte lieber eine verwilderte Blumenwiese haben.

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Ich denke das kommt auf die Umstände an. Wenn auf der Wildwiese z.B. eine Pflanze wächst, die die Platten des Gehwegs mit ihren Wurzeln beschädigt, ist das eine andere Situation, als Situationen in denen die Nachbarn einfach nur eine einheitliche Nachbarschaft haben wollen.

Ich würde es denke ich den Nachbarschaften überlassen, diesen Konflikt zu Regeln. Die Nachbarn müssen sich dann halt überlegen, ob sie einen Teil ihrer Nachbarn verärgern und die damit verbundenen Spannungen, die sich auch auf andere Themen übertragen können, riskieren wollen. Du könntest dich z.B. mit anderen Wildwiesenfans und Fans von rein veganem Essen auf Nachbarschaftsfesten verbünden und damit drohen, kein Fleisch mehr anzubieten, wenn die Rasenregelung weiter besteht.

Bei großen Themen oder zu starken Konflikten wäre es auch möglich, das Grundstück das in Nachbarrat A integriert ist in Rat B zu überführen. Damit würde man den Konflikt entschärfen. Dadurch das jeder an allen Nachbarschaftssitzungen und Veranstaltungen teilnehmen kann, wäre das ein reiner Verwaltungsakt, der die Person wahrscheinlich nicht sozial ausgrenzt.

Bei eskalierenden Konflikten kann im Notfall auch noch ein Übergeordneter Rat eingreifen.

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Firmen agieren nach den Grundsätzen der Gemeinwohlökonomie.

Menschen lassen sich nicht von Propaganda und Hass einlullen, sind aber andererseits offen genug, ihrem Gegenüber nicht gleich was Schlechtes zu unterstellen.

Weniger Wettbewerb, mehr Miteinander.

Riesige Macht und riesiger Reichtum verlieren ihr sexy Image und werden als das gesehen, was sie neutral betrachtet sind: schlecht für den Großteil der Menschen.

Edit: ich finde den Thread richtig gut und teile deine Meinung, dass wir dringend mehr positive Utopien brauchen. Viele Entwicklungen beruhen auf Visionen und negative Utopien sind leichter vorstellbar als positive. Dystopien sind derzeit auch ziemlich beliebt in der Popkultur, viele positive Utopien haben ein angestaubtes Image. Deshalb: Wir brauchen mehr moderne positive Utopien, an denen wir uns orientieren können.

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Ich würde mich über ein bedingungsloses Grundeinkommen und eine Lösung die sicherstellt, dass jede Person die möchte, privaten Wohnraum haben kann freuen (wie auch immer das aussehen soll, im Grunde müsste man alle enteignen... das Konzept von Grundbesitz ist total wirr für mich... ┐⁠(⁠ ⁠∵⁠ ⁠)⁠┌ ). Und das dann kombiniert mit einem freien und fairen Zugang zu Bildung (auch hier muss neben einem Platz an der Schule also auch der Lebensunterhalt und ausreichend Zeit für's Lernen gesichert sein). Für eine echte Utopie müsste das dann halt auch überall so sein.. hach..

Aber egal was, wenn wir als Gesellschaft aber auch als einzelne Personen es nicht schaffen toleranter und rücksichtsvoller zu werden, wird's sowieso nichts.. also erst Mal Psychotherapie für alle! Der Rest kommt dann vielleicht von allein?

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WalterLegoreply
lemmy.zip

Bei Grundbesitz bin ich komplett bei dir. Ich habe ein Haus gekauft, aber eigentlich würde ich es in fünf Jahren gerne wieder verkaufen. Sich lebenslänglich an ein Gebäude zu binden ist unfassbar unpraktisch.

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Mein Vater war Landwirt, in der Familie werde davor auch nach dem Motto "Liebe vergeht, Hektar besteht" geheiratet. Ein Teil vom Hof ist ein Stück Wald und ich kriege nicht in meinen Kopf wie jemand glauben kann: das ist meins!

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plythreply
feddit.org

Statt enteignen könnte man auch eine Genossenschaft mit denen aufbauen, die ein BGE wollen. Die Gewinnausschüttung der Genossenschaft ist das BGE. Eine politische Mehrheit oder Revolution für BGE zu organisieren dürfte schwieriger sein.

Das ist auch gut für die Psyche, weil eine positive Umgebung geschaffen wird, in der die meisten tolerant sein wollen.

