Spyke

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dach

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Geheime Absprachen: Fossile Lobby bringt Bundesregierung auf Linie

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Nach der letzten Bundestagswahl haben die Parteien des alten Bundestages eine Grundgesetzänderung zur Aufrüstung beschlossen die keiner im Wahlprogramm hatte und jeder vorher ausgeschlossen hat

Das ist so nicht richtig. SPD und Grüne wollten eine grundlegende Reform der Schuldenbremse, die Linke wollte sie ganz kippen. Wortbrüchig war Merz, der sein Versprechen nicht hielt - und das kam danach in den Umfragen auch nicht gut an.

Außerdem ist das ganze absolut kein Beleg für eine Entscheidung gegen die Mehrheit, sondern ganz im Gegenteil (Quelle: ZDF-Politbarometer März 2025)

Diese 50-100+ Milliarden zusätzliches Geld für die Bundeswehr erzeugen unmittelbar in unserem System kürzungen bei allen anderen Bereichen.

Auch das ist so nicht richtig. Diese Ausgaben erzeugen keine Kürzungen, da sie einmal durch ein 500 Mrd-Sondervermögen und andererseits Verteidigungsausgaben oberhalb von 1% des BIPs außerhalb der Schuldenbremse laufen dürfen. Sie laufen kreditfinanziert statt aus dem laufenden Haushalt. Genau darum gab es ja überhaupt den ganzen Affentanz mit/in der Union.

dach

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Geheime Absprachen: Fossile Lobby bringt Bundesregierung auf Linie

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Und wenn Menschen einen Diktator wählen ist das auch der Volkswille.

Die Wahl kann demokratisch sein, die Herrschaft eines Diktators ist es nicht.

Das heißt aber eben nicht dass die Menschen die uns in unserer Parlamentarischen Demokratie gerade vertreten im interesser der bevölkerung handeln.

Wenn Wahlergebnisse nicht mehr als Ausdruck des Volkswillens gelten, was dann?

dach

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Vermögenssteuer: Warum eine stärkere Besteuerung hoher Vermögen überfällig ist

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Aber aufgrund der Privilegien von Kapitalgesellschaften finde ich es unlogisch, das man versucht die gesamte Steuerlast auf Einkommensteuerniveau zu halten.

Ist eine politische Entscheidung, über die man diskutieren kann, klar! Aber das ist dann auch eine andere Diskussion als das ursprüngliche "Geheimtrick Holding" oder "3 Villen = Büro".

Wenn es einem Unternehmer wichtig ist, dass er nur Einkommensteuer zahlt, kann er ja eK oder eine GbR nehmen. Dann muss er halt als aufrechter Geschäftsmann mit Privatvermögen haften.

So fix verschränkt als Paket sind die beiden Sachen nicht. Mit einer GmbH & Co. KG hast du beides: volle Haftungsbeschränkung und transparente Besteuerung wie eine Personengesellschaft. Sehr häufig im Mittelstand und gibt es seit Ewigkeiten.

Umgekehrt darfst du als Personengesellschaft mittlerweile optieren, dich wie eine Kapitalgesellschaft besteuern zu lassen, und du darfst auch thesaurierte Gewinne wie eine Kapitalgesellschaft mit ~28% versteuern, also den elementaren Stundungsvorteil der Kapitalgesellschaft nachbilden, ohne eine sein zu müssen. Der Gesetzgeber ermöglicht hier ganz bewusst in beide Richtungen Flexibilität.

Oder er macht sich mittels einer Kapitalgesellschaft (weitgehend) frei von dieser Verantwortung, aber dann darf die Gesellschaft mMn auch deutlich höheres Schutzgeld, aka Steuer für dieses Privileg nehmen.

Nein, das darf die Gesellschaft tatsächlich nicht. So eine Art Steuer hatten wir bis 1992 mit der Gesellschaftssteuer. Die besteuerte den Erwerb von Anteilen an Kapitalgesellschaften. Diese Steuer wurde aber bereits seit den 60ern sukzessive auf EG-Ebene harmonisiert und ist heute über die EU-Kapitalansammlungsrichtlinie geregelt (2008/7/EG). Nach dieser Richtlinie darf diese Steuer auch nicht mehr eingeführt werden, europarechtlich ist die Tür hier also zu.

