Kind kifft - Wie geht ihr damit um?
Meine Tochter ist jetzt 15 und hat neulich kiffen ausprobiert. Ich kann mir vorstellen, dass sie jetzt öfters mal weiter probiert.
- Wie geht ihr damit um?
- Wo sind bei euch Grenzen?
- Wie viel erlaubt ihr?
- Wie offen geht ihr damit um, ohne es auf eine Stufe wie Limonade zu heben?
Hintergrund: Habe selbst alles ausprobiert und kiffe selten selber noch. Habe in meiner Jugend 4 Freunde an Drogen verloren: 2 in die Klapse (davon einer Selbstmord) und 2 später gestorben wegen „Drogenkarriere“. Alles nicht nur wegen Kiffen. Hatte aber einen beträchtlichen Anteil. Ist halt keine Limonade.
19 replies
Ich finde es ehrlich gesagt erschreckend, wie hier der Konsum von Cannabis verharmlost wird. Es gibt doch inzwischen Studien, die zeigen, dass Menschen, bei denen sich das Gehirn noch entwickelt, der Konsum von Cannabis (längerfristig) schwerwiegende Änderungen im Gehirn hervorrufen kann. Samt schlechterer Impulskontrolle. Also mit "alles gut, passt schon" ist es mMn nicht getan. Natürlich kann man es verbieten, bringt nur meistens wenig. Ich würde immer wieder auf die Gefahren hinweisen und auf die eigene Entscheidungsfindung hinarbeiten, mit Fakten.
Sehe ich auch. Deshalb die Beispiele aus dem Freundeskreis und der Limovergleich. Da wird sich viel schön
gerauchtgeredet.achso ich bin dumm. habe eine ewig lange hasstirade auf das rauchen geschrieben und dann erst gecheckt dass es hier um cannabis geht, nicht um tabak.
alles gut, kannst dich zurücklehnen. alles gut.
Ich würde versuchen, die Tochter im Gespräch aufzuklären, und zwar realistisch (also nicht Reefer-Madmess-Style, sondern z.B. auch die Nachteile, die mit dem Kiffen einhergehen, aufzuzeigen: Sie ist noch 15, d.h. das Gehirn ist gerade noch dabei, sich zu entwickeln. Wenn sie jetzt beginnt, Ihren Konsum zu festigen und regelmäßig konsumiert, dann bekommt sie evtl. später mit 18 Probleme dem Führerschein, wenn auf THC getestet wird. Allgemeine Verkehrskontrollen sind dank des Personalmangels ja äußertst selten geworden, aber es reicht ja, wenn man in einen Umfall verwickelt worden ist, an dem man keine Schuld trägt.
Ich habe selber in früheren Jahren viel weggikifft. Inzwischen mache ich das aber nicht mehr, weil ich mir das aus beruflichen Gründen nicht mehr erlauben kann. Im Studium war das kein Problem. Allerdings bin ich auch relativ spät damit angefangen, so mit ca. 20. Im Schnitt kiffe ich inzwischen vielleicht alle 2 Jahre mal, je nach dem, wie sich Quellen auftun und ob lich Urlaub und dann keine Verpflichtungen habe.
Die Leute, die ich im Laufe der Kifferei kennengelernt habe, funktionieren alle normal. Inzwischen haben fast alle das Kiffen wegen des Berufs oder der Kinder eingestellt. Diejenigen, die ganz klar abgestürzt sind, haben sehr jung angefangen (ich kannte einen, der hat geraucht und gekifft und auch Alkohol getrunken seit er 12 ist) und/oder kamen aus sehr schwierigen familiären Verhältnissen, in denen sich bereits sehr früh psychische Belastungen manifesitert haben.
Da auch das Rauchen erst mit 18 Jahren erlaubt ist, gilt das wohl auch für das Kiffen. Somit ist hier die Grenze gesetzt. Beim Alkohol gibt es ja noch die Regelung, dass man "unter Aufsicht der Eltern" trinken darf, aber ich bezweifle, dass das auch für Gras gilt.
Aufklärung. Kiffen bringt einen nicht um. Wenn man mal kifft, dann wirft einen das auch lange Sicht nicht aus der Bahn. Aber (gerade das regelmäßige) Kiffen erzeugt eine gewisse Zufriedenheit mit der Welt, die verhindern kann, dass man selber aktiv etwas in der Welt ändert. Das kann im Kleinen schon bedeuten, dass man den Abwasch nicht mehr macht, oder man die kaputte Lampe im Zimmer nicht repariert, denn es geht ja auch so.