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feddit.org

Ich bediene mal diese Nische: Alle benutzen Bogen und es gibt keine Tech-Monopolisten, die einem ihre überteuerten Cloudabos aufzwingen. Manager haben die Grundkonzepte von Informationstechnologie verstanden und überantworten die Entscheidung über den Kauf oder die Entwicklung einer Gruppe von Experten.

Ach ja, die AfD ist verboten und man wählt keine Union, weil man sich nicht von korrupten Opportunisten über den Tisch ziehen lassen will.

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remonreply
ani.social

Ein Sportgerät das Pfeile schiessen kann.

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Krieg, Krieg, Krieg, Krise, Krieg, Weltkrieg, Krise, Weltkrise, Rechtsruck, Unterdrü-

Nee, reicht auch mal. Wir haben jede Menge Scheiße in der Welt, so viel, dass einige lieber darin versinken und aufgeben, anstatt positive Gegenentwürfe zu entwickeln. Wir brauchen Utopien heute nicht weniger, sondern im Gegenteil mehr von ihnen. Also lasst uns hier im Fediverse, das schon selbst ein positiver Gegenentwurf ist, Utopien entwickeln. Lasst uns diskutieren, tüfteln, träumen. Was ist die Zukunft, in der du leben willst, was ist die ferne Zukunft, in der deine Nachkommen leben sollen?

Ich und die meisten anderen Menschen in einer Handvoll ausgewählter Länder leben bereits in Utopien. Müsste man nur mal weiterreichen.

Unter einer geeinten globalen Regierung verfällt die Welt in eine jahrhundertelange Konsolidierungsphase, in der alle Probleme, die technisch bereits seit Anfang des 19 Jahrhunderts gelöst sind, auch für alle gelöst werden. Im Hintergrund singt Sebastian Krämer "Kann denn die Welt nicht irgendwann mal fertig sein...?". Solange noch in irgendeiner Ecke der Welt Menschen verhungern, an heilbaren Krankheiten sterben oder kein Dach über dem Kopf haben, gibt es anderswo keine Kapitalerträge, neuen Netflix-Serien, technologische Neuerungen oder sonstiges Wirtschaftswachstum mehr. Das eilt alles nicht, kann man auch im Jahr 2200 weitermachen, wenn Lebenserwartung, Zugang zu Bildung und Einfluss auf das Weltgeschehen für alle Menschen gleich sind, ob sie nun in Zentraleuropa oder in Somalia geboren werden.

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Bei mir ist es im Grunde das was Ernest Callenbach in "Ecotopia" beschrieben hat:

Weg von Supranationalitäten hin zu kleineren Gesellschaften mit all ihren Eigenheiten, die Menschen nehmen Umweltschutz ernst und haben das vorrangige Ziel in Gleichgewicht mit der Natur zu leben - sind aber pragmatisch genug auch noch "dreckige" Lösungen zu nutzen bis etwas besseres verfügbar ist (z.B. Diesel betriebene Laster für Forstarbeiten). Autobahnen werden zu Landstraßen reduziert, alle Wege werden per Zug, leichtem Elektrofahrzeug, Fahrrad (die überall kostenlos zur Nutzung herumstehen) oder zu Fuß zurückgelegt. Alle Dinge des täglichen Bedarfs werden lokal hergestellt und so lange wiederverwendet wie irgendwie möglich - und was nicht mehr verwendet werden kann wird recycled. Industrielle Tierzucht gibt es nicht mehr, dafür werden weite Gebiete der Natur überlassen - was es ermöglicht Fleisch per Jagd zu gewinnen.

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feddit.org

Die Überwindung von Nationalstaaten und Aufbau kooperativer dezentraler Herrschaftsformen vereint in einer gemeinsamen Moral auf Basis der Religion Abrahams.

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Salehreply
feddit.org

Es gibt aus meiner Sicht keine bessere Quelle von Moral als Gott. Es ist nicht objektivierbar, warum wir eine grundlegende Moralvorstellung haben, warum wir intuitiv wissen, was falsch und was richtig ist, ohne es als Teil unseres Wesens zu sehen, dass uns durch die Schöpfung mitgegeben wurde.

Letztlich bleibt jede "philosophische" Diskussion über Moral subjektiv. Unter vermeintlicher neuer Rationalität und von Gott befreiter Philosophie entstanden mörderische Kolonialimperien und nationalistischen Bewegungen in Europa, die schließlich im Dritten Reich ihren Höhepunkt fanden.

