Man sagt, es sei fast unmöglich, eine Anti-Kriegs-Kriegsgeschichte zu schreiben. Selbst wenn der Patriotismus, die Institutionen, die Politik und die Propaganda als hohle Vorwände dargestellt werden, um die Vernichtung einer weiteren Generation zu rechtfertigen, lassen die Kameradschaft, die Opfer und die Heldentaten der einzelnen Soldaten den Krieg doch in einem glorreichen Licht erscheinen. Viele haben versucht, dieser Falle zu entgehen; die meisten sind gescheitert.
William Marchs „Company K“ erreicht dieses Ziel, allerdings um einen hohen Preis. Dabei spielen vor allem zwei Techniken eine entscheidende Rolle: An erster Stelle steht die Struktur des Textes. Das Buch ist eine Sammlung von 113 kurzen Vignetten, von denen jede von einem Soldaten der Kompanie handelt. Das führt dazu, dass der Leser zu keiner bestimmten Person eine Bindung aufbaut, da wir nie Zeit haben, diese Bindung entstehen zu lassen. Doch dadurch geht auch jeder Anschein eines Ziels für die Erzählung und damit die Spannung verloren. Joseph Hellers „Catch-22“ hat eine ähnliche episodische Struktur, aber wir bleiben lange Zeit bei Yossarian und seinen Gefährten. Das Ziel ist klar: Überleben. Dadurch kann die Erzählung Einsätze und Spannung aufbauen. Werden sie überleben? Wer wird sterben? In „Company K“ folgen wir der Gruppe, aber eine Kompanie kann nicht sterben, und wir wissen bereits, wie der Krieg endete. Es gibt also eigentlich kein Ziel. Es gibt keine Einsätze und auch keine Spannung darüber, ob das Ziel erreicht wird oder nicht.
Marchs zweite Methode, eine Anti-Kriegs-Kriegsgeschichte zu schaffen, ist der Ton der Erzählung. Er ist selbst im Vergleich zu ähnlichen Werken bemerkenswert düster. Die „Guten“ tun schreckliche Dinge und begehen grauenhafte Verbrechen, die nur durch hohle Propaganda gerechtfertigt werden, die auch als solche dargestellt wird. Selbst der Humor ist schwarz wie die Nacht. Das sorgt für ein ziemlich deprimierendes Leseerlebnis.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Dies mag einer der besten Versuche sein, eine Anti-Kriegs-Kriegsgeschichte zu schaffen, aber es ist definitiv nicht der lesbarste Versuch.