Ganz abgesehen davon, dass ein relevanter teil der Gesellschaft nicht über die 10 Klasse hinaus in einer allgemeinbildenden Schule ist und Gemeinschaftskunde auf Berufsschulen eher dürftig ist.
Aber inwiefern greift dann die Aussage, dass man über den ganzen Bildungsweg darauf erzogen wird, eine der existierenden Parteien zu wählen? Grüne, AfD, Piraten, Volt,.. alles Parteien, die neu erschienen sind und durchaus auch mediale Aufmerksamkeit bekommen haben und heute entweder reale Machtoptionen (Grüne, AfD) haben oder (Piraten, Volt) letztlich an sich selbst gescheitert sind.
Die linke wird mit anderen Mitteln bekämpft als nicht-etablierte Parteien. Erstere werden von quasi allen Medienhäusern diffamiert
Die Linke ist (als ihre Vorgängerpartei) in den neuen Bundesländern extrem verwurzelt und mächtig gewesen. Es gibt nur zwei Ost-Bundesländer, die seit der Wiedervereinigung keine Regierung mit der Linken hatten. Momentan kann sie sich Hoffnungen auf den ersten Platz in Berlin machen. Es funktioniert durchaus, wenn man die Leute begeistert.
Und ehrlich gesagt, die große landesumspannende Verschwörung der Medien gegen die Linke sehe ich jetzt auch nicht wirklich. Dass die FAZ wohl kaum ein wohlwollendes Essay zur AKL (Antikapitalistischen Linken) schreibt, ist wohl ebenso wenig verwunderlich wie dass das nd nicht mit Herzchenaugen von der jährlichen CSU-Klausurtagung berichtet. Jede Sparte hat ihre Medien und ihren Blick auf die Welt. Und die Medien, die sich um einen einigermaßen neutralen Blick bemühen (ÖR), habe ich jetzt nicht wirklich mit Fackeln und Mistgabeln gegen Ramelow oder Wirtschaftssenatoren Gysi oder Wolf anschreiben sehen. Und wie gesagt: ist nicht gerade Feddit mit der sehr starken "Linkslastigkeit" ein Beleg dafür, dass man sich trotzdem politisch anders orientieren kann? Meinst du, hier sind alle so viel schlauer als der Rest?
zweitere werden Totgeschwiegen und vor systematische Hürden gestellt.
Ist das nicht in Wahrheit die Relevanz-Hürde? Wir leben in einem Land von 80 Mio Leuten, da schafft es nur in die Medien und öffentliche Aufmerksamkeit, was genügend Relevanz erreicht hat. Politische Gruppierungen und Ideen jeglicher Couleur gibt is hierzulande wie Sand am Meer. Wer soll da nach welchen Anhaltspunkten entscheiden, welche dieser Neugründungen nun inhaltlich unbedingt bundesweit berichterstattungswürdig ist?
Du scheinst aber irgendwie zufrieden damit zu sein an dem Punkt stehen zu bleiben und darauf zu beharren, dass die Leute halt von alleine mündig werden sollen.
Ich bin damit ganz und gar nicht zufrieden, denn diese gelebte politische Unmündigkeit ruiniert uns gerade! Nur, ich sehe wenig Mittel dagegen, die nicht darauf hinauslaufen, den Teil der Bevölkerung, der nicht so abstimmt wie ich das für richtig hielte, zu bevormunden. Es liegt alles vor uns auf dem Tisch: ein Merz ist legendär unbeliebt, eine Gas-Kathi oder ein Spahn sowieso, über diese komischen Machenschaften wird - wie ja auch hier im Artikel - offen und transparent berichtet. Trotzdem wählen wir hierzulande so, wie wir wählen. Wo willst du da denn konkret ansetzen? Du sagst Bildung, ich kann da nur noch mal auf meinen Bekannten verweisen: Hochschulabschluss, Job, Einkommen, gutes Leben. Trotzdem Bildzeitung und politisch ein Holzkopf. Und davon kenne ich noch mehr. Umgekehrt gibt es genügend Leute mit wenig Bildung, die trotzdem begriffen haben, dass diese Partei der letzte Scheiß ist und sich politisch auf der anderen Seite des Spektrums aufhalten. Und wenn du dir dann wie gesagt Berlin anschaust, wo man als Linkspartei plötzlich mit einem griffigen Thema geschafft hat, die Leute von sich zu begeistern, dann zeigt es mir, dass es eben doch geht.