Aus für drei Downhill-Trails: Gericht erlaubt Rückbau und lehnt Eilantrag dagegen ab
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9 replies
Autsch.
Dass das ganze in einem Landschaftsschutzgebiet stattfindet, hast du überlesen? Man kann seine Trails ja einfach außerhalb von Landschaftsschutzgebieten bauen.
Das hätte sich dann aber die Region Hannover ganz einfach vor der Ausweisung des Pilotgebiets 2013 überlegen können…
Wenn du weiter liest, dann erfährst du, dass das Pilotgebiet dazu da war, um zu testen ob sich dadurch die Menge an illegaler Trails im Landschaftsschutzgebiet reduziert. Hat se sich aber nicht, daher wurde das Pilotprojekt als nicht erfolgreich beendet.
Die Frage nach den Gründen für den Fortbestand der illegalen Strecken parallel zu den legalen bleibt allerdings leider offen. Sind die legalen zu „langweilig“? Fühlen sich nicht alle Biker abgeholt? Gab es Streit bzw. Lagerbildung?
Und ehrlicherweise verdonnert man jetzt den Verein seine Strecken wieder abzubauen. Den Nutzungsdruck auf den illegalen Strecken wird das allerdings eher massiv erhöhen als zu reduzieren. Tendenziell wird vielleicht sogar noch mehr gebuddelt. Fragt sich also, was man damit gewinnt.
Ich hab das Thema hier bei mir in der Region durch, bei uns läuft es gut mit der Zusammenarbeit mit dem Forst - es war ein ordentliches Stück Arbeit. Die krassen Bauten (2m Kicker, Roadgaps, etc.) im Wald mussten abgebaut werden weil klar nicht legalisierbar. Dafür haben Land und Stadt Budget bereitgestellt und es wurden auf einem Brachstück legal gebaute Lines professionell gebaut. Wenn man will, geht es. Ein paar Kilometer weiter allerdings ist der Forst pauschal gegen die Biker und es ist ein Katz und Mausspiel mit Neubauten und Sperrungen/Abriss.
Öffentliches Interesse besteht halt nur, wenn es die priviligierte Klasse der Deutschen betrifft. Wandel die in irgendwas für Rentner oder Verbrennungsmotoren um, und schon ist alles okay. Schaffst du beides gleichzeitig gibt's sicher noch staatliche Zuschüsse.
Ich will nur mal einwerfen, dass man selber schon zur privilegierten Klasse gehört wenn man das nicht gerade billige Hobby Downhill hat... ich spreche aus Erfahrung...
Öffentliches Interesse ist ja eh so ein merkwürdiger Rechtsbegriff. Es macht ja durchaus Sinn, dass Gerichte sich nicht mit absolutem Kleinpups beschäftigen müssen. Wenn irgendwer über drei Himbeersträucher im Nachbargarten, die auf seinen Grundstück wachsen, prozessieren will, dann ist es okay, wenn dies abgelehnt wird. Aber gleichzeitig sehe ich dieses öffentliche Interesse in viel zu vielen Fällen als wohlfeine Ausrede, um eigentlich vollkommen berechtigte Strafverfolgung abzuschmettern. Natürlich gibt es ein öffentliches Interesse daran, dass man im Straßenverkehr nicht tot gefahren wird und dafür muss man auch Menschen, die im Straßenverkehr Leute bedrohen und bedrängen, entsprechend vor Gericht bringen. Wenn dann das öffentliche Interesse kommt und es damit abgelehnt wird, ist das arg merkwürdig.
Auch hier ist es etwas wild, weil es besteht natürlich ein größeres Interesse von Menschen an Mountainbike Trails. Es gibt halt in Deutschland hunderttausende Mountainbike-Fahrer. Die Förderung des Breitensports wird sich immer überall auf die Fahnen geschrieben. Fußballvereine kriegen dicke Subventionen für ihre Plätze, aber ein paar Trails haben kein Öffentliches Interesse?
Mountainbiken ist zweifellos ein Massensport, wird aber leider gerade von der Politik nicht als solcher betrachtet. Wenn man illegale Trails zurückbaut ist es das eine, einem Sport-Verein die Existenzgrundlage zu entziehen finde ich nochmal eine andere Dimension.