Ich finde es leider immer wieder ärgerlich, dass die journalistische Qualität der taz bei einzelnen Beiträgen mit der der Bild-Zeitung konkurriert.
Ein reiner Ragebait-Artikel, bei dem einem Schwimmbadbetreiber direkt Rassismus vorgeworfen wird, weil er es nicht verantworten möchte, Menschen in seiner Anlage baden zu lassen, denen sein Team die Regeln und Gefahren aufgrund von Sprachbarrieren nicht vermitteln kann.
Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass Rassismus auch eine Rolle spielen könnte, aber es klingt für mich erstmal sehr nachvollziehbar, dass man Menschen nicht in Gefahr bringen möchte. Erst recht nicht, wenn man am Ende die Verantwortung trägt.
Insbesondere weil es ja offenbar schon mindestens einen Vorfall gab, bei dem ein Kleinkind aus viel zu tiefem Wasser gerettet werden musste, sehe ich den Rassismusvorwurf hier vollkommen fehl am Platz.
Solche Artikel spielen nur den Rechten in die Hände. Schlechte Arbeit, liebe taz.
Es wäre aber auch richtig einfach, das durch Piktogramme oder mit einem QR Code zu einer Webseite mit Übersetzungen in mehreren Sprachen, damit das nicht jedes Mal neu erklärt werden muss. Man könnte so was vor der Kasse stellen und zwingen, dass die Menschen die Regeln anschauen, durchlesen oder zuhören, bevor sie schwimmen dürfen.
Ich weiß nicht ob der Betreiber rassistische Ziele damit hat, aber der Effekt ist Rassismus (bzw. Ungleichheit, da es eigentlich um die Sprache geht). Manchmal ist das unvermeidbar- es ist ja viel schwieriger für jemanden mit B1 Deutsch Radiojournalist zu werden, aber das liegt auf der Aussprache und Breite seiner Ausdrucksmöglichkeiten, nicht auf der Reaktion der Anderen.
Es ist aber keine natürliche Folge, dass man in einem Ort nicht schwimmen darf (was bei solchem Wetter nicht unbedingt zum Spaß ist, sondern möglicherweise auch gesundheitshalber ist), wenn man die Sprache nicht beherrscht.
Ich kann mir vorstellen, andere Kommunikationsarte sind dem Betreiber einfach nicht eingefallen. Das ist ja auch normal, besonders wenn er wenig Kontakt mit Nichtmuttersprachlern hat. Seitdem Artikel wurden dem Schwimmbad mehrere Methoden vorgestellt, mal sehen ob sie allen die Regeln erklären oder lieber keine Komplikationen mit Nichtmuttersprachlern hätten.
Mit der neuen Regelung wolle er auch seine Bademeister entlasten. In der Vergangenheit habe es Diskussionen gegeben, weil diese nicht dazu bereit gewesen seien, die Schwimmregeln einzeln in ein Übersetzungsprogramm zu sprechen, behauptete der Chef des Heidebades. Und dass sein Personal nun mal an der Belastungsgrenze sei.
Mir klingt das eher nach Überarbeitung und Frust mit den Kunden (möglicherweise aber nicht unbedingt besonders mit ausländischen Kunden). Er sollte mehr Mitarbeiter anstellen, damit sie nicht an die Belastungsgrenze kommen. Wenn das finanziell nicht klappt und das Bad schließen muss, ist das Schade, aber es wäre viel schlimmer, wenn überbelastete Rettungsschwimmer etwas verpassen würden und jemand stirbt.
Baden nur für Deutschländer Leute die Deutsch lesen können
Es macht schon einen Unterschied, ob am Eingang gefragt wird "können sie diese Hinweisschilder lesen", oder ob ein Kraniometriker die arische Abstammung prüft.
Natürlich ist es trotzdem anderweitig problematisch, dass hier ein weiterer Grund gefunden wird, Teile der Gesellschaft, besonders in der Unterschicht vertreten, von schwimmen und schwimmen lernen abzuhalten.
Natürlich ist es trotzdem anderweitig problematisch, dass hier ein weiterer Grund gefunden wird, Teile der Gesellschaft, besonders in der Unterschicht vertreten, von schwimmen und schwimmen lernen abzuhalten.
Zumindest diesem Grund könnte teilweise abgeholfen werden, indem man einerseits auch andere Sprachen auf den Schildern vertritt (was aber nicht alle abdecken könnte und die Sprachbarriere im Umgang mit dem Personal nicht viel senkt), zweitens auch gezielt Leute mit unterschiedlichen sprachlichen Hintergründen anstellt um da hoffentlich etwas beizukommen und drittens es leichter und attraktiver macht, Deutsch zu lernen (was aber nochmal zwei komplexe Probleme sind, die ich hier nicht kleinreden will).