Von Kantscher Rassenlehre über die Vereinnahmung Nietzsches im Nationalsozialismus bis hin zu Heidegger, der sich mit Begeisterung dem NS-Regime andiente und die Nazis zum Wegbereiter neuer Götter erklärte, sehen wir dafür Beispiele.

So zogen schließlich auch die Verfasser des deutschen Grundgesetzes den Schluss, dass die Anerkennung Gottes als moralische Authorität notwendig ist, um eine Wiederholung dieser Verbrechen zu verhindern

https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4ambel_des_Grundgesetzes_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland#Gottesbezug

Historisch gesehen ist der Gottesbezug in der Präambel des Grundgesetzes ein Novum in der deutschen Verfassungsgeschichte. Weder die Paulskirchenverfassung von 1849 noch die Weimarer Verfassung von 1919 enthielten in Präambel oder Text einen Gottesbezug. Die Aufnahme der „Verantwortung des Volkes vor Gott“ – und somit vor einer weiteren Autorität als der des eigenen Volkes allein – wird in der Regel durch die kurz zuvor erfolgten Wirren im „Dritten Reich“ (Zeit des Nationalsozialismus) erklärt. Dieser sogenannten Verantwortungsklausel wird in der heutigen Verfassungswirklichkeit kaum unmittelbare rechtliche Relevanz zugesprochen. Diejenigen Stimmen der Wissenschaft, die für ein Mindestmaß an Rechtsrelevanz plädierten, sind in der Minderheit geblieben.

Wohin sich unsere weitesgehend gottlose Gesellschaft entwickelt, macht mir größte Sorgen. Insb. wenn man sich die Parteien anschaut, die sich als "christlich" bezeichnen und nun zu Fragen wie dem Recht auf Asyl aggressiv gegen Theologen vorgehen, sollte einem Angst und Bange werden, welche Konsequenzen aus der neuen "Revolte gegen Gott" in Deutschland entstehen werden.

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belastendreply
lemmy.dbzer0.com

Saleh, ich schätze deine Meinung bei sehr vielen Themen. Hier schießt du komplett daneben.

Grausamkeit ist nichts, wofür man Gottlosigkeit braucht, das sollten uns Jahrtausende von Religionskriegen gezeigt haben. Und noch heute sind die beschissensten Staaten der Welt Gottesstaaten oder berufen sich auf Religion.

Und das Kolonialsystem als "Gottbefreit" zu sehen, ist nichts als Geschichtsverfälschung. Die Westmächte haben die Welt als ihr gottgegebenes Recht gesehen und die Unterwerfung anderer, ungläubiger Völker als von Gott vorherbestimmt. Missionare haben eine zentrale Rolle in der Kolonialen Erschließung Afrikas und Südamerikas gehabt und vor dem "wissenschaftlich" motivierten Rassismus gab es einen religiös motivierten Rassismus. In den USA wurde daraus ein unheiliger Mischmasch gemacht, der sich in der Konföderation Bahn gebrochen hat.

Die Präsenz eines Gottes in einer Gesellschaft hindert uns nicht an massiver Gewalt, sie gibt uns nur noch eine weitere Rechtfertigung.

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Salehreply
feddit.org

Und das Kolonialsystem als “Gottbefreit” zu sehen, ist nichts als Geschichtsverfälschung. Die Westmächte haben die Welt als ihr gottgegebenes Recht gesehen und die Unterwerfung anderer, ungläubiger Völker als von Gott vorherbestimmt. Missionare haben eine zentrale Rolle in der Kolonialen Erschließung Afrikas und Südamerikas gehabt und vor dem “wissenschaftlich” motivierten Rassismus gab es einen religiös motivierten Rassismus.

Diese Verdrehung kommt aus meiner Sicht gerade daher, dass es an Gottesfurcht fehlt. Die Torah und Quran sind ziemlich eindeutig in ihrer Ablehnung von Rassismus.

3.Mose 19,34

Wie ein Einheimischer soll euch der Fremde gelten, der bei euch lebt. Und du sollst ihn lieben wie dich selbst, denn ihr seid selbst Fremde gewesen im Land Ägypten. Ich bin der HERR, euer Gott.