Und zwar für jede Instanz des Risikovermeidungsstapels eines Konzerns.

Die Haftung des Eigentümers wird durch die oberste Gesellschaft begrenzt, ganz gleich, wie viele Gesellschaften da noch unten dran hängen. Was man in Konzernstrukturen hat, ist die Risikotrennung zwischen den Geschäftsbereichen. Das stimmt. Aber auch dort sollte man sich nichts vormachen, Banken sind ja nicht blöd: wenn die sehen, dass die Tochter alles an die Mutter abtreten darf und selbst ziemlich dünn dasteht, dann gibt es Kredite nur, wenn entweder die Mutter mithaftet, Patronatserklärung oder sogar der Gesellschafter-Geschäftsführer eine persönliche Bürgschaft abgibt. Dazu die verschiedenen Formen von Haftung, die im Falle von Problemen trotzdem auftauchen können und Zugriff aufs "sichere" Vermögen erlauben (Geschäftsführerhaftung, Durchgriffshaftung, etc). So hermetisch abgeriegelt, wie man sich das auf dem Papier vielleicht vorstellt, ist es am Ende nicht.

Also wie mit der Änderung von Reichtum seit der Industrialisierung (bspw. Verschiebung von Landbesitz zu Produktionsmitteln) die Steuer- und Wirtschaftsgesetzgebung sich gezielt so mitgewandelt hat, dass Reichtum (Besitz) eben steuerlich gegenüber Arbeit begünstigt wird.

Keine Ahnung, wie das in Amerika oder Großbritannien ablief, aber bei uns war es eigentlich eher andersrum. In Preußen kam 1891 die progressive Einkommensteuer, 1893 die Vermögensteuer und 1906 die Erbschaftsteuer. Also mehr Besteuerung von Besitz statt weniger. Die Aussage würde aber stimmen, wenn man sie stattdessen auf die letzten 40 Jahre bezieht, denn da gibt es diese Tendenz tatsächlich.

dach

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Vermögenssteuer: Warum eine stärkere Besteuerung hoher Vermögen überfällig ist

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Aber ich gebe der Holding ja auch andere Privilegien: ich entziehe ja bei der Ausschüttung an die Holding ner Tochtergesellschaft quasi Kapital, und schütze ebenjenes Kapital vor den Geschäftsrisiken ebenjener Tochtergesellschaft.

Das ist aber nicht holdingspezifisch. Bei einer "normalen" Gesellschaft, die einer natürlichen Person gehört, würde der Gewinn auf gleichem Wege abfließen. Nur eben nicht zur Holding, sondern zur Person. Das Prinzip, Ausschüttung der Gewinne, bleibt komplett gleich, es ändert sich nur, wer das Geld bekommt. Für einen Gläubiger der Gesellschaft ist das wurscht, die Abschirmung entsteht nicht durch die Holding, sondern durch die Rechtsform der eigentlichen Gesellschaft + die Ausschüttung.

Und wenn unser Steuersystem so logisch wäre, ist ja die Zwischenfirmenbesteuerung trotzdem Humbug, weil dann müsste ja keine Steuer anfallen.

Das stimmt! Das Problem hier ist, dass §3c EStG gleich zu Beginn festlegt, dass Ausgaben, die mit steuerfreien Einnahmen im unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang stehen, nicht abgezogen werden dürfen. Das bedeutet, dass bei komplett steuerfreien Dividenden jedes betroffene Unternehmen fein säuberlich abtrennen müsste, wie viel von den Finanzierungs- und Verwaltungskosten nun auf diese Beteiligung entfällt. Stattdessen schreibt der Gesetzgeber einfach diese 5% pauschal vor, die aufwendigen Einzelfallermittlungen entfallen. Eine massive Arbeitserleichterung in der Praxis, aber eigentlich nicht logisch.

Ich empfehle dir Code of Capital von der Princeton Professorin Katharina Pistor. Sie beschreibt, wie diese Strukturen (bspw. Holdinggesellschaften) explizit zur Steuervermeidung überhaupt codifiziert wurden.

