Lieben Dank @feldwespe ☺️, auch für die weiterführenden Links, auch wenn ich sie (gerade) noch nicht gelesen habe. Ich hatte aus Neugier einige Tage mit dem Elvanse ausgesetzt. also vier Tage. Gestern habe ich wieder meine verschriebene Dosis eingenommen. Ich wollte mir daurch Klarheit verschaffen, ob die Symptome der AD(H)S wiederkommen und ja das tun sie (das ist irgendwie ein wenig witzig, weil es auch etwas so ist, als ob man einen Lichtschalter betätigt, nur um zu sehen, ob dann das Licht auch wirklich, in echt und tatsächlich ausgeht 😉).
Definitiv hat meiner Einschätzung nach meine enorme Müdigkeit mit meinem ADS zu tun. Diese ist nämlich wieder weg. Jetzt könnte ich denken: "Ja, es ist ja auch Amphetamin, was Du Dir da einschmeißt. Klar bist Du wach." Aber nein, tatsächlich habe ich jetzt den Eindruck, dass ich alltägliche Dinge etwas besser angehen kann. Eine Ordnung, im Sinne von erst Punkt 1, dann Punkt 2, dann Punkt 3, sehe ich allerdings noch nicht so recht. Gerade in Bezug auf die richtige Relation dessen, was ich mir vornehme (für den Tag) und was ich tatsächlich umzusetzen vermag, bereitet mir nach wie vor große Schwierigkeiten, frei nach dem Gedanken: "Erledige lieber alles auf einmal, weil Du sonst heute scheiterst." Eine gute Selbstorga ist aber (vor allem) auf Arbeit nie meins gewesen, und ja dafür habe ich mich oft geschämt und insgeheim mir stets den Vorwurf gemacht, dass meine Kolleginnen und Kollegen mich dafür verachten (siehe angesprochenes Imposter-Syndrom). Seltsamerweise ist dies in Angelegenheiten, die meine Person selbst betreffen (also Behördenkram, Ärzte und Termine, sowas in der Art) nicht der Fall. Gerade jetzt zu diesem Zeitpunkt, wo das Medikament noch in den Endzügen wirkt, ist mir das aber klar. Für meine eigenen Angelegenheiten kann ich nämlich meine Copingmechanismen einsetzen (z.B. habe ich drei Kalender) und ich nehme mir die Zeit, die ich dafür brauche, auch wenn es mich manchmal selber etwas nervt. Auf Arbeit muss ich mich um die Angelegenheiten Anderer kümmern und das im schlimmsten Fall am besten gestern schon.
Jetzt betrachtet finde ich es für mich gut, dass ich mich getraut habe, einfach mal vier Tage mit dem Medikament auszusetzen. Ich kann zumindest jetzt sagen, dass es für mich einen Unterschied mit und ohne Medis gibt.
Aber, Du hast einen Punkt angesprochen, und zwar die Metapher mit dem Pedelec. Was ich damit sagen will:
Ich weiß jetzt, es gibt für mich einen Unterschied mit bzw. ohne Pillen, nur kann ich mit dem "Pedelec" noch nicht so gut umgehen. Es ist, als müsste ich das Radfahren von Neuem erlernen oder mich einfach daran neu gewöhnen oder als ob man dem berühmten Affen eine Schreibmaschine in die Hände drückt und wartet, bis er durch die Anschläge auf der Maschine zufällig die Abfolge anzuschlagender Buchstaben erwischt, welche hintereinandergelesen einen brauchbaren Spiegel-Bestseller ergeben 😉. Mit genügend langer, langer Zeit ist aber auch dies im Rahmen der Wahrscheinlichkeit desen, was passieren werden wird. Solange will ich natürlich nicht warten, bis auch ich das "Pedelec" bedienen kann (oder einen brauchbaren Spiegel-Betseller schreibe). Aber ich denke, dass hast Du bereits in Deinen freundlichen Worten bereits auch gesagt ☺️ . Ich brauchte wohl nur einmal für mich die Gewissheit, dass es ohne Medis doch anders ist als auch die Rückmeldung, dass es vielleicht gar nicht so ungewöhnlich ist, wenn ich mir Gedanken darüber mache, ob ich ADS jetzt nun habe oder nicht.
Letzen Endes habe ich wohl die "Euphorie" nach der ersten Einnahme ein wenig zu sehr genossen und habe darüber vergessen auch auf die vielleicht nicht gleich so präsenten Veräderungen zu achten und sensitiv genug dafür zu sein.
Noch einmal, lieben Dank und Gruß
PS: Wieso wird der Wirkstoff Lisdexamfetamin nur mit "..f"..geschrieben und das "Amphetamin" aber mit "..ph.."?