Seid ihr jemals insgesamt 4 Stunden lang, 4 Tage pro Woche zur Hochschule gependelt?
Weil das ist, was ich machen müsste, wenn ich nicht umziehe und das Studium bei einer öffentlichen Hochschule abschaffen möchte: 2 Stunden mit der Regiobahn und einmal Aus/Einsteigen hin, Vorlesungen, 2 Stunden und einmal Aus/Einsteigen zurück.
Vorlesungen und Seminare beginnen um 08:00 Mo bis Do, Fr ist immer frei. Vorlesungen ab und zu ganztägig bis 19:00 mit einer einstündigen Pause von 12:00 bis 13:00. Es gibt Tagen, wo man nur eine einzige Vorlesung hat: von 08:00 bis 09:30.
Ich finde es komplett unrealistisch und sehr teuer (wo esse ich und was?), die Beraterin der Hochschule meinte, es gibt Menschen, die sowas machen.
Die andere Möglichkeit besteht darin, für die 7 Semester des Studiengangs eine zweite Wohnung zu mieten: ein 35,6 m² Appartment in der Nähe der Hochschule würde mir 750 Euro im Monat warm kosten.
Die Beraterin empfahl außerdem eine WG: ich bis 37 Jahre alt und eine WG mit Menschen, die 18 bis 22 Jahre alt sind erscheint mir eine noch schlimmere Idee.
Es handelt sich um einen Studiengang mit NC und vielleicht werde ich abgelehnt, aber wer keine Chance nutzt, verliert sie zu 100 %.
Ich finde Präsenzunterricht gut, besser als die Online-Kurse, die von privaten Online-Hochschulen angeboten werden. Das Studium bei den privaten Hochschulen würdet mir 750 Euro im Monat kosten. Bei der öffentlichen Hochschule würde ich nur den Studierendenwerksbeitrag pro Semester zahlen: 80 Euro.
Ich lese gerne eure Antworten.
13 replies
Ich bin die ersten 5 Semester gependelt, mit öffi ca 1:30-2h pro weg, mitm auto je nach Verkehr 45-90min. Mit tagen von 8-18 uhr + 2h pro weg ist das schon nicht so zu empfehlen
Also WG ist da sicherlich entspannter. Je nachdem, wen man erwischt kann das denke ich auch ganz gut funktionieren wenn die Bedürfnisse und Grenzen gut eingehalten werden
Viel Erfolg :)
Es gibt ja nicht nur extrem junge Studentys, es fängt doch gar nicht jeder mit 18 an zu studieren und mit Nebenjob und Master dauert so ein Studium dann auch oft länger als 4 Jahre. 37 und 25 stelle ich mir durchaus machbar vor und es gibt sowieso viele Studentys, die entweder keine Zeit/Geld oder keine Lust auf dauernde Partys haben. Wenn es dann sogar nur ein Zweitwohnsitz ist, wird das zusätzlich entschärft.
4 Stunden pendeln am Tag würde ich nicht machen, du musst ja noch Verspätungen und Ausfälle dazurechnen, gerade wenn es draußen sehr heiß oder kalt ist wird das echt unangenehm.
Also uns hat man im Studium mal erzählt es gibt Zahlen dazu. Ab mehr als eine Stunde pendeln pro Weg (soweit ich mich da richtig erinnere) steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Studienabbruch.
Das heißt jetzt nicht, dass es unmöglich ist... Wenn Bus und Bahn jetzt nicht so brechend voll und laut sind, kann man da ja auch Hausaufgaben machen oder etwas lesen. Scheint aber durchaus schwieriger zu sein sowas durchzuziehen.
Zum Wohnen in einer WG mit 15 Jahren Altersunterschied kann ich nix sagen. Wüsste jetzt nicht warum das nicht gehen sollte. Kommt halt wie sonst auch auf die Persönlichkeit der ganzen Mitbewohner an.
da nervst du nicht nur dich selber, sondern auch die 20-jährigen, denke ich mal. wenn da so ne sehr erwachsene "ne das geht nicht, mal lieber nicht zu laut sein am abend, konzentrier dich auf das studium" person auf so ein paar menschen trifft, die gerade zum ersten mal das leben genießen wollen, dann reibt das zu sehr.
Ja. Also Menschen ändern sich schon in den Lebensabschnitt. Auf der anderen Seite kenne ich auch 20jährige, die innerlich älter sind als manch 50jähriger... Und WGs sind immer so eine Sache. Ich hab ne ganze Weile im Studentenwohnheim gewohnt und da war das ziemlich zufällig wen man als Mitbewohner bekommt. Irgendwelche Hardcore-Partynasen passen natürlich sehr schlecht zu jemandem der ihr/sein Studium in Mindestzeit durchziehen möchte. Oder vllt einen schwierigeren Studiengang hat wo man regelmäßig morgens irgendwo konzentriert zum Antestat oder anderem Bullshit auftauchen muss. Das geht natürlich recht schlecht wenn deine Mitbewohner nachts um 2 noch kiffen und holländischen Gabber hören und danach die Küche plündern... Meiner Erfahrung nach ist das aber nicht die Regel. Allerdings auch nicht komplett unwahrscheinlich.