Interessant. Was schreibt sie denn genau?

dach

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Vermögenssteuer: Warum eine stärkere Besteuerung hoher Vermögen überfällig ist

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Hier muss man zwischen zwei unterschiedlichen Ereignissen unterscheiden, die besteuert werden sollen: einmal die Entstehung des Gewinns (Wertschöpfung) und einmal der endgültige Übergang ins Privatvermögen. Die natürliche Person ist das Ende der Kette, wenn das Geld dort ankommt, ergibt sich die effektive Definitivbelastung von ~48% von 1€ Unternehmensgewinn*. Dafür kann sie dann auch wirklich mit dem Geld machen, was sie will. Bierchen, Villas, vollkommen egal.

Die Konzernholding hingegen ist nur eine Zwischenstation. Weder entsteht dort der Gewinn, noch geht er dort ins Privatvermögen über. Wenn man so will ist das ähnlich wie beim Vorsteuerabzug bei der Umsatzsteuer. Ein Zwischenhändler kann die von ihm gezahlte Umsatzsteuer abziehen und belastet wird wirklich nur der Endverbraucher. Da ist auch egal, wie viele Zwischenhändler bis zum Endverbraucher durchlaufen werden. Bei der Regel geht es nicht darum, Konzernstrukturen zu privilegieren, sondern neutral zu behandeln. Sonst würde man nicht Wertschöpfung besteuern, sondern Organigramme.

*aufgeteilt auf zwei Ebenen: 30% zahlt die Gesellschaft auf ihren Gewinn, ~26% auf den Rest bei Ausschüttung die Privatperson, so dass sich am Ende absichtlich eine Gesamtbelastung von 48%, also quasi dem Spitzensteuersatz für Einkommen + Soli ergibt.

dach

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Vermögenssteuer: Warum eine stärkere Besteuerung hoher Vermögen überfällig ist

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🙄. Deswegen hast du ja eine zweite Stiftung, duh.

Jo, genau so Schlauberger meinte ich. Was der Typ da vorschlägt, kollidiert direkt mit §42 AO. Genau so Konstrukte landen vorm BFH und werden kassiert. Die Leute dürfen dann alles nachzahlen und stehen dümmer da als vorher. Das weiß auch der Typ und bietet deshalb als entgeltliche Leistung unten auf der Seite, wie man den §42 ausdribbeln soll.

Dabei verschweigt er aber, dass a) das Vermögen für immer in den Stiftungen verschwindet und damit dem privaten Zugriff, auch seiner Nachkommen, entzogen ist, b) die Übertragung der Vermögen zwischen den Stiftungen löst bspw bei Immobilien Grunderwerbsteuer aus, dann freigebige Zuwendung (§7 ErbStG) in Steuerklasse 3 (30-50%). Alle 30 Jahre. Und wie gesagt: für den privaten Konsum kommt da überhaupt nichts raus.

Oh no, Mehrfachbesteuerung 🫣😱🤯. Sag mal jemand dem Klingbeil, dass alle Konsumsteuern auch von meinem bereits versteuerten Einkommen bezahlt werden.

Das hat mit Klingbeil oder Konsumsteuern nichts zu tun, sondern mit der Grundidee, dass eine Steuerart (hier Steuern auf Einkommen und Ertrag) nur einmal zu entrichten sind. Das ganze ist bewusst so ausgelegt, dass die endgültige Steuerbelastung mit ~48% auf dem Niveau des Spitzensteuersatzes liegt. Ohne diese Regel würden in Konzernen ja mit jeder Ebene erneut die gleichen 30% fällig, was natürlich Quatsch ist.

Aha. Deshalb gibt es keine Wirtschaftskriminalität mehr. Fälle wie Wirecard werden direkt entdeckt, weil der Betriebsprüfer da ständig nachschaut.

Wirecard hat Umsätze erfunden, also sogar freiwillig zu viel Steuern gezahlt. Und gerade ein Betriebsprüfer ist da wohl auch drüber gestolpert, hat Meldung gemacht, aber die Staatsanwaltschaft hat nichts unternommen.

