Dies. Hab nicht viel Hoffnung was Datenschutz und ähnliche Themen betrifft, aber es ist eine Frage der nationalen Sicherheit, ob man sich derart von US-Amerikanischen Unternehmen abhängig machen sollte.
Im Einzelhandel dürfen keine gesonderten Kosten für Kartenzahlungen erhoben werden. Ob du mit Karte zahlst, oder doch bar; am Ende bezahlst du den selben Betrag. Die Zusatzkosten der Kartenzahlung werden also bereits von Barzahlern mitgetragen. Wenn viele Menschen günstigere Zahlungsmethoden wählen wird das aber natürlich die Preiskalkulation beeinflussen. Im Lebensmitteleinzelhandel, in dem die Margen gering und die Konkurrenz groß ist, kann ich sehen, dass die Einsparungen an den Kunden weiter gegeben werden könnten. Wir reden hier aber von niedrigen Centbeträgen pro Einkauf. Das macht es schon schwierig Preise zu bilden, die auf einer 9 enden. Außerdem werden solche kleinen Vergünstigungen schnell von der Inflation gefressen. Im restlichen Warenhandel sehe ich da keine Chance.
Nicht, dass du unrecht hättest aber jedes Mal wenn über die Kosten für Kartenzahlungen diskutiert wird, dann werden schön die Kosten des Bargeldes ignoriert.
Da der Bericht vom BR ist habe ich mal Leistungs- und Gebührenkatalog der Sparkasse München rausgesucht.
Für Geschäftskunden (Seite 12-13):
Bargeld Einzahlung von Scheinen am Automat 1,5% (maximal 10€)
Bargeld Einzahlung von Münzen 2,5%, mindestens 8.5€
Bargeld Auszahlung von Scheinen am Automaten 0.65€
Bargeld Auszahlung Münzrollen 0.1 -0.7€/Rolle
Das sind jetzt jeweils die günstigsten Optionen, wenn man nicht den Automaten nutzt ist es nochmal teurer.
Die Sparkasse habe ich willkürlich gewählt, und die Kosten schwanken sehr zwischen den Banken.
Stimme völlig zu. Als jemand, der im Handel gearbeitet hat, habe ich mir das schon immer gedacht. Was bei den von dir erwähnten Gebühren noch komplett aussen vor ist, sind die Kosten für einen Bargeldtresor, Sicherheitstüren und Schliessanlagen und Bargeldtransport. Auch kostet das Handling von Bargeld unheimlich viel Zeit. Hinzu kommen Kassendifferenzen, die zwar selten sind, aber durchaus vorkommen. Und das alles für jedes einzelne Geschäft / jede Filiale. Das kommt nie und nimmer billiger als Kartenzahlung.
Das wollte ich auch sagen - alleine die Probleme mit Falschgeld, die Arbeitszeit für die Kassenabrechnung am Ende der Schicht und das durchaus existierende Raub- und Diebstahlsproblem machen Bargeld nicht gratis. Es hat einen Grund, warum diverse Geschäfte sich das sparen wollen
Es hat aber auch gute Gründe, warum man sich das nicht sparen sollte, und dass das auch zum Glück gar nicht so einfach legal möglich ist, weil Euro-Bargeld gesetzliches Zahlungsmittel ist.
Denn Bargeld funktioniert immer, egal, welches digitale System gerade mal ausfällt oder angegriffen wird.
16 replies
Wetten, dass der Endverbraucher davon absolut nichts sehen wird?
Kann ich verkraften, wenn es das Duopol von Visa und MasterCard aufbricht.
Dies. Hab nicht viel Hoffnung was Datenschutz und ähnliche Themen betrifft, aber es ist eine Frage der nationalen Sicherheit, ob man sich derart von US-Amerikanischen Unternehmen abhängig machen sollte.
Sowas haben wir nicht.
Ohne funktionierende Datenschutz schon grundsätzlich nicht, weil das jeden Vorteil sofort zunichte macht.
Macht schon noch einen Unterschied, ob die Daten von den eigenen Banken abgesogen werden, oder ohne Umweg in feindliche Länder gehen...
Sofern die Banken nicht auch Landesverräter sind und die Daten ohne Not selbst dort hinschicken. Tja...
Ist vollkommen Okay. Hauptsache die Amerikaner (Visa und MasterCard) bekommen nichts davon.
Im Einzelhandel dürfen keine gesonderten Kosten für Kartenzahlungen erhoben werden. Ob du mit Karte zahlst, oder doch bar; am Ende bezahlst du den selben Betrag. Die Zusatzkosten der Kartenzahlung werden also bereits von Barzahlern mitgetragen. Wenn viele Menschen günstigere Zahlungsmethoden wählen wird das aber natürlich die Preiskalkulation beeinflussen. Im Lebensmitteleinzelhandel, in dem die Margen gering und die Konkurrenz groß ist, kann ich sehen, dass die Einsparungen an den Kunden weiter gegeben werden könnten. Wir reden hier aber von niedrigen Centbeträgen pro Einkauf. Das macht es schon schwierig Preise zu bilden, die auf einer 9 enden. Außerdem werden solche kleinen Vergünstigungen schnell von der Inflation gefressen. Im restlichen Warenhandel sehe ich da keine Chance.
Edit: Grammatik
Nicht, dass du unrecht hättest aber jedes Mal wenn über die Kosten für Kartenzahlungen diskutiert wird, dann werden schön die Kosten des Bargeldes ignoriert.
Da der Bericht vom BR ist habe ich mal Leistungs- und Gebührenkatalog der Sparkasse München rausgesucht.
Für Geschäftskunden (Seite 12-13):
Das sind jetzt jeweils die günstigsten Optionen, wenn man nicht den Automaten nutzt ist es nochmal teurer.
Die Sparkasse habe ich willkürlich gewählt, und die Kosten schwanken sehr zwischen den Banken.
Stimme völlig zu. Als jemand, der im Handel gearbeitet hat, habe ich mir das schon immer gedacht. Was bei den von dir erwähnten Gebühren noch komplett aussen vor ist, sind die Kosten für einen Bargeldtresor, Sicherheitstüren und Schliessanlagen und Bargeldtransport. Auch kostet das Handling von Bargeld unheimlich viel Zeit. Hinzu kommen Kassendifferenzen, die zwar selten sind, aber durchaus vorkommen. Und das alles für jedes einzelne Geschäft / jede Filiale. Das kommt nie und nimmer billiger als Kartenzahlung.
Das wollte ich auch sagen - alleine die Probleme mit Falschgeld, die Arbeitszeit für die Kassenabrechnung am Ende der Schicht und das durchaus existierende Raub- und Diebstahlsproblem machen Bargeld nicht gratis. Es hat einen Grund, warum diverse Geschäfte sich das sparen wollen
Es hat aber auch gute Gründe, warum man sich das nicht sparen sollte, und dass das auch zum Glück gar nicht so einfach legal möglich ist, weil Euro-Bargeld gesetzliches Zahlungsmittel ist.
Denn Bargeld funktioniert immer, egal, welches digitale System gerade mal ausfällt oder angegriffen wird.
Außer im Supermark fällt das Kassensystem aus. Da bringt dich Bargeld auch nicht weiter.
Wenn das länger ausfällt, kommen die sehr schnell darauf zurück, dass man das auch zu Fuß machen kann.
Weshalb die Kosten dann eben nicht gesondert, sondern generell auf alle Kunden und Preise umgelegt werden...
Offline Zahlung ist doch auch nett