Spyke

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Zimmerbesichtigung

Nachdem Vanja ihr grünes Licht für die Besichtigung gegeben hat, steht Nika am nächsten Tag vor der Adresse. Sie atmet noch einmal tief durch und drückt den Klingelknopf. Während es im Haus summt, lässt sie den Blick schweifen. Eigentlich will sie nur wissen: Was kostet der Spaß? Und muss sie sich erst noch mühsam bei Ikea verschulden, oder steht da drin wenigstens schon ein Bett? Wenn der Raum komplett leer ist, wird die Sache mit der günstigen Bleibe nämlich ganz schnell zum teuren Projekt.

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Rückmeldung

Hi Nika hier - die von der Tankstelle gestern. Ich suche dringend ein Motel, ein Zimmer oder irgendwas mit nem Bett. Ich gurke aktuell eine Stunde und vierzig Minuten pro Stecke mit dem Bus rum. Damit verschwende ich mehr Lebenszeit, als mir dieser Job eigentlich wert ist. Solange ich hier feststecke, wäre es wohl klüger, direkt herzuziehen, bevor ich im Bus lebe. Würde mich über Rückmeldung freuen.

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Die Tankstelle

Die Tankstelle am östlichen Dorfausgang ist verwaist, sieht man von Nika ab. Draußen schneidet alle paar Minuten ein Auto durch die Stille der Landstraße, ansonsten steht die Welt still. Im Verkaufsraum summen die Kühlschränke, so penetrant, dass Nika spürt, wie ihre Geduld schwindet. Besonders die defekte Getränkekühlung hinten rechts zerrt an ihren Nerven. Alle drei Minuten springt die Tür mit einem leisen Klacken wieder auf, ganz gleich, wie hart man sie zuschlägt. Irgendwann hat sie entnervt einen Karton Scheibenreiniger davor gewuchtet, damit das Ding endlich Ruhe gibt.

Der Laden riecht nach abgestandenem Kaffee, heißem Plastik und dem fettigen Dunst des Hotdog-Grills, auf dem sich unermüdlich die Würstchen drehen. Hinter der Kasse liegt nichts, als ein zerknitterter Zettel ihres Chefs, dessen Handschrift so lieblos ist wie die gesamte Tankstelle.

Kaffeemaschine hakt manchmal -> einfach nochmal drücken.

Kühlung rechts nicht anfassen

Bei Problemen Nummer anrufen

Darunter prangt eine kaum lesbare Zahlenfolge. Das war sie - ihre gesamte Einweisung. Nun steht sie an ihrem ersten Probetag allein gelassen hinterm Tresen und rätselt, warum die Kasse bei jedem Diesel-Vorgang in einem schrillen Ton piept. Genervt lehnt sich Nika gegen die Arbeitsfläche, streicht sich eine Strähne aus der Stirn und starrt hinaus auf die leere Asphaltbahn. Dieser Ort fühlt sich an, wie ein Endpunkt. Oder wie ein Anfang. Sie weiß nur noch nicht wovon.

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