Und unser Steuerberater hat uns das halt damals auch so erklärt, bei der Firmengründung.

Ob er das mit den 3 Villen = Büros so gesagt hat möchte ich mal nicht hoffen..

dach

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Vermögenssteuer: Warum eine stärkere Besteuerung hoher Vermögen überfällig ist

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Stiftung macht man erst um Erbschaftssteuer zu umgehen.

Das denken zwar viele, und windige Typen werden nicht müde, es so zu bewerben, ist aber käse. Statt einer Erbschaftssteuer nimmt der Staat hier einfach eine Erbersatzsteuer alle 30 Jahre vor. De facto kommt es also genauso, wie als würdest du das Vermögen alle 30 Jahre vererben und zahlst genauso Steuern dafür.

Wenn die Unternehmen, die zur Holding gehören, Gewinn ausschütten, fallen darauf <1% Steuern an.

Nur bei richtigen Beteiligungen > 10% und auch eher 1,5%. Warum? Weil der Gewinn von den Tochtergesellschaften bereits voll versteuert wurde mit 30% und man so eine Mehrfachbesteuerung verhindert.

Wird dann ins Privatvermögen ausgeschüttet, landet man bei ~48% Steuerlast. Der Clou an dem Konstrukt ist also weniger, dass du weniger Steuern bezahlst, sondern dass du sie schieben kannst bis zur Ausschüttung.

Du gehst zur Bank und beleihst deine Holding, die ist ja viel wert, da liegt ja dein ganzes Geld drin. Jetzt hast du Geld für Bierchen. Privat bist du auch noch verschuldet, da kann man noch mal Steuern sparen.

Bei einer Holding, die einen Privatkredit besichert, bist du ruckzuck in der verdeckten Gewinnausschüttung, da stürzt sich das Finanzamt mit Feuereifer drauf. Das löst direkt die Steuern aus, die man mit diesem Spitzenplan vermeiden wollte. Dazu kann man konsumptive Kredite nicht anrechnen, also nützt dir die Verschuldung zum Steuernsparen nichts.

Aber das meiste zahlst du eh einfach als Firmenausgabe aus der Holding. Der gehören dann halt auch deine drei Villen, alles Büros.

Das kannst du gerne probieren, ist aber einfach nur illegale Steuerhinterziehung und wird entsprechend geahndet.

Der Wirtschaftsprüfer kommt statistisch ja eh nur alle 10.000 Jahre vorbei und du kannst aus dem Firmengeld ja auch gute Anwälte bezahlen.

Was du meinst, ist der Betriebsprüfer. Und der kommt ab einer gewissen Größe lückenlos. Diese großen Lücken hast du nur als Kleinstbetrieb.

dach

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Geheime Absprachen: Fossile Lobby bringt Bundesregierung auf Linie

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Der Wähler wird über den ganzen Bildungsweg dazu erzogen eine der existierenden Parteien zu wählen.

Wie das?

Neue und wirkmächtige Angebote zu schaffen ist absichtlich mit riesigen Hürden belegt.

Wenn es bei den Leuten zieht, funktioniert es. Das sieht man einerseits bei den Blaunen, aber selbst wenn man die und ihre undurchsichtigen Finanzquellen mal ausklammert, nimm halt die Grünen. Da stand absolut kein Establishment dahinter, trotzdem: Gründung in den 80ern, Regierungsbeteiligung in den 90ern, Kanzleraspiranten in den 2020ern. Es geht schon. Und Stichwort riesige Hürden: wenn wir von Die Linke reden: die war sich doch lange selbst die größte Hürde, siehe Wagenknecht und co. Diese Witze mit drei Linke, vier Splittergruppen kommen ja nicht von ungefähr. In Berlin hingegen stehen sie momentan mit einem klaren, simplen Thema so stark da wie noch nie - trotz Boulevard.

Aber die ganze Schuld nur beim Wähler zu suchen und das System, dass den Wähler zwischen den Wahlen formt, einfach abzutun ist auch verkürzt.