Aber Parties und Leben gehört meiner Meinung nach schon irgendwie zu dem Lebensabschnitt dazu. Genauso gehört sich ab und zu mal Uneins sein zum WG-Leben dazu... Über Lautstärke, die Sauberkeit von Küche und Badezimmer... Also, die Mitbewohner vorher kennenlernen hilft. Ansonsten wenn man da keinen Bock drauf hat sollte man sich das schon überlegen ob eine WG so das Beste ist.
Wenn man es schafft sich irgendwie einig zu werden oder sowieso zusammenpasst, halte ich es aber durchaus für möglich. Also ich hab zumindest mit Anfang 20 mit jemand zusammengewohnt der schonmal ca 10 jahre älter war und das war überhaupt kein Problem. Ich bin aber auch zum einmal die Woche Party machen aus dem Haus gegangen.
Ich bin wahrscheinlich nicht der typischste Student, deswegen ist meine Geschichte vielleicht nicht auf jeden übertragbar. Aber hier ist sie.
Ich habe sehr nah zu meiner Uni gewohnt, vielleicht sogar ein bisschen zu nah. 5 min Fahrradweg haben es mir ermöglicht in den Vorlesungspausen nach Hause zu fahren und League of Legends zu zocken, was natürlich nicht gut für den Lernfortschritt ist.
Einen prüfungsbedingten Studiengangwechsel und zwei Extrasemester später: Nach der Abschlussarbeit hatte ich noch eine Prüfung nachzuholen und weil das nur ein Tag pro Woche Veranstaltungen dazu bedeutet hätte, hab ich wieder bei meinen Eltern gewohnt und bin eine Stunde gependelt mit dem Auto. Es kam dann dazu, dass das Studium zu wenig Raum in meinem Leben eingenommen hat, auch nicht gut für den Lernerfolg und prompt hab ich die Prüfung verkackt.
Danach hab ich beschlossen, wieder in ne WG am Studienort zu ziehen, die zusätzliche Zeit mit Wahlfächern und Lerngruppe aufgefüllt und dadurch letztendlich diese finale Prüfung bestanden.
Für mich war diese 1h Autofahrt schon kacke, 2h einfach wäre die Hölle für mich gewesen. 4 mal die Woche würde ich das niemals machen. Vor allem weil der Stundenplan so zerrupft war und immer wieder kurzfristige Verschiebungen passiert sind, dass ich mich oft nur über die unnütze Downtime geärgert hätte.
Studium ist, wenn man es ernst nimmt, ein immenser Zeitaufwand und von der Planbarkeit her nicht mit einem geregelten Arbeitsleben zu vergleichen. Kombiniert mit der Zuverlässigkeit der DB hättest du keine Freizeit mehr und lernen in ner Regionalbahn klappt sicher auch nur tagesabhängig unterschiedlich gut.
Ich persönlich würde also definitiv eine studienortnahe Unterkunft bevorzugen. Aber ist wie gesagt auch mein Einzelschicksal. Ich wäre auch niemals in der Lage ein Fernstudium durchzuziehen, andere Leute machen das. Wir hatten auch einen älteren Studenten, der nebenher noch seinen Hauptberuf in Teilzeit ausgeführt hat und dafür sehr weit gependelt ist, aber ich weiß gar nicht wie da die genauen Umstände waren und wie lange das gut ging.
Wie sieht denn, unabhängig vom Wohnort, dein Plan B aus, falls du doch am NC scheitern solltest?
Edit: ach ja. Ich war damals auch schon etwas älter als der Rest der Mitstudenten und später haben auch Schüler in der Zweck-WG gewohnt. Ich hab mich ziemlich aus Parties zurückgehalten, während die jede Gelegenheit mitgenommen haben. Das ging aufgrund der räumlichen Gegebenheiten schon einigermaßen klar.
Aber worauf ich eigentlich hinaus will: mit nem Mitbewohner wie mir, hättest du trotz immer noch vorhandenem Altersunterschied vermutlich keine großen Schwierigkeiten gehabt, und davon gibt es mehr, als man denkt.