Ich fürchte nur, dass diese Methoden in so manchen Gefilden nicht gut ankämen... Kann mir schon die Schimpftiraden ausdenken, was denn das Gekrakel auf dem Schild soll, dass die beiden da doch eh nur über die Deutschen ablästern würden und dass das doch deren Problem sei, wie sie Deutsch lernen. Bilinguale Angebote zur Immersion und Integration will man auf jeden Fall nicht subventionieren.
zweitens auch gezielt Leute mit unterschiedlichen sprachlichen Hintergründen anstellt
Das kann aber je nach gewünschter Sprache auch echt schwer sein. Ich hab bei mir in der Firma eine schöne Gehaltserhöhung ausgehandelt, weil ich als Einziger eine Sache übernehmen konnte, die gewisse Englischkenntnisse braucht. Nicht mal groß mit Fachbegriffen aus dem FF, sondern wirklich einfach nur zumindest alltagstaugliches Englisch.
Und die Firma bei der ich angestellt bin ist jetzt weder klein noch irgendwo am Hintern von Deutschland, sondern in einer Metropole.
Klar ist das nicht so einfach wie ein Lemmy-Kommentar das zusammenfassen will. Da ist die Integration teilweise auch ein Stiefelriemenproblem: Um mehr solche Leute auf dem Arbeitsmarkt zu haben muss man halt zunächst Leute hereinlassen und anstellen, die kein Deutsch können, um ihnen dann nebenher zu helfen, Deutsch zu lernen. Dafür braucht man ja auch wieder Leute, die mit ihnen kommunizieren können...
Ich arbeite bei einem Großkonzern. International tätig, fünfstellige Mitarbeiterzahl, bietet Englisch-Kurse an weil manche Kollegen es echt nötig haben um mit Kollegen aus dem Ausland reden zu können. Zum Glück können viele der ausländischen Kollegen auch Deutsch...
Englischkurse (und Deutsch!) bietet der Konzern bei dem ich arbeite auch an. Problem ist tatsächlich eher wieviele Leute das wirklich nutzen (wollen). Die Deutschkurse sind deutlich besser besucht, aber das heißt halt leider auch nicht all zu viel... (:
Ich denke, dass bei Badestränden am Meer in der Regel eine ganz andere rechtliche Lage ist. Außerdem gibt es in touristischen Orten oft Schilder auf Englisch, was Deutsche fast immer mehr oder weniger gut können. Dem könnte man begegnen indem man in Schwimmbädern Schilder z.B. auf Arabisch aufstellt ...
So unangenehm es ist, ich kann es gut nachvollziehen. Beim Baden kann unendlich viel schief gehen, selbst für geübte Schwimmer, und das sind die wenigsten. Da hat Sicherheit wirklich Priorität. Wenn ich mit einer Person weder auf Deutsch oder Englisch klar kommunizieren kann, überwiegt für mich als verantwortliche Person deren Unversehrtheit gegenüber deren Badespaß.
Ich bin hier zwiegespalten. Die Begründung mit dem Lesen der Hinweisschilder ist zwar irgendwo nachvollziehbar, könnte aber genauso gut ein Vorwand sein. Dass die Badegäste mit guten Deutschkenntnissen sich beim Betreten des Bades erstmal mit Baderegeln und Hausordnung vertraut machen, halte ich für ein Gerücht.
Die schwierige Kommunikation mit dem Personal sehe ich eher ein, weiß aber auch da nicht, wie wichtig da wirklich die Sprache sein soll. "Nicht vom Beckenrand springen" oder "Geh hinter die Linie in den Nichtschwimmerbereich" bekommt man auch non-verbal vermittelt, ohne erst umständlich irgendwelche Übersetzungsapps bemühen zu müssen. Zumindest wenn man es wirklich möchte. Wenn Leute dann wirklich Aufforderungen wiederholt nicht nachkommen (was dann vermutlich weniger an Verständnis als an Ignoranz liegt), kann man sie ja immer noch des Bades verweisen.
Und auch das (runtergewählte) Argument von @[email protected] finde ich eigentlich schlüssig. Wenn man in Deutschland zum Schwimmen Deutschkenntnisse braucht, sollte das analog auch in Urlaubsländern mit der Landessprache gelten. Glaube da würden viele Touristen dumm aus der Wäsche schauen in Spanien, Italien, Ägypten, Dubai oder auf den Malediven.
Oder was ist beim Restaurantbesuch - man muss ja schließlich über Allergien und Unverträglichkeiten sprechen.
Wenn hier jemand rassistisch(wohl eher dikriminierend) ist, dann wohl die Taz. Hier wird ein Einzelfall rangezogen, der eigentlich kein Fall ist umd dann das Narrativ vom rechten Ossie zu wiederholen.