Die Wirkung bestimmter Medien nehme ich hier nicht in Schutz, wohl aber die Demokratie, die hier im Thread speziell herausgestellt wurde.

Und ja: ich nehme den Wähler da absolut in Verantwortung, denn das ist die Kehrseite der Medaille: Wenn ich eine Wahl habe, trage ich auch die Verantwortung dafür. Bild-Zeitung hin oder her, jeder von uns ist mündig genug, seine eigene Entscheidung treffen zu können und zu müssen. Man muss weder Merz noch Braun wählen, du und ich und die anderen hier schaffen das ja auch (nehme ich jetzt mal an), warum sollte das bei anderen dann nicht auch gelten?

dach

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Geheime Absprachen: Fossile Lobby bringt Bundesregierung auf Linie

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Ganz abgesehen davon, dass ein relevanter teil der Gesellschaft nicht über die 10 Klasse hinaus in einer allgemeinbildenden Schule ist und Gemeinschaftskunde auf Berufsschulen eher dürftig ist.

Aber inwiefern greift dann die Aussage, dass man über den ganzen Bildungsweg darauf erzogen wird, eine der existierenden Parteien zu wählen? Grüne, AfD, Piraten, Volt,.. alles Parteien, die neu erschienen sind und durchaus auch mediale Aufmerksamkeit bekommen haben und heute entweder reale Machtoptionen (Grüne, AfD) haben oder (Piraten, Volt) letztlich an sich selbst gescheitert sind.

Die linke wird mit anderen Mitteln bekämpft als nicht-etablierte Parteien. Erstere werden von quasi allen Medienhäusern diffamiert

Die Linke ist (als ihre Vorgängerpartei) in den neuen Bundesländern extrem verwurzelt und mächtig gewesen. Es gibt nur zwei Ost-Bundesländer, die seit der Wiedervereinigung keine Regierung mit der Linken hatten. Momentan kann sie sich Hoffnungen auf den ersten Platz in Berlin machen. Es funktioniert durchaus, wenn man die Leute begeistert.

Und ehrlich gesagt, die große landesumspannende Verschwörung der Medien gegen die Linke sehe ich jetzt auch nicht wirklich. Dass die FAZ wohl kaum ein wohlwollendes Essay zur AKL (Antikapitalistischen Linken) schreibt, ist wohl ebenso wenig verwunderlich wie dass das nd nicht mit Herzchenaugen von der jährlichen CSU-Klausurtagung berichtet. Jede Sparte hat ihre Medien und ihren Blick auf die Welt. Und die Medien, die sich um einen einigermaßen neutralen Blick bemühen (ÖR), habe ich jetzt nicht wirklich mit Fackeln und Mistgabeln gegen Ramelow oder Wirtschaftssenatoren Gysi oder Wolf anschreiben sehen. Und wie gesagt: ist nicht gerade Feddit mit der sehr starken "Linkslastigkeit" ein Beleg dafür, dass man sich trotzdem politisch anders orientieren kann? Meinst du, hier sind alle so viel schlauer als der Rest?

zweitere werden Totgeschwiegen und vor systematische Hürden gestellt.

Ist das nicht in Wahrheit die Relevanz-Hürde? Wir leben in einem Land von 80 Mio Leuten, da schafft es nur in die Medien und öffentliche Aufmerksamkeit, was genügend Relevanz erreicht hat. Politische Gruppierungen und Ideen jeglicher Couleur gibt is hierzulande wie Sand am Meer. Wer soll da nach welchen Anhaltspunkten entscheiden, welche dieser Neugründungen nun inhaltlich unbedingt bundesweit berichterstattungswürdig ist?

Du scheinst aber irgendwie zufrieden damit zu sein an dem Punkt stehen zu bleiben und darauf zu beharren, dass die Leute halt von alleine mündig werden sollen.

