«Aufbruch nötig»: Merz spricht von Erkenntnisproblem in «beachtlichen Teilen» der Gesellschaft
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Ich glaub ihm fehlt die Erkenntnis, dass beachtliche Teile der Gesellschaft in eine andere Richtung aufbrechen wollen als der Multimillionär und seine Clique es vorschreiben.
Vor allem reift in mir die Erkenntnis, dass diese Trümmertruppe aus CDU/CSU (und auch SPD) seit Jahrzehnten das Land steuert und das immer nur in eine Richtung. Jede mögliche Richtungsänderung wurde konsequent torpediert. Wenn wir jetzt im Dreck stecken und die Nazis vor der Tür stehen, wer hat uns da federführend hinein gefahren?
Na ganz klar die Ampel!!! /s
Er ist wirklich ein Mann von Vorgestern. Das hatten wir so ähnlich doch alles schon. Z.B. in der DDR:
Dazu hat dann ein bekannter Deutscher auch etwas geschrieben:
Ich persönlich schließe mich da ja Bertolt Brecht an.
Im übrigen: Wann schnallt Minderleister Merz eigentlich mal den eigenen privatfliegenden Gürtel enger und ich meine jetzt nicht nur einen Verzicht auf die nächste Diätenerhöhung? Auch Wolfram Weimer, Jens Spahn und Katherina Reiche wirken auf mich finanziell recht fett gefressen. Da gibt es sicher noch was zu holen. Das wäre doch mal eine "Reform".
Absolut gesehen ist es natürlich nix. Aber es setzt Zeichen. In unserer Firma ist das einzige was eine Klimatisierung hat, der Serverraum. Nicht, weil wir uns das nicht leisten können, aber weil die Besitzer ganz klar sagen: Die Jungs und Mädels in der Produktion arbeiten hart und schwitzen wie Sau. Und die haben ganz genau im Blick, was die Führungsetage sich so gönnt und was nicht. Und deswegen, als gekühlte Wasserspender beschafft wurden, standen die unten als erstes. "Unsere" kamen in der Woche danach. Der neue Dienstwagen - muss es der Stern sein? Tuts nicht auch der Skoda für die gleiche Rate, pack dir halt Ledersitze rein wenn du willst. Der Chef parkt immer auf den "unbequemen" Parkplätzen - er sagt, er hat nix zu schleppen und er hat nach acht Stunden nicht 7.5 davon gestanden.
Natürlich ist das finanziell alles völlig hupe - aber es sendet ein Signal was gesehen wird, vor allem wenn es sich durchzieht. Und DAS haben Merz und seine Buddies glaube ich überhaupt noch nicht verstanden.
Die Regierung auch. Die pluralistische Gesellschaft kommt nicht aus Menschenliebe der Politiker sondern weil es keine Vereinigungen mehr geben wird, die einen Widerstand gegen die volle kapitalistische Ausbeutung organisieren können.
Du hattest also lieber einen schön einheitlichen, wohlmöglich rassereinen, Volkskörper damit es einfacher ist den Wiederstand gegen die ausbeuterischen Kapitalisten (alles Juden natürlich) zu organisieren?
Rasserein bringt gar nichts, wie man an Jugoslavien sehen konnte. Es finden sich immer Gründe, weitere Aufteilungen durchzusetzen und Kriege anzufangen.
Einheitlich hilft, aber die pluralistische Gesellschaft ist ja gewollt, weil persönliche Freiheit eine sehr große Lebensqualität ist.
Bürger einer pluralistischen Gesellschaft müssen aber bewusst etwas Gemeinsames aufbauen, damit sie nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Menschen an den Machtpositionen werden es nicht für sie übernehmen.
Mein (sarkastischer) Kommentar wollte eigentlich auf etwas anderes hinaus. Das Problem ist nicht die pluralistische Gesellschaft und der Mangel der derzeitigen Eliten dieses zu überbrücken, sondern genau das Gegenteil, d.h. die aktive Ausnutzung von (im Endeffekt völlig banalen und ausgedachten) Unterschieden nach dem Motto Teile und Herrsche. Egal wie einheitlich eine Gesellschaft (oder Klasse) ist, wenn man will findet man immer etwas um zu spalten, und der Gedanke das man überhaupt etwas einheitlich haben will ist bereits so ein spaltender Gedanke der es einfach macht den Hebel anzusetzen.
Genau. Und wie bekommt man es in einer pluralistischen Gesellschaft hin, das zu vermeiden?
In traditionellen Einwanderungsländern klappt das oft recht gut.
Welche Länder wären das? Die USA sind maximal zerstritten. Haiti sieht nicht gut aus. Argentinien hat den Kapitalisten gewählt. Peru und andere Länder Lateinamerikas unterdrücken die indigene Bevölkerung. Imperialländer sehen nicht besser aus. Frankreich hat seine Unruhen, Russland hat "einen starken Präsidenten" und England eine starke Klassengesellschaft. Arabische Länder haben viele Immigranten, geben ihnen aber keine Rechte. Mir fällt kein Land ein, in dem die Bevölkerung seine Elite kontrolliert.
Bei aller Liebe, einen gewaltsam niedergeschlagenen Volksaufstand in einem Unrechtsstaat, der auf seine Bürger schießt mit der Forderung nach ein paar Überstunden gleichzusetzen, ist vielleicht ein wenig daneben gegriffen.
Die Verachtung die dahinter steht ist sehr ähnlich. Es geht auch nicht um den Volksaufstand an sich. Es geht um die Mehrarbeit um das angebliche Vertrauen nicht zu verspielen. Es ist einfach die gleiche Denke mit anderem Anlass.