Ich finde es leider immer wieder ärgerlich, dass die journalistische Qualität der taz bei einzelnen Beiträgen mit der der Bild-Zeitung konkurriert.
Ein reiner Ragebait-Artikel, bei dem einem Schwimmbadbetreiber direkt Rassismus vorgeworfen wird, weil er es nicht verantworten möchte, Menschen in seiner Anlage baden zu lassen, denen sein Team die Regeln und Gefahren aufgrund von Sprachbarrieren nicht vermitteln kann.
Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass Rassismus auch eine Rolle spielen könnte, aber es klingt für mich erstmal sehr nachvollziehbar, dass man Menschen nicht in Gefahr bringen möchte. Erst recht nicht, wenn man am Ende die Verantwortung trägt.
Insbesondere weil es ja offenbar schon mindestens einen Vorfall gab, bei dem ein Kleinkind aus viel zu tiefem Wasser gerettet werden musste, sehe ich den Rassismusvorwurf hier vollkommen fehl am Platz.
Solche Artikel spielen nur den Rechten in die Hände. Schlechte Arbeit, liebe taz.
Es wäre aber auch richtig einfach, das durch Piktogramme oder mit einem QR Code zu einer Webseite mit Übersetzungen in mehreren Sprachen, damit das nicht jedes Mal neu erklärt werden muss. Man könnte so was vor der Kasse stellen und zwingen, dass die Menschen die Regeln anschauen, durchlesen oder zuhören, bevor sie schwimmen dürfen.
Ich weiß nicht ob der Betreiber rassistische Ziele damit hat, aber der Effekt ist Rassismus (bzw. Ungleichheit, da es eigentlich um die Sprache geht). Manchmal ist das unvermeidbar- es ist ja viel schwieriger für jemanden mit B1 Deutsch Radiojournalist zu werden, aber das liegt auf der Aussprache und Breite seiner Ausdrucksmöglichkeiten, nicht auf der Reaktion der Anderen.
Es ist aber keine natürliche Folge, dass man in einem Ort nicht schwimmen darf (was bei solchem Wetter nicht unbedingt zum Spaß ist, sondern möglicherweise auch gesundheitshalber ist), wenn man die Sprache nicht beherrscht.
Ich kann mir vorstellen, andere Kommunikationsarte sind dem Betreiber einfach nicht eingefallen. Das ist ja auch normal, besonders wenn er wenig Kontakt mit Nichtmuttersprachlern hat. Seitdem Artikel wurden dem Schwimmbad mehrere Methoden vorgestellt, mal sehen ob sie allen die Regeln erklären oder lieber keine Komplikationen mit Nichtmuttersprachlern hätten.
Mir klingt das eher nach Überarbeitung und Frust mit den Kunden (möglicherweise aber nicht unbedingt besonders mit ausländischen Kunden). Er sollte mehr Mitarbeiter anstellen, damit sie nicht an die Belastungsgrenze kommen. Wenn das finanziell nicht klappt und das Bad schließen muss, ist das Schade, aber es wäre viel schlimmer, wenn überbelastete Rettungsschwimmer etwas verpassen würden und jemand stirbt.
Baden nur für
DeutschländerLeute die Deutsch lesen könnenEs macht schon einen Unterschied, ob am Eingang gefragt wird "können sie diese Hinweisschilder lesen", oder ob ein Kraniometriker die arische Abstammung prüft.
Natürlich ist es trotzdem anderweitig problematisch, dass hier ein weiterer Grund gefunden wird, Teile der Gesellschaft, besonders in der Unterschicht vertreten, von schwimmen und schwimmen lernen abzuhalten.
Zumindest diesem Grund könnte teilweise abgeholfen werden, indem man einerseits auch andere Sprachen auf den Schildern vertritt (was aber nicht alle abdecken könnte und die Sprachbarriere im Umgang mit dem Personal nicht viel senkt), zweitens auch gezielt Leute mit unterschiedlichen sprachlichen Hintergründen anstellt um da hoffentlich etwas beizukommen und drittens es leichter und attraktiver macht, Deutsch zu lernen (was aber nochmal zwei komplexe Probleme sind, die ich hier nicht kleinreden will).
Ich fürchte nur, dass diese Methoden in so manchen Gefilden nicht gut ankämen... Kann mir schon die Schimpftiraden ausdenken, was denn das Gekrakel auf dem Schild soll, dass die beiden da doch eh nur über die Deutschen ablästern würden und dass das doch deren Problem sei, wie sie Deutsch lernen. Bilinguale Angebote zur Immersion und Integration will man auf jeden Fall nicht subventionieren.