WGs bestehen auch nicht immer nur aus Studenten, ein Freund von mir hat bis zu seiner Heirat in einer WG mit jungen Erwachsenen gelebt, die alle berufstätig waren. Die Parties waren trotzdem legendär. Also WG würde ich nicht abschreiben, sondern du musst halt eine finden, die zu dir passt.
ich fahre ca. 60 minuten zur uni, und dann 60 minuten wieder zurück. das macht es gerade bei vorlesungen die ca. 90 minuten dauern dann doch sehr fragwürdig, ob sich das lohnt, dafür das haus zu verlassen, oder ob online-stream nicht doch besser ist.
mein tipp: falls möglich, such dir ne WG. muss nicht mit 20-jährigen sein, es gibt auch WGs mit 40-jährigen.
Es gibt das Vorurteil, dass 40-Jährige, die eine WG suchen, Menschen mit geringem Einkommen sind oder keine Erwartungen an das Leben haben. Selbst beim Zusammenleben mit Gleichaltrigen gab es Probleme wegen Geschrei, lauter Fernseher am Abend und der Frage: „Wer bist du denn, dass du mir vorschreibst, wann ich ins Bett gehen muss?“, denn nicht jeder will verstehen, dass ich studiere, um zu lernen.
Menschen unterschätzen, wie wichtig es ist, gut zu schlafen, sich gut zu ernähren und einen ruhigen, ordentliche Studienplatz zu haben, um gut lernen zu können. Ich möchte auch zurück ins Hotel Mama.
Ich bin während meinem Bachelor Studium fast 3 Jahre lang gependelt: 45 Minuten mit dem Regio (Stundentakt) und dann nochmal für 20 Minuten S-Bahn. Waren so in Summe ca. 1:15h, also nicht ganz so viel wie in deinem Fall. Allerdings ist durch die Taktung eigentlich immer noch ein bisschen Wartezeit dazugekommen. War für mich damals ok. Zumindest der Regio war in der Regel ganz ordentlich und nicht überfüllt, sodass ich die Zeit auch einfach Mal zum Entspannen (lesen, Musik hören, etc.) nutzen konnte. Ist aber sicher auch eine Typsache. Die Zeit ist natürlich weg. War für mich damals wahrscheinlich auch deswegen nicht so schlimm, weil ich so noch ein bisschen den Rundumservice von Hotel Mama in Anspruch nehmen konnte - Sprich, der Zeitfaktor Haushalt war kein Thema. Heute wohne ich 15 Minuten mit dem Fahrrad von der Arbeit und würde nicht wieder so pendeln wollen. Studium komplett Online wäre für mich glaube ich auch nichts. Das Demo-Semester zu Beginn der Pandemie hat mir da gereicht (und da kannte ich immerhin schon die Leute persönlich).
Hab ich fünf der sechs Semester gemacht. Danach hatte ich eine Bleibe im Studentenwohnheim. Zu meiner Zeit gabs noch keine Onlinekurse. (Ich bin alt, dabei ist das noch keine 15 Jahre her...) Geht, aber war offensichtlich lästig, vor allem weil der umstieg mit dem bus zwischendrin hieß dass man ständig die bahn verpasste
Zählt die Frage auch für Berufsschule, Ausbildungsplatz? Denn in den ersten Monaten war ich von nem Dorf nahe Lüneburg nach Hamburg/Wilhelmsburg gependelt, und das war auch so 1 3/4 stunden pro Weg?
Die Sache ist, du würdest ja mehrere Jahre das dann durchziehen, meinst du nicht, dass eine WG sinnvoll wäre? Sieh es so, dass sind auch Studys und zudem dann auch erwachsen.
Wenn du das erste in betracht ziehst, dann würde ich dir Meal Prep empfehlen, dann kannst du Freitag/Samstag/Sonntag dafür nutzen um für deine lange Fahrten oder in der Kantine was zu essen hast :)
Ich brauche aktuell 25-30 min pro Strecke und tue mich schwer für "nur" 90 min Vorlesung zur Uni zu fahren.
Ich kann die Reisezeit allerdings auch gar nicht zum Lernen nutzen. (S-Bahn oder Fahrrad)
Aber 4h täglich erscheinen mir doch sehr viel, auch wenn man im Zug arbeiten kann. Vor allem weil da Ergonomie und Internet auch deutlich schlechter sind als woanders.
Hab ich nie gemacht, aber je nachdem wie die Verbindung ist stell ich mir solches Pendeln potenziell eigentlich machbar vor.
Wenn du nicht umsteigen musstJe nachdem wie du umsteigst und wenn du damit rechnen kannst, einen Sitzplatz zu haben, dann kann das sogar ziemlich produktive Zeit sein. Wenn ich im Studium Gelegenheit hatte, längere Zeit in der Bahn zu verbringen, hatte ich immer mindestens irgendwelche Lektüre für Hausarbeiten oder so mit.Aber mein erster Reflex ist auch "boah bloß nich".