Gerade, wenn man anfängt, in jungen Jahren (also noch in der Pubertät) zu kiffen, kann es einem das Hirn zerficken, da sich das Hirn nioch entwickelt. In ideser Zeit ist, denke ich, die Gefahr am größten, abzustürzen.
Höchstwahrscheinlich kifft deine Tochter, um sich ihrer Peergroup zugehörig zu fühlen. Versuche, deine Tocher davon zu überzeugen, dass sie wenigstens bis zur Volljährigkeit damit wartet. Vielleicht wäre es ein Anzeiz, sie z.B. beim Führerschein etwas zu bezuschussen, wenn sie bis zur Volljährigkeit mit dem Kiffen wartet.
Disclaimer: Ich habe keine Kinder
Hallo, bin so einer (mit 13 angefangen)
Ist mehr ein Symptom von Depressionen jetzt aber wäre besser gewesen wenn ich erst später angefangen hätte.
Ich möchte die nicht zu nahe treten und würde dir gerne raten, Hilfe zu suchen.
Dass du mit 13 angefangen hast, liegt nicht an dir, sondern deinem Umfeld. Vermutlich Familie oder Freunde oder beides.
Meine
zweidrei Kumpels von damals, die mit der „Drogenkarriere“ hatten auch mit um die 12 angefangen. Ich glaube Schnaps, Zigaretten oder so. Einer bis 35, der andere bis 40 geschafft.Irgendwann kommst du da geistig nicht mehr raus. Du scheinst ja vernünftig denken zu können (nicht bös gemeint. Aber die drei Kumpels…weia)
Danke für die Anregungen. Aufklärung habe ich schon angefangen - gerade wegen den harten Sachen.
Bis 18 werde ich das wohl nicht rauszögern können. Da muss ich was anderes überlegen. Und den Gedanken mit dem Führerschein finde ich gut.
Ich finde das alles erst mal unproblematisch. Entscheidender ist doch, warum sie kifft. Mal ausprobieren und hin und wieder auf einer Party einen durchziehen ist auch mit 15 nicht wirklich dramatisch. Neues auszuprobieren gehört doch gerade in der Lebensphase dazu. Wichtig ist dass sie fühlt, wo ihre Grenze ist. Wenn sie aber kifft, um Alltagsprobleme zu bewältigen oder weil der Umgang in der Familie oder mit Gleichaltrigen sie belastet, dann kann es sein, dass die Sache überhand nimmt und wirklich schädlich wird. In dem Fall ist Bubatz nicht die Ursache, sondern das Symptom. Das wichtigste ist dann, dass sie Halt findet.
Den Ansatz finde ich auch gut...
In dem Alter maximal alle 2 wochen und nur an Wochenende. Ich finde es in dem Alter gar nicht schädlich sondern echt bereichernd, wenn man den Zustand für Introspektion und Nachdenken verwendet.
Ehrlich gesagt ist nichts in der Lage, mich so mit meinen Problemen und dem Vorgehen in meinem Unterbewusstsein zu verbinden.
Aber halt nur bei seltenem, bewussten Konsum. Mehr als das und es gibt ne Abhängigkeit, die Erinnerungsfähigkeit leidet etc.
Auf jeden Fall darüber sprechen und offen sein, aber vorsichtig. Statt Straßen-Weed kann ich welches mit 1:1 CBD aus der Online-Apotheke empfehlen. Ist recht mühsam zu bekommen aber top Qualität.
Oder selber aus Samen anbauen.
Dann kommt man auch gar nicht mit komischen Gestalten in Kontakt.
Auch große Warnung vor der absolut unwissenschaftlichen und von "Assis" dominierten Kifferkultur. Ohne Filter, mit Tabak, Fastfood fressen, Falschinformationen über alles Mögliche.
Gerade jetzt wird es ja wohl ne Volksdroge (auch wenn es sich absolut nicht so anfühlt, macht in meinem Umfeld immer noch jeder für sich und man merkt gar nix), deswegen rechne ich mit nem Anstieg an dummen Menschen die Falschinformationen verbreiten. Ist aber ein Männerding, Frauen haben da sicherlich schon gleich viel weniger merkwürdige "Vorbilder".