Quran 49:13 (Übersetzung der Bedeutung)

O ihr Menschen, Wir haben euch ja von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Gewiß, der Geehrteste von euch bei Allah ist der Gottesfürchtigste von euch. Gewiß, Allah ist Allwissend und Allkundig.

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Das ist doch gerade das Problem an Gott und Religion. Du sagst, Moral ohne Gott ist subjektiv. Ich sage, Gott ist subjektiv. Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber ich bin mir sehr sicher, dass du nicht jeden Vers im Quran befolgst (zumindest hoffe ich das). Deine Auslegung des Islams ist eine subjektive Entscheidung, genauso wie deine Entscheidung dem Quran überhaupt zu befolgen eine subjektive Entscheidung ist. Genauso, wie man den Quran als Menschenfreundlich interpretieren kann, kann man ihn eben auch als unterdrückerisches Machtwerkzeug gegenüber den Ungläubigen auslegen (gleiches gilt für jede andere abrahamitische Religion genauso).

Gottesfurcht hatten auch diese Menschen, die den Kolonialismus exportiert haben. Sie haben nur eben einen Gott gefürchtet, der die Abwesenheit beim Gottesdienst oder "Unzucht" hart bestraft, die Unterwerfung anderer Völker aber eben nicht.

Mich stört auch diese "No true Scotsman" Mentalität. Ich könnte auch daher kommen und sagen, dass der Kantsche Rassismus durch seinen kategorischen Imperativ eindeutig widerlegt wird und dass deshalb der nur wirklich Gottlos ist, der eben rein und ethisch handelt. Und allen anderen mangelt es an moralischem Verstand.

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Salehreply
feddit.org

Die zehn Gebote sind da eigentlich sehr explizit. Das es Umstände gibt, die Gewalt rechtfertigen, steht auch in keiner "modernen" Gesellschaft in Frage.

Ansonsten hat sich die Religion Abrahams seitdem auch deutlich fortentwickelt, mit der Bibel (wobei keine "echte Bibel" aus der Zeit von Jesus heute bekannt ist, sondern nur die von den Kirchen zusammengetragenen Text) und schließlich dem Quran.

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Peterssonreply
feddit.org

Ok, mit Cherry Picking krieg ich es hin, aus allem eine gute Idee zu machen. Warum gelten denn die 10 Gebote, aber die tausenden Stellen, an der die Bibel gegen die Menschenrechte verstößt, sind egal? Die "Umstände", die abrahamsche Gewalt rechtfertigen, sind übrigens Dinge wie Homosexualität.

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Salehreply
feddit.org

Die zehn Gebote wäre im Fall des alten Testaments die "Verfassung" in deren Kontext die weiteren Gesetze zu interpretieren sind. Damit bedarf es bei der Anwendung eines Gesamtverständnisses und einer Abwägung. Das unterscheidet sich erstmal nicht so stark von unserem heutigen Rechtssystem.

Ein wesentlicher Unterschied ist, dass man Gott nicht entkommen kann und Gott nicht bestechlich ist. Wer Angst vor den göttlichen Konsequenzen von Sünden hat, wird versuchen diese nicht zu begehen. Wer säkular meint er ist schlauer als die Strafverfolgung oder mächtig genug, kann dagegen Gesetze brechen, wie er lustig ist und da Moral ohne Gott individuell ist, dies auch jederzeit vor sich selbst rechtfertigen.

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Aber deine Verfassung widerspricht deinen Gesetzen fundamental, so fundamental, dass die beiden nicht gleichzeitig existieren können, z.B. das 6. Gebot neben "Homosexuelle müssen getötet werden". Außerdem bringt der Glauben an einen tatsächlichen Gott ja sehr viel mehr nur Erfurcht (also auch Hierarchien) mit, er widerspricht auch der modernen Wissenschaft, der Glaube an ihn (allein dass Gott männlich ist zeugt schon vom patriachalen Gedankengut, auf dem die Religionen fußen) wäre also ein Rückschritt. Und noch dazu kann jeder Mensch mit einem Blick in die Geschichte sehen, dass Religion immer vorallem für Kontrolle und Machterhalt benutzt wurde. Ein Gottesstaat widerspricht allen Werten, die die Menschheit in den letzten Jahrhunderten errungen hat und mancherorts noch immer erringen bzw. wiedererringen muss.

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Hurra, endlich wieder Sklaven halten und Frauen systematisch benachteiligen, aber dieses Mal mit Gott™.

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