Das kann aber je nach gewünschter Sprache auch echt schwer sein. Ich hab bei mir in der Firma eine schöne Gehaltserhöhung ausgehandelt, weil ich als Einziger eine Sache übernehmen konnte, die gewisse Englischkenntnisse braucht. Nicht mal groß mit Fachbegriffen aus dem FF, sondern wirklich einfach nur zumindest alltagstaugliches Englisch. Und die Firma bei der ich angestellt bin ist jetzt weder klein noch irgendwo am Hintern von Deutschland, sondern in einer Metropole.
Klar ist das nicht so einfach wie ein Lemmy-Kommentar das zusammenfassen will. Da ist die Integration teilweise auch ein Stiefelriemenproblem: Um mehr solche Leute auf dem Arbeitsmarkt zu haben muss man halt zunächst Leute hereinlassen und anstellen, die kein Deutsch können, um ihnen dann nebenher zu helfen, Deutsch zu lernen. Dafür braucht man ja auch wieder Leute, die mit ihnen kommunizieren können...
Ich arbeite bei einem Großkonzern. International tätig, fünfstellige Mitarbeiterzahl, bietet Englisch-Kurse an weil manche Kollegen es echt nötig haben um mit Kollegen aus dem Ausland reden zu können. Zum Glück können viele der ausländischen Kollegen auch Deutsch...
Englischkurse (und Deutsch!) bietet der Konzern bei dem ich arbeite auch an. Problem ist tatsächlich eher wieviele Leute das wirklich nutzen (wollen). Die Deutschkurse sind deutlich besser besucht, aber das heißt halt leider auch nicht all zu viel... (:
Leute, die hier nur die Schlagzeile lesen, werden in die Irre geführt.
Du meinst das Baden wurde nicht auf Konservenwürstchen beschränkt?
Das ist kein Rassismus. Nichtmal Linguizismus, denn es gibt eine sachliche Begründung.
Rechtsextrem oder Dumm?
Würd mich interessieren was die Sachsen sagen wenn sie in Italien nicht mehr ins Meer dürfen weil sie nicht italienisch sprechen.
Ich denke, dass bei Badestränden am Meer in der Regel eine ganz andere rechtliche Lage ist. Außerdem gibt es in touristischen Orten oft Schilder auf Englisch, was Deutsche fast immer mehr oder weniger gut können. Dem könnte man begegnen indem man in Schwimmbädern Schilder z.B. auf Arabisch aufstellt ...
Das wären zum Beispiel zwei unsachliche Gründe. 😄
Es gibt in Sachsen-Anhalt im Vergleich zu Italien weniger Internationalen Tourismus darum sind die Ansprüche an Gäste auch andere.
Es sind unsachliche Gründe mit einem Feigenblättchen 🤷🏻♂️
So unangenehm es ist, ich kann es gut nachvollziehen. Beim Baden kann unendlich viel schief gehen, selbst für geübte Schwimmer, und das sind die wenigsten. Da hat Sicherheit wirklich Priorität. Wenn ich mit einer Person weder auf Deutsch oder Englisch klar kommunizieren kann, überwiegt für mich als verantwortliche Person deren Unversehrtheit gegenüber deren Badespaß.
Ich bin hier zwiegespalten. Die Begründung mit dem Lesen der Hinweisschilder ist zwar irgendwo nachvollziehbar, könnte aber genauso gut ein Vorwand sein. Dass die Badegäste mit guten Deutschkenntnissen sich beim Betreten des Bades erstmal mit Baderegeln und Hausordnung vertraut machen, halte ich für ein Gerücht.
Die schwierige Kommunikation mit dem Personal sehe ich eher ein, weiß aber auch da nicht, wie wichtig da wirklich die Sprache sein soll. "Nicht vom Beckenrand springen" oder "Geh hinter die Linie in den Nichtschwimmerbereich" bekommt man auch non-verbal vermittelt, ohne erst umständlich irgendwelche Übersetzungsapps bemühen zu müssen. Zumindest wenn man es wirklich möchte. Wenn Leute dann wirklich Aufforderungen wiederholt nicht nachkommen (was dann vermutlich weniger an Verständnis als an Ignoranz liegt), kann man sie ja immer noch des Bades verweisen.
Und auch das (runtergewählte) Argument von @[email protected] finde ich eigentlich schlüssig. Wenn man in Deutschland zum Schwimmen Deutschkenntnisse braucht, sollte das analog auch in Urlaubsländern mit der Landessprache gelten. Glaube da würden viele Touristen dumm aus der Wäsche schauen in Spanien, Italien, Ägypten, Dubai oder auf den Malediven.
Oder was ist beim Restaurantbesuch - man muss ja schließlich über Allergien und Unverträglichkeiten sprechen.
Wenn hier jemand rassistisch(wohl eher dikriminierend) ist, dann wohl die Taz. Hier wird ein Einzelfall rangezogen, der eigentlich kein Fall ist umd dann das Narrativ vom rechten Ossie zu wiederholen.
Er ist wieder da!