Polen: PiS erhält Auftrag zur Regierungsbildung
Präsident Andrzej Duda hat dem bisherigen Premier Mateusz Morawiecki von der rechtskonservativen PiS den Auftrag zur Regierungsbildung erteilt, obwohl das Oppositionslager insgesamt bei den Parlamentswahlen mehr Sitze gewonnen hatte. Es sei gute Tradition, den Auftrag zunächst an die wählerstärkste Partei zu geben, so Duda, der selbst für die PiS politisierte, bevor er Präsident wurde. Kommentatoren finden diese Haltung wenig konstruktiv.
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12 replies
War im Gespräch und ist per se auch "ok", aber hätte ich echt nicht mit gerechnet, dass man diesen destruktiven Weg einschlägt.
Was ist daran destruktiv? Die PiS wird keine Regierung zusammenbekommen, das wurde ja schon von der Opposition kategorisch ausgeschlossen und der Auftrag geht an die nächste Partei.
Klar, es verzögert das Unausweichliche und gibt Tusk & Co. weniger Zeit, um erste Projekte umzusetzen. Aber sie können ja jetzt schon mit Koalitionsverhandlungen beginnen. Der Ball wird Ihnen unweigerlich zugespielt werden müssen.
Die Tagesschau schreibt dazu:
Das finde ich dann doch schon schlimmer als eine "einfache" Verzögerung.
Außerdem kommt für mich erschwerend hinzu das der Präsident drei Wochen gewartet hat um den regierungsauftrag zu erteilen und damit nochmal Zeit geschindet hat. Jetzt ist die Frage, wie lange er der Pis zur "Regierungsfindung " Zeit lässt
Nicht zu vergessen dass das Budget eine feste Deadline hat so dass die Opposition nach Einzug in die Ministerien nur extrem wenig Zeit für recht langfristige Planung hat ohne wirklich einen Überblick zu haben
Und wenn sie die Deadline reißen kann der Präsident das Parlament auflösen und nochmal wählen lassen
Ist das nicht erstmal normal? Die PiS hat die meisten Stimmen erhalten. Ob andere Parteien zusammen mehr haben, spielt doch keine Rolle, solange keine einzelne mehr Stimmen hat.
Dass explizit bis zum letztmöglichen Tag gewartet wurde und die Opposition jetzt erstmal aussitzen muss riecht schon sehr nach Zeit schinden
Ich finde den Titel etwas Irreführend.
Was genau meinst Du denn?
Der Titel impliziert, dass der Regierungsbildungsauftrag am die PiS ging, weil er das so möchte und nicht weil der automatisch an die stärkste Partei gehtOffensichtlich zum Teil Quark, schaut was Marv sagt
Abgesehen davon, dass ich diese Unterscheidung im Titel nicht erkennen kann, geht der Auftrag in Polen gerade nicht automatisch an die stärkste Partei. Es ist nur eine Gepflogenheit, dass die Präsidenten es bisher so handhabten.
Dies bestätigt der Präsident laut Artikel sogar selbst:
Es war also eine wohlkalkulierte Entscheidung, kein Automatismus.
Danke fürs richtigstellen!