Es gibt jedoch auch Verharmlosung von wissenschaftlich vorgehenden Leuten. Die nehmen das dann täglich und machen Extrakte etc. Geht für wenige Menschen gut, die meisten aber eher nicht.
Dumme Männer-Ding und Straßenweed sind zwei gute Punkte. Noch nicht dran gedacht.
Das erste werde ich wohl über Aufklärung angehen.
Den Streifen mit dem Apothekenweed werde ich erst angehen, wenn es sich verstetigt. Will da nicht aktiv helfen und das Gras ihr besorgen. Das würde wie ein Freifahrschein wirken. Ich denke, wenn, dann raucht sie derzeit wo mal mit.
Das hätte tatsächlich den Vorteil, dass sie nicht mit den komischen Gestalten in Kontakt kommt.
Hätte den Nachteil, dass es für mich viel zu einfach zu bestellen wäre. Im Sommer abends ein Türchen aufm Balkon, kann wohl nicht schaden. Wäre da nicht die Tochter, die mich erwischen könnte… was dann schlecht für meine Aura ist.
Ja stimmt. Apothekenweed ist bisl crazy weil das ziemlich transparent ist. Dubiose Telemediziner, meist ohne Videocall, sonst da sicher auch schwierig. Dann Kooperation mit Onlineshops die meist Tracker integrieren, und Bezahlung bestenfalls noch per Bank.
Von daher kaufe ich "größere Mengen" (3x10g oder so) die dann Jahre halten weil ich nicht viel brauch. Das ist aber super unterschiedlich, andere würden das klauen und alles wegrauchen usw.
Vaporizer sind übrigens auch viiel gesünder und cleaner, kein Tabak dabei und dadurch auch kein so starker Kick. Ist glaube ich auch wesentlich weniger suchterzeugend. Dafür aber fast unbemerkbar, anders als Rauchen.
Ich kenn viele die Gras rauchen oder geraucht haben, teilweise auch schon in dem Alter. Von einer Drogenkarriere, Klapse (über das Normalmaß hinaus, ich war auch ohne Gras schon selbst in (freiwilliger) stationärer psychischer Behandlung) oder Toden habe ich da nie was mitbekommen. Klar ist keine Limo und 15 finde ich auch zu früh für sowas, aber würdest du diese Fragen so auch stellen wenn sie ein Bier getrunken hätte? Alkoholismus ist ja auch eine ernste Angelegenheit.
Da muss ich dazwischengrätschen, denn ich habe mehrere Leute in meinem Freundeskreis gehabt die sich das Hirn weggekifft haben. Die sind so verdummt und abgestumpft, dass man keine normale Unterhaltung mehr führen konnte.
Gras ist wie alles andere inklusive Alkohol: die Menge machts und ich finde mit 15, wenn Körper und Verstand noch in der Entwicklung sind und vielleicht grade am pubertieren sollte man zumindest vorsichtig sein.
Ich würde das Thema so angehen, dass sie keine Angst darüber zu sprechen, Erfahrungen, Erlebnisse und so weiter mit den Eltern zu teilen. So kann man das ganz genau im Auge behalten und sie trotzdem eigene Erfahrungen machen lassen.
Ich sage ja nicht, dass es das nicht gibt, sondern, dass es kein Automatismus ist - man wird nicht automatisch zu jemandem der ständig breit ist, weil man mit 15 mal Gras geraucht oder ein Bier getrunken hat, die Mehrzahl der Leute sind doch heutzutage gar nicht mehr so drauf.
Wie du schon sagst, muss man da ähnlich wie bei Alkohol halt informieren und ein Auge drauf haben.
Es kam für mich nur ein bisschen so über als würdest du es runterspielen wollen
Das Bild das OP gezeichnet hat ist halt ziemlich übertrieben (was jetzt nicht heißen soll, dass OP lügt) und ich kann mir kaum vorstellen, dass das dem Kontext entspricht, in dem diese Tochter jetzt aufwächst. Und wenn die Tochter wirklich in so einem abgefuckten Umfeld aufwächst, ist Gras eh nicht das Hauptproblem.
Da stimme ich zu, die Informationslage ist ziemlich dünn um tatsächlich hilfreiche Tips geben zu können.
Meine Tochter wächst nicht in so einem Umfeld auf, wie ich damals. Ein besseres. Ich hab es eingestreut, um die Diskussion „das ist doch harmlos“ etc zu ersticken. Aber nun, diese Pflänzchen kommen ja immer hoch.