Ich bin damit ganz und gar nicht zufrieden, denn diese gelebte politische Unmündigkeit ruiniert uns gerade! Nur, ich sehe wenig Mittel dagegen, die nicht darauf hinauslaufen, den Teil der Bevölkerung, der nicht so abstimmt wie ich das für richtig hielte, zu bevormunden. Es liegt alles vor uns auf dem Tisch: ein Merz ist legendär unbeliebt, eine Gas-Kathi oder ein Spahn sowieso, über diese komischen Machenschaften wird - wie ja auch hier im Artikel - offen und transparent berichtet. Trotzdem wählen wir hierzulande so, wie wir wählen. Wo willst du da denn konkret ansetzen? Du sagst Bildung, ich kann da nur noch mal auf meinen Bekannten verweisen: Hochschulabschluss, Job, Einkommen, gutes Leben. Trotzdem Bildzeitung und politisch ein Holzkopf. Und davon kenne ich noch mehr. Umgekehrt gibt es genügend Leute mit wenig Bildung, die trotzdem begriffen haben, dass diese Partei der letzte Scheiß ist und sich politisch auf der anderen Seite des Spektrums aufhalten. Und wenn du dir dann wie gesagt Berlin anschaust, wo man als Linkspartei plötzlich mit einem griffigen Thema geschafft hat, die Leute von sich zu begeistern, dann zeigt es mir, dass es eben doch geht.

dach

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Geheime Absprachen: Fossile Lobby bringt Bundesregierung auf Linie

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Was trifft jetzt zu: A) das Land ist immer noch eine Demokratie. Denn der Diktator wurde demokratisch gewählt. B) das Land ist keine Demokratie denn es hat einen Diktator

B. Die Herrschaft des Volkes endet mit Machtübernahme des Diktators, denn nun liegt die Macht ausschließlich bei ihm/seiner Clique.

Du siehst ein dass wir korrupte Politiker haben welche nicht nach dem Volkswillen handeln, sagst aber, da diese demokratisch gewählt wurden leben wir in einer Demokratie.

Mein Punkt ist: dass diese Politiker an der Macht sind, ist der ausgedrückte Volkswille. Das ist doch genau das Problem! Und im Gegensatz zum Diktator stellen sich diese Politiker regelmäßig auf verschiedensten Ebenen dem demokratischen Votum - und werden wieder und wieder bestätigt. Das Volk wird regelmäßig gefragt, könnte Alternativen wählen, tut es aber nicht. Und wenn, dann ist es die sog "Alternative", die letztlich zwar einen Systembruch anstrebt, aber einen, den die Leute nicht nur hier auf Feddit nicht haben wollen.

dach

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Geheime Absprachen: Fossile Lobby bringt Bundesregierung auf Linie

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Ich denke das Problem kommt daher dass eben Demokratie nicht klar definiert ist. Bzw. Wir einfach sagen dass das System in dem wir leben eine Demokratie ist.

Die Behauptung, dass wir in einer Demokratie leben, ist nicht einfach so mal aus der Luft gegriffen und die repräsentative Demokratie ist eine Form davon. Der Grund, warum ich das explizit so genannt habe, ist, da viele Demokratie im Kopf ausschließlich mit direkter Demokratie gleichsetzen.

Und bezüglich der direkten Demokratie kann ich mich nur wiederholen:

Sich vorzumachen, dass das groß anders liefe, wenn nur endlich das “Volk selber” mitentscheiden dürfte, halte ich für vollkommen fahrlässig. Sonntagsfrage Stand jetzt hat eine absolute Mehrheit rechts der Mitte. Deutschland ist einfach ein ziemlich konservatives Land.

Du schreibst:

Was diese Personen machen steht praktisch nicht zur Debatte.

Aber das ist so nicht richtig. Alle 4 bzw 5 Jahre müssen sich diese Repräsentanten der Wiederwahl stellen und ihre demokratische Legitimation erneuern.

Aber die wichtigsten Punkte standen nie zur Abstimmung sondern werden ständig gegen die Mehrheit beschlossen

Welche sind das?

dach

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Geheime Absprachen: Fossile Lobby bringt Bundesregierung auf Linie

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Ich könnte jetzt zynisch sagen, dass Macht korrumpiert.