Und Gewalt hat viele Formen. Wer denkt, die 1% und ihre Handlanger gehen gewaltlos vor, der irrt sich.
Wenn es nur Forderungen nach Überstunden in Zeiten der Krise wären, hättest du völlig recht.
Aber die Zukunft Jahrzehnte lang aktiv zu sabotieren, den Sozialstaat abzubauen, den Armen das Geld aus der Tasche zu ziehen und den Reichen zuzuschustern selbst (eigene Partei) Milliarden zu verschwenden und dann von "Gürtel enger schnallen" zu reden, aktiv Nazis zu unterstützen und und und
All das ändert halt deine Gleichung schon.
Ich hingegen spreche von einem Besetzungsproblem in beachtlichen Teilen der Regierung.
Frage: Gibt es eine Person in der aktuellen Regierung die kein Problem ist?
Auch wenn ich Pickel bekomme wenn ich "SPD" nur höre: Pistorius macht doch einen Job, in dem er zumindest scheinbar besser abliefert als die CDU/CSU-Truppe. Aber ja, man muss mit der Lupe suchen.
Stimmt. Habe Pistorius vergessen. Der Macht tatsächlich einen recht guten Job. Zumindest hört man nichts schlechtes.
Die freiwillige Wehrpflicht ist schon wieder vergessen?
Die aktuelle Lösung ist Mist, aber das kann man kaum sinnvoll lösen.
Der Fehler war, die Wehrpflicht überhaupt abzuschaffen, aber das kann man Pistorius nicht ankreiden.
Die eigentlichen Verbrecher sind die Industrieführer, die den Politikern die Korruption erst ermöglichen.
Natürlich sind die Politiker, die das Extrageld annehmen nicht besser.
Aber haben wir denn die Verteilung dessen was wir haben schon ausprobiert?
also das ist jetzt wieder so ne neiddebatte, ne? die armen reichen, ständig hacken alle auf denen rum. nie dürfen die was haben!
Hast du mal gesehen wie die Preise gestiegen sind? Also ich musste schon meine 2 Weihnachtsferienwohnungen auf Sylt auf Airbnb einstellen damit ich den sprit für den Privatjet meiner Tochter noch finanzieren kann; wie sollte sie sonst 2x die Woche private reitstunden in Spanien nehmen? Also ich glaube ich bringe hier schon genug Opfer!
Es stimmt auch einfach nicht lol. Leite mit weniger Geld geben ihr Geld eher wieder aus als reiche Leute. Durch Umverteilung steigt alsondie Nachfrage und die Wirtschaft wird angekurbelt.
Wir verteilen einfach noch mehr von unten nach oben, dann tröpfelt auch mehr herunter! Kanzler Vollpfosten glaubt das wahrscheinlich wirklich.
Er ist einfach der falsche Mann am falschen Ort zur falschen Zeit. Ich glaube schon, dass ein größerer Teil der Bevölkerung sieht, dass sich Dinge ändern sollten und dass vieles anders laufen müsste. Das merkt man an der allgemeinen Unzufriedenheit.
Gleichzeitig gibt es bei mir absolut null Vertrauen, dass ein Friedrich Merz dies besser machen würde. Dafür gab es bereits viel zu viel Publikumsbeschimpfung, zu wenig Selbstkritik, und ehrlich gesagt hat er es auch nicht geschafft, irgendeine Vision, wie es vorangehen soll, zu vermitteln. Ich sehe von ihm einfach nur Kürzungen von Sozialleistungen & stetiges Fordern, dass mehr gearbeitet werden muss. Aber gleichzeitig nichts, wie die Gesellschaft wieder in eine Aufbruchstimmung kommen soll. Wir haben immer noch die gleichen lähmenden Gesetze, wir werden immer noch fleißig von Steuerhinterziehern legal und illegal ausgeplündert und nur durch Streichungen kommt man zu keiner Aufbruchsstimmung.
Stimme all dem zu, außer der Zeit. Er wurde zu Recht Jahrzehnte lang von Machtpositionen ferngehalten. Jeder mit einem Funken Anstand wusste, dass der Typ eine Vollkatastrophe ist und nichts als Elend anrichten würde. Sogar Angie Merkel. Es gibt also keine richtige Zeit für ihn.
Die Erkenntnis ist da, bloß ziehen die meisten andere Schlüsse daraus als die aktuelle Bundesregierung...
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Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind aber nur Umverteilung bis auf das Zauberwort Bürokratieabbau. Um mehr zu erwirtschaften muss man langfristig das Potential dazu aufbauen. Zu Forschung und Bildung lese ich nichts.
Das sollte auch nicht nur einfach beschlossen werden. Wo ist die Expertendiskussion, um die wirklich wirksamen Maßnahmen zu identifizieren?
Leider haben sich Experten als unliebsam herausgestellt, da sie nicht zuverlässig die von der Politik gewünschten Erkenntnisse liefern.
Deshalb werden Expertenmeinungen insbesondere von CDU-geführten Regierungen meist geflissentlich ignoriert. Siehe Mindestlohn, Krankheitstage usw. Lieber traut man in diesen Kreisen auf die Aussagen im letzten Aufregerartikel des manager magazin.
"...dass jetzt ein Aufbruch nötig ist und nicht ein Verharren und ein Stillstand"
Doch. Jetzt sind verharren und stillstand angesagt. Sonst werden die Katastrophen des Klimawandels uns als Gesellschaft auslöschen. Aber so weit reicht sein geistiger Horizont nicht.