Andererseits hat noch jede Partei in der Regierungsverantwortung ihre scharfen Kanten verloren. Die PDS hat in Berlin damals den Verkauf von 60.000 Wohnungen getragen und unter Wirtschaftssenator Wolf auch einen ziemlich harten Sanierungskurs gefahren. Ein Ministerpräsident Ramelow in Thüringen ist für viele mit seiner staatstragenden Gemäßigtkeit auch weit weit weg von den Flügeln der Partei, die radikale Änderungen wollen. Die Frage ist halt, was hierzulande mehrheitsfähig ist.

dach

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Geheime Absprachen: Fossile Lobby bringt Bundesregierung auf Linie

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Aber übt unser Volk denn die Macht aus?

Ja, im Rahmen einer repräsentativen Demokratie. Das bedeutet, man wählt die Leute, die dann für einen die Entscheidungen treffen.

Keine der Parteien die in den letzten Jahren in der Regierung war haben sich an die Wahlprogramme gehalten, oder?

..und trotz den ganzen Merz's, Scholz's, Dobrindts, Spahns, etc.. wählen die Leute wieder und wieder mehrheitlich diese Parteien. Sie bekommen genau das, was sie wählen.

Sich vorzumachen, dass das groß anders liefe, wenn nur endlich das "Volk selber" mitentscheiden dürfte, halte ich für vollkommen fahrlässig. Sonntagsfrage Stand jetzt hat eine absolute Mehrheit rechts der Mitte. Deutschland ist einfach ein ziemlich konservatives Land.

dach

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Geheime Absprachen: Fossile Lobby bringt Bundesregierung auf Linie

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Ich weiß ja nicht wie das bei dir so war aber bei mir wurde in Sozialkunde nur über etablierte Parteien gesprochen

Wirklich mit dem politischen System befasst haben wir uns mMn eh erst ab der Sekundarstufe. Wenn du schreibst, man würde über den ganzen Bildungsweg dazu erzogen, dann klingt das für mich aber eher danach, als würde man schon in der Vorschule Material von seinem örtlichen JU-Kontaktmann in die Hand gezwungen bekommen :)

Aber im Ernst: meine Erfahrung war wirklich nicht so. Zu dem Zeitpunkt, wo es tatsächlich auch im Detail um die politische Landschaft Deutschlands ging, waren die Leute schon reif und interessiert genug, sich da ihre eigenen Gedanken zu machen zu können und wollen - bzw eh der grundsätzlichen Meinung, dass Erwachsene und ihre Meinungen nerven.

Außerdem, was heißt für dich "etablierte Partei"? Die Linke ist doch bspw längst eine etablierte Partei und will etwas komplett anderes als die Union. Also selbst innerhalb der sichtbaren "etablierten Parteien" ist ein breites politisches Spektrum abgebildet - die Leute wählen aber trotzdem wie sie wählen.

die meisten schauen nicht über den Tellerrand der ihnen gebotenen Lektionen hinaus.

Ja warum das so ist ist die Frage. Warum schaffen das die anderen nicht?

Aber wessen Schuld ist das dann am Ende? Ich habe einen alten Studienkollegen, wir haben beide das gleiche Bildungslevel, sind in einer ungefähr vergleichbaren Umgebung aufgewachsen. Er bezieht seine Meinung aber über sein Bild plus Abo und redet politisch dummes, populistisches Zeug. Das hat er sich letztlich schon selber so ausgesucht.

Nur weil Menschen mündig sind heißt das nicht, dass sie in der Lage sind alles selbst zu lernen.

Es heißt aber, dass man selber die Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen muss. Und da muss man sich irgendwann entscheiden, ob man einfach blind der Herde nachläuft und nicht selber denken will, oder ob man die Dinge hinterfragen möchte. Diese Verantwortung kann man nicht abstreifen, auch wenn es sehr bequem wäre. Die Kehrseite eines Wahlsystems, bei dem alle mitbestimmen können, ist eben auch, dass man sich selber mit dem Themenkomplex auseinandersetzen muss. Und dazu sind viele einfach zu bequem und wollen stattdessen lieber einfache Antworten.

Und an dem Punkt kommt man man meines Erachtens auch nicht vorbei, ohne die Bürger zu entmündigen, nach dem Motto: du weißt halt nicht, was wirklich gut für dich ist.